
Kreator
Mutig die Welt bezwingen
Interview
Den Titel “Krushers Of The World” kann man zweideutig verstehen: Er könnte die Diktatoren und Kriegstreiber meinen, die die Welt im wahrsten Sinne zerstören oder als Motivation bzw. Empowerment verstanden werden.
Mille: Letzteres. Die erste Bedeutung wäre zu negativ und davon haben wir in der Realität schon genug. Für mich soll der Titel Mut machen. Es geht mir darum, mit Problemen umzugehen und sie nicht zu hassen.
Das ergibt Sinn, denn der Song hat eine traditionelle, melodische Schönheit und etwas Aufmunterndes.
Mille: Das ist ein tolles Kompliment. Danke, dass du das Wort ‘schön’ benutzt hast, denn ich habe das Gefühl, im Metal haben davor viele Angst. Alles muss irgendwie evil und true sein und ich freue mich, dass wir dieses Gefühl auslösen konnten.
Frédéric: Musik soll ja auch schön sein.
Absolut. Jeder Mensch findet ja auch etwas anderes schön. Die alten KREATOR-Alben waren auch schön, weil sie ganz unmittelbar Aggression, Wut und die hässlichen Seiten der Welt verarbeitet haben und viele Menschen sich darin verstanden fühlten. Ihr habt aber auch schon dutzende Male bewiesen, dass ihr in der Lage seit, pure Aggression mit dissonanten Soli und Highspeed-Riffs zu schreibe, also ist das doch ein cooles neues Feature.
Mille: Danke, das ist eines der schönsten Komplimente überhaupt.
Bei “Combatants” muss ich fragen, ob das ein gewollter Tribut an die alten MANOWAR ist. Das epische Stampfen, die Art, wie du ‘Combatants of the gods’ singst und das Feeling insgesamt lassen daran denken.
Mille: MANOWAR sind vielleicht die eine Band, auf die wir uns alle einigen können …
Frédéric: … außer Sami. Ihre ersten vier Alben sind absolut ikonisch.
Mille: Ich weiß, vielen sind sie zu kitschig, aber wir stehen auf die alten Alben. Ist es ein bewusster Tribut? Definitiv nicht. Aber es kommt aus der selben Ecke. Wir lieben es, wenn wir den Menschen mit Metal Energie und Power geben können. Und die ersten Alben von MANOWAR haben das definitiv gekonnt. Es gab diese Fantasy-Welt, in die man flüchten konnte und es gab immer den einen sonderbaren Song, z. B. “Warlord”. Die Leute denken, sie sind corny, aber … sie sind es nicht. Sie haben Eric Adams. [Gelächter] Warum rede ich jetzt nur noch wie ein Fanboy über MANOWAR?
[Gelächter]
Frédéric: Keine Ahnung, aber es ist cool.
Es ist auf alle Fälle cool, Metal-Pionieren zuzuhören, wie sie über etwas sprechen, das sie echt lieben.
Frédéric: Ventor sagt auch immer, wir sollen einen Podcast zusammen machen.
Einer der überraschendsten Tracks auf dem Album ist “Satanic Anarchy”. Auch hier hat der Refrain etwas geradezu Positives, Aufmunterndes und steht im Kontrast zu dem, was der Titel zunächst suggeriert. Was bedeutet denn “Satanic Anarchy”.
Mille: Es sind zwei Worte, die ein wenig die Fantasie anregen sollen. Satanismus bedeutet völlige Freiheit. Anarchie totales Chaos, das ebenfalls Freiheit bedeuten könnte. Diese Worte ergeben kombiniert einen neuen Vibe und man sollte es nicht zu wörtlich nehmen.
“Barbarians” ist ebenfalls ein Highlight. Um welche Barbaren geht es da?
Mille: In dem Song steckt vielleicht mehr MANOWAR drin als irgendwo sonst. Es hat einen “Conan”-Vibe, aber es geht auch ums Älterwerden und zu realisieren, dass die eigene Zeit abläuft. Es erzählt davon wie man als Mensch aus der Vergangenheit mit Problemen der Gegenwart konfrontiert ist und wie herausfordernd das sein kann.
War es schwer, die Tracklist zu arrangieren? “Death Scream” geht als vorletzter Song fast etwas unter, ist aber mörderisch.
Mille [grinsend]: Das kommt auf die Aufmerksamkeitsspanne an. Ich verstehe aber, was du sagen willst. Ehrlich gesagt hatten wir ein Luxusproblem dieses Mal. Wir empfanden das Material als sehr stark und wussten, dass wir eine gute Abfolge brauchen. Also überließ ich die Entscheidung unserem Produzenten Jens. Ich wusste nur, dass “Seven Serpents” der erste und “Loyal To The Grave” der letzte Song sein sollten. Das funktionierte aber nur, weil Jens dieses Mal so stark einbezogen wurde. Das Klischee vom ‘fünften Bandmitglied’ stimmt dieses Mal absolut.
Lasst uns mal noch über das spektakuläre Artwork sprechen. Man könnte Verbindungen zu Dante und Hieronymus Bosch ziehen …
Mille: Genau. Vielleicht auch noch Surrealismus à la Max Ernst.
Frédéric: Es sind auch Referenzen an ältere KREATOR-Artworks drin, zum Beispiel “Out Of The Dark”.
Mille: Zbigniew ist ein Genie, ich liebe den Kerl. Er hat einen fantastischen Job gemacht und nicht nur den Vibe der Lyrics erfasst, sondern auch eine neue Welt eröffnet. Die Verbindung von Artwork und Musik passt einfach super gut.
Gibt es noch etwas, das ihr den Fans mitteilen wollt?
Beide: Dankeschön!
Danke euch ebenfalls für dieses äußerst angenehme Gespräch!
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Heavy Metal, Thrash Metal |
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Johannes Werner



























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