Metal4Splash Open Air
Der große Festivalbericht 2014

Konzertbericht

Billing: Anchors & Hearts, Dark Tranquillity, Deadlock, Dr. Living Dead!, Dust Bolt, Hatesphere, Illdisposed, Lay Down Rotten, Nailed To Obscurity, Omnium Gatherum, Orden Ogan, Parasite Inc., Suidakra und Taina
Konzert vom 2014-07-25 | Beachclub Weichelsee, Rotenburg (Wümme)

SAMSTAG

Metal4Splash Open Air

ERUPTURE

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Als Starterband des zweiten Tages stehen ERUPTURE auf dem Tagesplan. Allerdings sind sie mit ihrer Hardrockschiene etwas fehl am Platz. Vielleicht sollte das ein geplanter langsamer Start in den Tag werden. Aber circa 30 Zuschauer vor der Bühne, da tut mir die Band schon etwas leid, denn sie hatten durchaus ein paar ohrwurmerregende Riffs in ihren Songs. Allerdings ist der Gesang etwas leise gewesen. Man kann nur sagen, dass es ein sehr gemächlicher Start in den Tag war.

(Jan Ole Möller)

IN SIGNUM

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Nach dem Hard Rock von ERUPTURE steht Groove auf dem Programm … die Lokalmatadore IN SIGNUM geben sich keine Blöße und hauen den Frühaufstehern ihren trockenen Groove Death Metal ins Gesicht, als wäre es nicht gerade erst kurz vor Aufstehen. Technisch top und auch ansonsten rundum solide holzt die Band ihren Gig von der Bühne, was das Publikum (der Teil, der bereits wach ist) großzügig mit der ersten Wall Of Death des Festivals und einem einsamen Crowdsurfer bedankt. Zwar könnte das gesangliche Spektrum etwas breiter gefächert sein, aber was soll das Gemecker: IN SIGNUM schaffen, was ERUPTURE nicht zu Stande brachten – sie wecken die Leute auf und bringen sie auf Betriebstemperatur.

(Stephan Möller)

NAILED TO OBSCURITY

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Diese Band ist wirklich ein Leckerbissen des Festivals. Sehr geile und kräftige Musik lädt zum genüsslichen Headbangen ein. Die Musik bereitet einem wirklich Gänsehaut mit ihren geilen, melodische Gitarrenlicks, die einem zum Teil an die Licks der großen Proghelden der Siebziger erinnern. Dieser melodische Teil gepaart mit der Death-Metal-Schiene macht diese Band zu einer wirklich intensiven Melodic-Death-Erfahrung zum Genießen. Leider sind nicht so viele Zuschauer da, wie es die Band verdient hätte. Aber diejenigen, die anwesend sind, wackeln pausenlos mit dem Kopf. Als Fazit kann man sagen, dass NAILED TO OBSCURITY einen sehr coolen Gig geleistet haben.

(Jan Ole Möller)

PARASITE INC.

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Schon im Vorfeld in den höchsten Tönen gelobt, machen sich PARASITE INC. engagiert ans Werk und beweisen, Pressempfehlungen sind mehr als heiße Luft. Der Vierer lässt wenig anbrennen und das Publikum hat selbst in der brutzelnden Mittagshitze richtig Bock. Keine Frage, die Qualität des Debütalbums „Time Tears Down“ lässt sich auch live problemlos reproduzieren – hoffen wir nur, dass die Herrschaften vor der Bühne auch nach dem Gig noch stehen können, die Haarmähnen fliegen jedenfalls und das völlig zurecht!

(Jan Wischkowski)

ANCHORS & HEARTS

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(Bild: René Wolters)

Gehören die wirklich hierher? Haben die hier überhaupt Publikum? Die Antwort: Es geht so. Zwar ist bei ANCHORS & HEARTS weniger los als bei ihren beiden Vorgängern auf der Bühne, aber wer da ist, hat scheinbar Spaß. So kommt der leich anmetallisierte Post-Hardcore der Band bei den Anwesenden ganz gut an, welche das Bemühen mit einem kleinen Circle Pit und mit Rumgehopse quittieren. Trotzdem haben wir da bei anderen Bands schon mehr gesehen – wahrscheinlich einfach das falsche Festival. Oder es liegt an der Sonne, die so langsam wieder richtig brutal zu brutzeln anfängt.

(Stephan Möller)

TREDSTONE

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Nächster Ausfall: DARK AGE müssen krankheitsbedingt kurzfristig absagen, dafür beweisen TREDSTONE Spontanität. Letzes Jahr noch Opener, nutzt der Modern-Metal-Trupp mit deutlicher Metalcore-Schlagseite die Gunst der Stunde und lässt am Samstag ein paar Staubwolken aufsteigen. Die Mischung des Fünfers trifft mitten ins Schwarze, zu eingängigen Arragements und Refrains gibt’s brachiale Breitseiten, die sowohl Nackenmuskulatur als auch Moshpitliebhaber anregen. Das Ergebnis: Der obligatorische Brezel-Pit wird dankend angenommen und das METAL4SPLASH frisst TREDSTONE aus der Hand. Einer der Gewinner des Festivals, wird langsam aber mal Zeit für ’nen vollwertigen Rundling!

(Jan Wischkowski)

SUIDAKRA

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SUIDAKRA locken im Anschluss eine ganze Menge Leute vor die Bühne und geben sich Mühe, die Anwesenden auch zufrieden zu stellen. So spielen die Düsseldorfer einen technisch einwandfreien Gig, der Sound passt, und Frontmann Arkadius lockt aus dem Publikum auch einiges an Geklatsche, „Hey, hey“-Spielchen und Bewegung heraus. Auch wenn die Idee, bei einem Song mit verhaltenem Tempo einen Circle Pit zu fordern, eher … sagen wir, gewöhnungsbedürftig ist. Für Feierwütige passt der Auftritt auf jeden Fall, musikalisch ist es mir auf Dauer aber etwas zu langweilig. Songs wie das abschließende „War Tunes“ feiert die Meute trotzdem ab, warum also nicht.

(Stephan Möller)

OMNIUM GATHERUM

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Die Finnen OMNIUM GATHERUM haben im Anschluss erstmal mit deftigen Soundproblemen zu kämpfen: Steht man vorne, hört man viel, viiiieeel Bass; hinten hingegen klingt der Melodic Death Metal sehr gesangslastig – ausgewogen ist was anderes, und vor allem die Gitarren sind, egal wo man steht, ziemlich dünn. Die Band ist aber trotzdem gut aufgelegt, sowohl spielerisch als auch in Sachen Interaktion mit dem Publikum und Stageacting gibt es nichts zu meckern, sodass auch die Zuschauer zufrieden scheinen. Songs wie „Evil Shadows“, „Sonic Sign“ oder das abschließende „Deep Cold“ kommen gut an, funktionieren aber mit kräftigeren Gitarren und ausgewogenerem Gesamtbild wohl trotzdem besser.

(Stephan Möller)

HATESPHERE

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Eine geballte Ladung Energie. So kann man den Auftritt von HATESPHERE beschreiben. Ein sehr kräftiger, sehr guter Sound und Zuschauer, die Spaß haben. Man merkt, die Jungs haben ordentlich was auf dem Kasten, denn die Zuschauer feiern und bangen pausenlos, und schmeißen sich in Pits als würden sie ihren letzten Abend zelebrieren. Sänger Esben Hansen macht sich Freunde im Publikum, indem er den Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der WM kommentiert und ein „Fuck Messi“ hinterherschickt. Fazit: Ein sehr energiegeladener Auftritt, der Spaß macht.

(Jan Ole Möller)

DARK TRANQUILLITY

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Die beste Nachricht ist gerade nicht, dass DARK TRANQUILLITY gleich die Bühne entern werden, sondern dass endlich angenehmere Temperaturen herrschen. Ja, so kann man schwedischen Melo Death genießen. Schön, wenn ihn dann auch noch Könner spielen: Zwar dürften die Keyboards und die Rhythmusgitarre ein wenig lauter sein – in schnelleren Passagen sind beide kaum zu hören -, aber trotzdem darf DARK TRANQUILLITYs Auftitt zu den besten auf dem diesjährigen Metal4Splash gezählt werden. Die Band ist gut aufgelegt und spielt eine gelungene Mischung aus neuen, ganz neuen, älteren und ganz alten Sachen, wobei das Augenmerk in der Tendenz auf den neueren Platten liegt. Schade, aber trotzdem schön, ein paar Songs der Prä-2000er-Phase der Band zu hören.

Metal4Splash Open Air

Gemecker beiseite: Beim Publikum kommt ganz eindeutig nicht nur „Punish My Heaven“ gut an, sondern auch die neueren Werke, sodass die Band sich kaum Mühe geben muss – die Leute fressen Mikael Stanne und seinen Mannen sowieso aus der Hand. Über die genannten Soundprobleme hinaus gibt es nur zwei Dinge, die die Euphorie über diesen Gig einschränken: Erstens, irgendwas (mein Tipp: das Mikro) ist ständig am Übersteuern und am Rückkoppeln; und zweitens, trotz lauten Forderungen gibt es keine Zugabe. Schade, aber „Misery’s Crown“ und ein sehr emotionales Keyboardoutro (während alle anderen Musiker schon von der Bühne gehen) sind trotzdem ein schöner Abschluss eines tollen Auftritts.

(Stephan Möller)

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10.08.2014

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