Powerwolf
Wake Up The Wicked Tour 2026

Konzertbericht

Billing: Powerwolf, Hammerfall und Wind Rose
Konzert vom 27.02.2026 / 05.03.2026 | ÖVB Arena / SAP Arena, Bremen / Mannheim

POWERWOLF sind ganz oben angekommen und einer der gefragtesten Headliner im Metalbereich. Daher überrascht es nicht, dass sie die Veröffentlichung ihres Livealbums „Wildlive“ mit der Fortsetzung ihrer „Wake Up The Wicked“-Tour flankieren. Mit dabei sind – wie 2024 – keine simplen Supports, sondern die Senkrechtstarter WIND ROSE und die altgedienten Recken von HAMMERFALL. Das Line-up verspricht ein Fest für Heavy- und Power-Metal-Fans.

Der Bericht stammt aus Bremen von Jannik Kleemann. Die Fotos von WIND ROSE und HAMMERFALL stammen von Thomas von Schaewen aus Mannheim. Die Fotos von POWERWOLF wurden uns von Napalm Records über deren Tourfotografen Vincent de Fallois / Vollvincent zur Verfügung gestellt.

WIND ROSE eröffnen pünktlich

In Bremen ist bereits um 18:20 Uhr Beginn, sodass alle pünktlich in der Halle sein wollen. Tatsächlich ist schon viel los, als WIND ROSE die Bretter entern – ein Zeichen dafür, dass nicht alle nur wegen des Headliners gekommen sind. Spätestens seit ihren viralen Videos zum THE-YOGSCAST-Cover „Diggy Diggy Hole“ und dem „Deep Rock Galactic“-Song „Rock And Stone“ ist die Band vielen ein Begriff. Auch das aktuelle Album „Trollslayer“ kam gut an.

Heute haben WIND ROSE sechs Stücke im Gepäck – die meisten stammen vom aktuellen Output. Der Sound hat noch Optimierungsbedarf, da die Gitarren anfangs zu leise sind. Das legt sich im Laufe der Zeit. Sänger Francesco Cavalieri gibt einen guten Entertainer, vergisst manchmal jedoch seine Kernaufgabe. Dabei hat der Mann eine mächtige Stimme – und wenn er sie nutzt, stehen die Haare mit ehrfürchtiger Gänsehaut zu Berge. WIND ROSE könnten ihn ruhig öfter solo singen lassen, statt jeden Refrain mit Chören zuzukleistern.

Der Crowd ist die Band bekannt, und sie feiern alle Stücke ab. Zu „Mine Mine Mine!“ holen viele Zuschauer:innen aufblasbare Spitzhacken heraus und machen die Spielchen der Band eifrig mit. Spätestens beim abschließenden Doppelschlag der beiden genannten viralen Hits brechen alle Dämme. Viele singen mit, tanzen, moshen und feiern. Einziger Kritikpunkt: Statt des Techno-Remixes von „Rock And Stone“ am Ende hätten WIND ROSE lieber noch ein weiteres, richtiges Lied spielen können.

Galerie mit 25 Bildern: Wind Rose - Wake Up The Wicked Tour 2026 in Mannheim

HAMMERFALL – die alte Garde eröffnet für die neue Generation

HAMMERFALL sind die dienstälteste Band des heutigen Abends. Mit „Glory To The Brave“ legten sie 1997 den Startschuss für eine zweite goldene Ära des Power Metals – wovon letztlich auch POWERWOLF profitierten.

Dementsprechend routiniert zeigen sich Joacim Cans, Oscar Dronjak und ihre Kollegen. 65 Minuten sind der Band zugeteilt, und diese nutzen die Schweden mit ihrer reichhaltigen Diskografie voll aus. Neben drei Nummern der aktuellen Platte „Avenge The Fallen“ setzen HAMMERFALL auf ein Best-of ihrer Karriere: „Heeding The Call“, „Any Means Necessary“, „Last Man Standing“ oder „Let The Hammer Fall“ sind zeitlose Klassiker.

Der Sound ist mittlerweile on point, und die ÖVB Arena komplett gefüllt. HAMMERFALL sind noch bekannter als WIND ROSE und eine wahre Institution. Joacim Cans verschwendet wenig Zeit mit Ansagen – stattdessen feuern HAMMERFALL meist zwei bis drei Songs am Stück ab. Wenn er sich ans Publikum richtet, sind seine Worte stets freundlich und dankbar.

Das Bühnenbild ist gelungen und passt zu den Cover-Artworks der Band. Oscar Dronjak beeindruckt mit einer Gitarre in Hammerform. Bei diesem Gig passt alles, und als sie nach „Hearts On Fire“ die Bühne verlassen, könnte man meinen, der Headliner habe bereits gespielt.

Galerie mit 30 Bildern: Hammerfall - Wake Up The Wicked Tour 2026 in Mannheim

POWERWOLF fackeln die Arena ab

POWERWOLF ziehen für ihren Auftritt alle Register – das wird schon beim Intro klar: Attila Dorn fährt auf einem Podest herab, und bereits bei „Bless ‚Em With The Blade“ schießt so viel Pyrotechnik aus allen Rohren, dass es sofort fünf Grad wärmer wird.

Das Publikum ist textsicher und singt jeden Refrain lautstark mit. In den vorderen Reihen bildet sich ein großer Moshpit, der weitgehend friedlich bleibt. Nur ein dicker, volltrunkener Depp stolpert ständig absichtlich in die am Rand stehenden, friedlich feiernden Leute. Zum Glück dauert es nicht lange, bis er in die Schranken gewiesen wird.

Powerwolf Bremen 2026

Zu fast jedem Song der 19 Lieder starken Setlist haben POWERWOLF ein passendes, digital animiertes Backdrop. Beispielsweise schmiedet ein überlebensgroßer Wolf zu „Incense & Iron“ ein Kreuz. Auch auf der Bühne passiert abseits der Bandperformance so viel, dass man sich kaum sattsehen kann: Mal spielt Falk-Maria Schlegel zu „Amen & Attack“ auf einer Orgel, die im Rhythmus Feuer spuckt, mal zündet Attila Dorn während „1589“ seinen armen Keyboarder auf dem Scheiterhaufen an. Währenddessen spielt ein unbekannter Kuttenmann das Keyboard. Viel der Theatralik lebt vom Zusammenspiel der beiden.

Ein Highlight ist die Ballade „Where The Wild Wolves Have Gone“, die schon auf „The Sacrament Of Sin“ ein starkes Statement war. Falk-Maria Schlegel spielt ein brennendes Klavier, und Attila Dorns Gesang wirkt hier besonders eindringlich.

Powerwolf Bremen 2026

Leider enden POWERWOLF-Konzerte seit geraumer Zeit nicht mehr mit „Lupus Dei“, doch die Zugabe – bestehend aus „Sanctified With Dynamite“, „Blood For Blood (Faoladh)“ und „Werewolves Of Armenia“ – holt noch einmal alles aus den Anwesenden heraus. Unter donnerndem Applaus beenden POWERWOLF ihr Konzert und machen unmissverständlich klar, warum sie zur Speerspitze der deutschen und internationalen Metalszene gehören.

13.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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