Said But True mit
Matthew Greywolf von POWERWOLF

Interview

Wieder die #1 in den deutschen Albumcharts. POWERWOLF sind inzwischen zu einer der erfolgreichsten Metal-Bands geworden. Im Interview haben sie vor kurzem schon viel über „The Sacrament Of Sin“ preisgegeben. In unserer Said But True-Rubrik stellt sich Matthew Greywolf aber noch ganz anderen Fragen zum Werdegang und besonderen Erlebnissen von POWERWOLF.

POWERWOLF über verrückte Fan-Geschenke, denkwürdige Live-Momente und Flugangst

Welche Rituale habt ihr, bevor es auf die Bühne geht?

Das Ritual beginnt im Grunde zwei Stunden bevor wir auf die Bühne gehen mit dem anlegen des Make-Ups. Dabei geht es um mehr als nur Optik, es ist tatsächlich eine Verwandlung in den Bühnencharakter. In der Zeit lässt man alles hinter sich, was nicht auf die Bühne gehört und wir zelebrieren das regelrecht. Kurz bevor wir auf die Bühne gehen pushen wir uns gegenseitig, stehen im Kreis und singen.

Was muss ein guter Backstage-Bereich haben, damit du dich dort entspannen/konzentrieren kannst?

Das mag spießig klingen, aber in erster Linie Ruhe. Gerade auf Festivals gibt es oft Backstagebereiche, die so nah an einer der Bühnen sind, dass du in voller Lautstärke beschallt wirst – da ist es dann eher schwierig, sich auf die eigene Show vorzubereiten.

Was war das Peinlichste, was euch auf der Bühne passiert ist?

Vor vielen Jahren ist mir mal bei einer vermeintlich coolen Pose auf der Monitorbox meine Hose im Schritt gerissen. Das war zwar für den Rest der Band lustig, für mich war der Rest der Show allerdings ein wenig unbequem.

Von welchem Live-Moment wirst du deinen Enkeln noch stolz erzählen?

Spontan fällt mir das unsere Show auf dem Summerbreeze 2015 ein – und das hat nostalgische Gründe. Wir spielten 2005 eines unserer ersten Konzerte als Opener auf dem Summerbreeze. Dass wir zehn Jahre später als einer der Headliner dort stehen würden, hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht geglaubt. Deshalb hatte diese Show 2015 etwas sehr sehr magisches und wird immer eine der Shows bleiben, an die sich der uralte Matthew noch erinnern wird, auch wenn er sonst nicht mehr viel zusammenbringt…. ich entschuldige mich also jetzt schon bei meinen zukünftigen Enkeln dafür, dass der Opa wieder vom Summerbreeze zu erzählen beginnt, und alle das Weite suchen, haha…

Was war die größte Crowd, vor der ihr je gespielt habt?

Das müsste Wacken 2017 oder Graspop 2016 gewesen sein. Ab einer gewissen Größe des Publikums kann man das nur noch schwer einschätzen.

Was war der traurigste Live-Moment, an du dich erinnern kannst?

Besagter Auftritt auf dem Summerbreeze 2015, er im übrigen auch auf unserer DVD „The Metal Mass“ gelandet ist hatte einen – ich würde nicht sagen traurigen, aber nachdenklichen Moment, als Attila den finalen Song „Lupus dei“ dem verstorbenen Summerbreeze-Macher und ehemaligen Metalblade Chef Michael Trengert, der uns seinerzeit als junge Band unter Vertrag nahm, widmete. Da hatte ich Tränen in den Augen – allerdings tränen der Rührung und Dankbarkeit.

Was war eure größte Reisestrapaze?

Da macht man im Lauf der Jahre so einiges mit. Mittlerweile reisen wir ja durchaus komfortabel und können uns da echt nicht beklagen. Es gab aber Zeiten in denen wir als Selbstfahrer die ein oder andere durchaus gefährliche Aktion mitgemacht haben. Ich erinnere mich, dass wir 2011 oder 2012 mal vom Metalcamp in Slovenien gleich nach unserer Show losgefahren sind um die komplette Nacht durchzufahren, weil wir am nächsten Mittag auf dem Masters of Rock in Ost-Tschechien spielen sollten. Wir haben es geschafft, aber das waren grenzwertige Aktionen.

Was war die kleinste Bühne, auf der ihr je gespielt habt?

Wir haben mal in Lubljana in einem Laden gespielt, dessen Bühne nicht viel größer war als Roel’s Drumset. Zum Glück haben wir und unsere Crew in solchen Situationen einen gewissen Spaß daran, trotzdem die maximal mögliche Show auf die Bühne zu stellen, die machbar ist – und am Ende sind solche improvisierten Shows auch eigentlich immer sehr geil.

Gibt es landestypische Dinge, auf die du dich im Vorfeld einer Tour immer besonders freust?

Wir freuen uns immer, wenn wir was von Land und Leuten mitkriegen, und sei es nur in Form von Landestypischem Essen. Es gibt ja Bands, die auf ihr tägliches Fastfood bestehen, weil sie da wissen, was es ist. Das kann ich nicht verstehen, denn wenn ich schon die Möglichkeit habe, viele Länder zu bereisen, dann will davon auch so viel wie möglich mitnehmen. Auf Tour hat man leider selten Zeit, wirklich mal Sightseeing zu betreiben, oder die Nacht zuvor war zu lang, um rechtzeitig aufzustehen – wenn das wenigstens das Catering ein wenig Feeling des Landes transportiert, dann ist das immer wieder super!

Gibt es etwas, vor dem du wirklich Angst hast?

Ja, vor Flugzeugen. Ich fliege äußerst ungern, und da man als Band ja zwangsläufig oft fliegt, nimmt man auch den ein oder anderen wackeligen Flug mit, was mir immer wieder Angstschweiß und Muskelkater bereitet.

Über welche Kritik an dir/deiner Band hast du dich richtig geärgert?

Ein nicht namentlich genannter Journalist hat mal in einem – wohl witzig gemeinten – Kommentar über uns geschrieben, dass unsere Musik so konservativ sei, dass wir uns wohl danach sehnten, dass es 1933 sei…. mal davon abgesehen, dass ich diesen Gedankensprung nicht nachvollziehen kann, fand ich das inhaltlich – Scherz oder nicht – sehr daneben. Der Herr ist seitdem auf unserer schwarzen Liste, denn man muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Davon aber mal abgesehen ärgere ich mich im Grunde nie über schlechte Kritik, denn Musik ist Geschmackssache. Ich lese ab und an sogar gerne schlechte Kritiken, wenn sie gut und mit Charme geschrieben sind.

Was war dein frustrierendstes Studio-Erlebnis?

Mit Jens Bogren zu arbeiten kann der Himmel und die Hölle zugleich sein, haha…. er versteht es sehr gut, dich an die Grenze deiner Fähigkeiten zu bringen, genau das soll er auch, und das Ergebnis spricht am Ende für sich…. manchmal muss man da aber ein ziemlich dickes Wolfsfell haben.

Welchen Charakterzug schätzen deine Bandkollegen an dir am meisten?

Da müsstest du im Grunde meine Kollegen fragen, aber ich sag einfach mal meine Kreativität, denn offensichtlich mögen sie, was ich so schreibe….

Was war das verrückteste Fan-Geschenk, das ihr erhalten habt?

Spontan fallen mir da handbemalte Matroschkas der einzelnen Bandmitglieder ein, die wir mal in Russland geschenkt bekamen – das war ziemlich cool.

Galerie mit 20 Bildern: Powerwolf - Summer Breeze Open Air 2018
14.08.2018

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