Powerwolf
Am Stammtisch zu POWERWOLFs "Blessed & Possessed"

Special

Powerwolf

POWERWOLF kündigen neue Beute für ihr Rudel an, ein herrlicher Anlass mal am metal.de-Stammtisch über Sinn und Unsinn zu quatschen. Über Pandabären, „Phallus Sanctus Pornus“, die Frage ob POWERWOLF überhaupt noch zeitgemäß sind und die Frage, ob man im Metal lachen darf. Und falls ja, über was und wen? Das zänkische Quartett, bestehend aus El Endres (EE), Florian Schörg (FS), André Gabriel (AG) und Nadine Schmidt (NS), hat sich darüber (mehr oder weniger sachlich) ausgetauscht.

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NS: Floh, leg mal los, was ist dein Lieblings-POWERWOLF-Song und wie stehst du zu der Truppe?

FS: Als alter Progger müssten die mir ja eigentlich viel zu stumpf sein, aber leider machen sie ihre Sache so verdammt gut, dass ich sie insbesondere live ziemlich abfeiere. Lieblingssong? Puh, das wechselt, aber ob „Resurrection By Erection” oder „Sanctified With Dynamite” – sooo groß sind doch die Unterschiede auch wieder nicht…

NS: André, wie sieht es bei dir aus? Du hörst auch Unterschiede und heulst gerne mit?

AG: Da ich überwiegend Black Metal höre, wurde ich natürlich schwarzmagisch vom Corpsepaint angezogen. Mich haben POWERWOLF zum ersten Mal einfach live überzeugt auf einem Festival, die Bierseligkeit hat ihr Übriges getan. Und ich habe sogar einen Lieblingssong: „Dead Boys Don’t Cry”. Das mit den Unterschieden ist allerdings so eine Sache. Eigentlich hört man die nur, wenn man das Debüt mit allem anderen vergleicht, nach dem ersten Album klingt vieles … sagen wir ähnlich.

NS: Die folgende Feststellung ist kein Scherz – ich höre minimale Unterschiede. Attila singt kratziger, in „Christ & Combat” stoppt der Song kurz und es gibt einen freigestellten Bass , nicht mehr nur durchgedrücktes Gaspedal und die Keyboards sind präsenter und fetter, fiel euch das auch auf?

EE: Ich will auch sagen, was mein Lieblingssong ist, ihr Saufköpfe! Mir hat es ganz besonders „Son Of A Wolf” angetan, für mich einer der perfektesten Metalsongs ever. Geiles, eingängiges Riffing, tolle Hooks, das Ding geht sofort ins Blut und ist einfach ’ne Meisterleistung. Erkennt man sowohl alkfrei als auch mit zwei Promille im Kopf. Was die Unterschiede allgemein anbelangt – POWERWOLF haben trotz der unüberhörbaren Einflüsse ihre eigene Schublade gefunden und damit Erfolg. Den Fans gefällt’s, ihnen scheint es auch zu gefallen, weshalb überhaupt was ändern? Auch das neue Album ist im Prinzip negativ überspitzt formuliert wieder dasselbe wie zuvor. Ich finde, POWERWOLF haben ihren Stil weiter verfeinert, die Soli sind noch geiler, die Riffs zündender, sie haben einfach am bewährten Rezept festgehalten. Geil! Außerdem waren RUNNING WILD früher meine Lieblingsband, ich stehe einfach total auf diesen Stil und auf das Festhalten an Bewährtem – wenn es um traditionellen Metal geht.

FS: Das mit den Unterschieden sagt sich auch so leicht dahin. Im Endeffekt kann man das ja auch sehen wie bei AC/DC: Die Jungs haben ihren Stil gefunden und bleiben dem treu, da muss man auch das Rad nicht neu erfinden. Die Songs sind ja trotzdem klasse und natürlich nicht völlig austauschbar.

AG: Da gebe ich dir total recht, zumal ich es eh schätze, wenn ich mich auf eine Band verlassen kann. CANNIBAL CORPSE zum Beispiel, da weiß man immer, dass man auf so ziemlich die gleiche Art und Weise aufs Maul bekommt, herrlich. So sehe ich das bei POWERWOLF auch, nix verkehrt dran. Und klar, wenn man detailliert analysiert wie du bei „Christ & Combat”, dann findet man auch hier und da Unterschiede, aber auf der anderen Seite würde man auch mindestens genauso viel Gemeinsamkeiten oder gar extrem ähnliche Passagen etc. finden, die POWERWOLF so schon mal veröffentlicht haben. So ging es mir beim Hören der neuen Scheibe jedenfalls.

EE: Stimmt, aber vielleicht nicht ganz so krass wie bei MANOWAR, Hail And Kill!

AG: Ach pff, MANOWAR, dann hört euch lieber MAJESTY an! Sorry, falls hier Offtopic nicht erwünscht ist. ^^

NS: Endres, du hast die neue POWERWOLF tatsächlich als Metal-Party-Platte des Jahres bezeichnet. Große Worte, fass‘ doch mal kurz zusammen, wie du zu dieser Feststellung kommst?

EE: Sehr gerne, die Dame, haha! „Blessed & Possessed” zeichnet sich wie die Alben zuvor durch eine extreme Eingängigkeit aus, die aber keinesfalls billig wirkt. Das sind richtig starke Riffs, tolle Melodien, hervorragender Gesang, wunderbar untermalende Orgel, Mitsing-Texte und -Refrains, Chöre, das Ding hat einfach alles, was ein nahezu perfektes traditionelles Metalalbum benötigt. Live zünden POWERWOLF sowieso und verwandeln egal ob Festival oder Konzert das Ganze zu einer lustigen und gleichzeitig kraftvollen Party, und die neuen Songs sind wieder einmal dafür prädestiniert, live gespielt zu werden. Wäre das Album vor 20 Jahren herausgekommen, wäre die Platte auf unseren Partys auf Dauerrotation gelaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 2015 noch ein Album rauskommt, das dieses Gute-Laune-Metal-Party-Feeling übertrifft. Zum Wohl!

NS: „Wäre das Album vor 20 Jahren herausgekommen, wäre die Platte auf unseren Partys auf Dauerrotation gelaufen….” was meinst du damit, sind POWERWOLF irgendwie nicht mehr zeitgemäß?

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EE: Also klar ist der Stil grundsätzlich eher 80er, aber das meinte ich damit nicht. In gesetzterem Alter feiert man weniger richtige Metalpartys, zumal viele schon Kinder haben. Aber das Feuer, die Euphorie ist noch da. Und das spüre ich auch immer wieder, wenn ich POWERWOLF auflege.

NS: Eure Prognose – klettert das Ding wieder auf Platz 1 der deutschen Charts?

FS: Boah, möglich ist das, die Qualität würde schon passen. Das hängt aber vor allem auch von den sonstigen Veröffentlichungen – gerade im Mainstream-Bereich – ab, die da parallel erscheinen werden. Hat einer von euch eine Ahnung, mit was die Wölfe da diesmal konkurrieren? Könnte das vielleicht sogar der Grund für die kurzfristige Verschiebung um eine Woche nach hinten gewesen sein? Oder ist das jetzt nur eine Verschwörungstheorie?

AG: Ich finde die neue Platte besser als „Preachers…“, daher gehe ich zwangsläufig davon aus, dass das kommen wird, ja. Natürlich hat mein werter Vorredner recht, da spielen auch noch Variablen mit rein, die man jetzt nicht so beurteilen kann. Aber meine Prognose lautet ganz klar: Platz 1.

EE: Da könntest du vielleicht tatsächlich recht haben. Ich denke aber, dass „Blessed & Possessed” durchaus von Haus aus das Zeug hat, ganz nach oben in die Charts zu klettern. Wer klassischen Metal liebt, kommt dieser Tage an POWERWOLF einfach nicht vorbei, und das scheinen offensichtlich doch einige zu sein. Dann spielt es POWERWOLF natürlich in die Hände, dass Metalfans tatsächlich noch Musik kaufen, was in anderen Genres ja nicht mehr so stark der Fall ist. Dadurch kommen trotz allgemein sinkender Verkaufszahlen Metalalben mittlerweile recht hoch in die Charts.

NS: Soweit ich weiß, sind weitere große Namen mit dem gleichen VÖ-Datum nur CRADLE OF FILTH und KATAKLYSM, beides keine Konkurrenz. Jetzt gibt es aber viele Truppen im Metal, die einen auf lustig machen und ganz ordentlich spielen können. Irgendeinen Grund muss es doch geben, dass gerade POWERWOLF auch an die Spitze der Charts kommen?

EE: Stimmt, CRADLE OF FILTH sind wirklich lustig, haha, Spaß beiseite, da gibt es natürlich einige. Ich finde POWERWOLF haben die richtige Mischung aus Humor/Ironie und Image einerseits, aber auch richtig zündenden Metalhymnen andererseits. Die Songs sind so supereingängig, aber eben auch nicht zu kitschig. Und man kommt sich auch mit Ende 30 nicht zu albern vor, wenn man euphorisch mitsingt. Ich denke, POWERWOLF sprechen ein recht breites Publikum an in unterschiedlichen Altersklassen.

AG: Also zunächst einmal wird hier nicht gegen CRADLE gebasht, ja, haha! Bei POWERWOLF spielt die Sympathie eine ganz wichtige Rolle, denke ich. Die Band liefert puren Kitsch, natürlich gut gespielt und so weiter, aber eben Kitsch, die sind dabei aber unheimlich sympathisch und das Ganze wirkt charmant. Davon abgesehen ist die Hit-Dichte auf jedem Album einfach enorm.

EE: Dani Filth stinkt, haha. Zum Teufel mit Flanders!

FS: Hence the name… haha!

Galerie mit 23 Bildern: Powerwolf auf dem Knock Out Festival 2017

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17.07.2015

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