Ayreon - The Source

Review

Da isser wieder, der baumlange Niederländer. Und gute Musik hat er auch noch im Gepäck. So könnte man salopp formulieren, wenn Arjen Anthony Lucassen ein neues Album von AYREON auf die geneigte (Prog) Welt loslässt. “The Source” heißt das neue Werk von Herrn Lucassen, und man darf sich eine Frage im Vorfeld auf jeden Fall stellen: Ist das neunte Studioalbum des Meisters ebenso verkopft wie sein direkter Vorgänger “The Theory Of Everything”?

Back To The Roots

Die Antwort dürfte nicht überraschen. Sie lautet: nein. Arjen hat sich die Kritik bezüglich fehlender Refrains, bzw. Eingängigkeit zum letzten Album wohl zu Herzen genommen. Auf “The Source” geht der Hüne einen Schritt zurück, um AYREON im Prinzip zwei Schritte nach vorne zu bringen. Die typischen Melodiebögen sind wieder da, und wie. Herr Lucassen hat wieder einmal Ohrwürmer in seiner ureigenen Art en masse produziert. Man könnte ihm natürlich vorwerfen, hier einfach auf Nummer sicher gegangen zu sein. Wenn man aber unter dem Strich über alles erhabene Kompositionen vorweisen kann, bleibt der Vorwurf haltlos. Gleiches gilt für die partizipierenden Sänger und Instrumentalisten. Hier wird Qualität auf ganz hohem Niveau geboten, wie Songs wie das folkige, mit einer schönen Gitarrenmelodie versehenen “All That Was” oder das Uptempo-Stück “Run! Apocalypse! Run!”. Musikalisch geht “The Source” eher back to the roots, könnte man sagen. Wer “Into The Electric Castle” oder “The Human Equation” mag, wird am neuen AYREON-Album schwerlich vorbei kommen.

…und doch schon bekannt

Und genau das ist auf der anderen Seite auch ein wenig die Krux an der Sache. AYREON bieten heuer nichts wirklich Neues. Überraschungen, wie man sie bislang immer auf den Alben des Niederländers erwarten durfte, lassen sich nur marginal auf “The Source” finden. Wenn dann sind es nicht ganze Songs, sondern immer wieder Fragmente, die den Hörer aufhorchen lassen. Quasi kleine Inseln im jeweiligen Song, die hier das Salz in der Suppe ausmachen. Also bitte nicht falsch verstehen. “The Source” ist ein überdurchschnittliches Prog-Rock-Album geworden, dass vor Ideen nur so strotzt. Als Fan von Arjen Lucassen und seinem Schaffen ist man aber verwöhnt, und so kann es sein, dass die Platte nicht von Beginn an zündet. Im Prinzip ist das aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn Arjen findet immer wieder zu den großen Melodien (u.a. “Journey To Forever”) und Instrumentalparts zurück.

Starke Leistung der Akteure

Wer darüber hinweg sehen kann, dass „The Source“ dem Hörer lediglich ‘Arjen-typisches’ Material bietet, wird auf dem neunten Album von AYREON einiges entdecken. Zumal alle beteiligten Künstler allesamt herausragende Performances darbieten. Das gilt auch für Hansi Kürsch, den ich auf “01011001” eher als Fremdkörper wahrgenommen habe. Seine Parts passen heute aber perfekt zur Musik. Neben Floor Jansen und dem alles überragenden Russell Allen, gebührt ein extra Lob Tobias Sammet, der sich ebenfalls optimal in seine Rolle im AYREON Kosmos eingefunden hat und eine sehr starke Leistung abruft. Wobei die anderen Musiker den hier genannten natürlich in nichts nachstehen.

Unter dem Strich bietet “The Source” also AYREON in Reinkultur. Was will der Fan mehr? Klar, immer wieder Neuerungen, immerhin reden wir hier über Progrock. Berücksichtigt man aber das etwas überambitionierte “The Theory Of Everything”, ist das neue Album die bessere Scheibe, da weniger verkopft und wieder mehr auf große Melodien ausgelegt. Acht Punkte mit Tendenz zu 9/10.

 

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30.05.2017

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2 Kommentare zu Ayreon - The Source

  1. metalfreak sagt:

    Dieses Teil ist wesentlich eingaengiger als sein Vorgaenger, 1 in Holland 10 in Deutschland der Lucassen hat diesmal versucht mehr so eine etwas langsamere teils fast doomigere Star one Version rauszubringen, 8 Punkte sind hier absolut gerechtfertigt.-

    8/10
  2. FreesingFab sagt:

    The Source ist für mich ehrlich gesagt das erste Ayreon-Album, auf das ich mich voll eingelassen habe und ich bin begeistert. Das Gastmusikeraufgebot und die Vielseitigkeit der Stücke sind der Hammer (Metal, Folk, Progrock…). Lässt man sich zusätzlich zu der mitreißenden musikalischen Darbietung auch noch auf die Story ein, wird es noch besser. Für mich das Album des Jahres! Da bleibt bloß eines: Volle Punktzahl!

    10/10