Ayreon - The Final Experiment

Review

Jaja, insideout, Ayreon, Veröffentlichungswahn, blablabla… Fakt ist: Dank dem deutschen Prog-Label haben wir jetzt alle Alben des Niederländers Arjen Anthony Lucassen fanfreundlich gestaltet im Haus und können auf ‚The Final Experiment‘ gespannt lauschen wie alles angefangen hat. Wirtschaftlich gesehen war es eine knifflige Zeit für Arjen, der geglaubt hat dass man auch kurz vor dem Millenium noch eine Rockoper basteln kann, und damit bei den Labeln hauptsächlich skeptische Blicke geerntet hat. Nach einer einjährigen Seelenwanderung hat es dann doch bei einem japanischen und holländischen Verleger geklappt, und wenn er nicht gestorben ist, komponiert er noch heute (was stark anzunehmen ist).
Musikalisch lässt sich die Platte als weniger progressiver (und damit eingängiger) kleiner Bruder des später erscheinenden ‚Into the electric Castle‘ beschreiben, ohne damit aber in irgendeiner Form charakterlos zu wirken. Die Songs ‚Eyes of Time‘ und das famose ‚Dreamtime‘ durfte der Fan ja bereits auf der Star One Tour bewundern (beide Lieder jedoch etwas gekürzt), sind aber beileibe nicht die einzigen Ohrwürmer auf dem Album. Auf dem 11minütigen Kracher ‚The Banishment‘ darf sich zum ersten Mal der ebenfalls bekannte Robert Soeterboek austoben und kann unter den vielen unbekannten Sängern die sich hier verewigt haben, neben Eduard Reekers die größten Akzente setzen. Das Hauptthema wagt eine seltsame Gradwanderung zwischen Eingängigkeit und Progressivität (zu Deutsch: Die Melodie besteht aus 3 4/4 Takten) und kann damit von vorne bis hinten punkten – lediglich die abschließende Grunzeinlage ist ein ziemlicher Griff ins Klo. Ebenfalls erwähnenswert ist das super-fröhlich-folkrockige ‚The Charm of the Seer‘, welches nochmal die Verspieltheit dieser Scheibe betont und hoffentlich auch auf der nächsten Star One Tour nicht vergessen wird.
Ebenfalls klasse ist die ’semi-akustische‘ Bonus CD, in der 9 der Songs nochmal im komplett folkigen Gewand präsentiert werden. Für einige Songs heißt das hauptsächlich dass diesmal statt dem Keyboard echte Instrumente benutzt werden (‚Ye Courtyard Minstrel Boy‘), andere werden neu interpretiert und zu tanzbaren Mittelaltermarkt-Empfehlungen umintoniert. Mangelnde Kreativität konnte man dem gut gelaunten Holländer zumindest noch nie vorwerfen.
Selbst wenn das eigentliche Hauptwerk im Mittelteil etwas abfällt und nicht das großartige Niveau der kompletten ersten 4 Songs halten kann. Dennoch ist ‚The Final Experiment‘ jedem ans Herz zu legen, der mal wieder eine ordentliche Rockoper hören oder seine Ayreonsammlung aufs letzte Stück bereichern will. Neulinge sind aber mit aktuelleren Werken besser aufgehoben.

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15.04.2005

Der metal.de Serviervorschlag

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