Herbsttour
Vintage-Vibes und fette Riffs

Konzertbericht

Billing: Kadavar und Monolord
Konzert vom 28.11.2018 | Backstage Werk, München

Rock ist tot? Von wegen! Bands wie KADAVAR sorgen seit Jahren für ein authentisches Genre-Revival und spielen sich mit fetzigen Riffs, unwiderstehlichen Melodien und einer Extraportion Retro-Charme in die Herzen zahlreicher Fans. Kein Wunder also, dass das bärtige Hauptstadt-Trio inzwischen fast jährlich alle wichtigen Venues Europas abklappert, um mit seinem geerdeten Mix aus Stoner, Psychedelic und Classic Rock für Furore zu sorgen. Für die aktuelle Europatour haben sich Christoph „Lupus“ Lindemann & Co. zudem hochkarätige Verstärkung aus Schweden geholt, denn die Doom-Urgewalt MONOLORD ist ebenfalls mit an Bord. Ob sich dieses vielversprechende Line-Up auch in der Praxis beweisen kann, lest ihr hier!

MONOLORD – Brachiales Doom-Gewitter

Als Vorband hat man es nicht immer leicht: Man spielt meist nur vor halb leerem Haus, der Großteil der Fans interessiert sich mehr für sein Bier als für die Show und letztendlich steht man beinahe immer im Schatten des Main Acts. Mit derartigen Problemen hat MONOLORD an diesem Abend definitiv nicht zu kämpfen. Das Werk ist gut gefüllt und bereits zum Opener „Cursing The One“ schütteln die ersten Metalheads ihre Mähnen. Zugegeben, die Flower-Power-Fraktion braucht ihre Zeit, um mit dem schweren, erdrückenden Doom-Sound warm zu werden, doch nach und nach taut das Publikum auf.

MONOLORD sorgt für eine eindrucksvolle Soundkulisse und spielt sich gekonnt durch eine überzeugende Setlist. Neben der atmosphärischen Gänsehautnummer „Rust“ ist der Überhit „Empress Rising“ das klare Highlight des knapp fünfzig-minütigen Sets. Am Ende überzeugen die Schweden vor allem dank ihres berüchtigten Stoner-Doom-Sounds – verzerrte Gitarren, brachial stampfende Basslines und geerdete Drum-Einlagen kommen einfach gut an!

Setlist:

Cursing The One
Lord Of Suffering
Wormland
Rust
Empress Rising

KADAVAR – Vintage-Vibes und lange Bärte

Nicht ganz so heavy, dafür aber um Längen melodischer und wesentlich temporeicher gehen KADAVAR ans Werk. Und wie! Mit „Skeleton Blues“ und „Vampires“ spielen sich die drei Wahlhauptstädter direkt in einen Rausch – und ziehen das Publikum von Beginn an in ihren Bann. Auf und vor der Bühne ist die Stimmung bestens, denn sowohl die Fans als auch die drei Ausnahmemusiker haben mächtig Bock. Und das spürt man deutlich! Ab „Into The Wormhole“gibt es kein Halten mehr: Es wird getanzt, gemosht, gesprungen und gefeiert.

Wer KADAVAR einigermaßen kennt, der weiß, dass die Jungs niemals ihre Songs einfach stupide runterspielen. Und so punktet das Trio auch an diesem Abend mit der ein oder anderen ausladenden Jam-Session. Die Mischung aus eingängigen Ohrwürmern mit Mitsingfaktor („Doomsday Machine“), psychedelisch-groovigen Nummern („Goddess Of Dawn“) und rockig-nostalgischen Retrokrachern („Come Back Life“) sorgt für die womöglich beste Setlist, zur der das bärtige Dreiergespann jemals abgerockt hat.

Als wäre das noch nicht genug, wartet KADAVAR zu guter Letzt mit einer Zugabe auf, die es nochmal richtig in sich hat. Zu „Die Baby Die“, „Black Sun“ und „All Of Our Thoughts“ verbrauchen selbst die ausdauerndsten Fans ihre letzten Kraftreserven, denn die drei Retro-Rocker geben bis zuletzt ungehemmt Vollgas. Das Ergebnis ist eine erschöpfte, aber mindestens ebenso glückliche Menge, die das Berliner Trio jubelnd und kreischend in die Nacht verabschiedet, bevor sie selbst den Nachhauseweg antreten. Eines ist sicher: Den Großteil der Anwesenden wird KADAVAR auch beim nächsten Mal in München wiedersehen.

Setlist:

Skeleton Blues
Vampires
Living In Your Head
Into The Wormhole
Tribulation Nation
Eye Of The Storm
Goddess Of Dawn
Purple Sage
Forgotten Past
Doomsday Machine
Into The Night
Come Back Life

Die Baby Die
Black Sun
All Of Our Thoughts

05.12.2018

"What is this that stands before me?"

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