Eluveitie - Slania

Review

Galerie mit 24 Bildern: Eluveitie – Maximum Evocation Tour 2017 in Berlin

Seit dem Jahre 2003 ist wohl kein Freund von Pagan oder Folk Metal an ELUVEITIE aus der Schweiz vorbeigekommen. Fünf Jahre später ist viel passiert: nachdem die selbstfinanzierte EP „Vén“ nach wenigen Monaten ausverkauft war und über das holländische Label Fear Dark ein Jahr später remastered auf den Markt kam, folgte 2006 das erste Full-Length-Album „Spirit“ und erntete nicht umsonst viel Lob. 2008 wollen ELUVEITIE die erfolgreiche Historie fortführen, indem gleich zwei Akustikalben und das mir hier vorliegende „Slania“ unter Nuclear-Blast-Flagge veröffentlicht werden.

Nach mehreren Line-Up-Wechseln bestehen ELUVEITIE nun aus acht ambitionierten und talentierten Musikern, die wie gewohnt neben klassischen Metal-Instrumenten auch Hurdygurdy, Violine, Flöte und Mandola malträtieren. Dass dieses sehr gekonnt funktioniert, braucht man nicht mehr anzumerken. Frischen Wind haben ELUVEITIE in die Pagan/Folk-Metal-Szene gebracht, indem diesmal nicht Odin und andere Gottheiten gepriesen werden, sondern dem kleinen Land, das am südlichsten Zipfel Deutschlands angrenzt. Dass die Schweizer nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt sind, würde man gar nicht annehmen, wenn sich jeder mal ELUVEITIE anhören würde.

Chrigel Glanzmann, Kopf der helvetischen Bardenbande, ist wie schon auf „Spirit“ neben vielen authentischen Instrumenten für den Gesang zuständig. Und wie der Elch in den Wald röhrt, kommt es auch aus meinen Boxen wieder heraus: noch mehr Göteborg-Death-Metal ist es geworden. Die akustischen Instrumente finden immer noch Beachtung, sind aber nicht mehr so präsent wie auf „Vén“. Eher werden die Gitarren und das Schlagzeug von den Instrumenten umspielt. Richtig harte Death-Metal-Knüppelparts und extremes Riffing wie bspw. auf „Lament“ oder „Druid“ („Vén“) fehlen (leider). Wer aber „Vén“ oder „Spirit“ zu überladen fand, wird mit „Slania“ seine Freude haben.

Perfektes Timing macht aus „Slania“ ein abwechslungsreiches Album, obwohl der Aufbau der Songs meist gleich ist und man sicherlich das eine oder andere schon auf den vorherigen Veröffentlichungen von ELUVEITIE gehört hat. Aber wer will schon eine neue ELUVEITIE-Band, wenn das vorherige Material schon so gut war?

Nach dem Intro „Samon“ á la FALKENBACH, bekommen wir auf „Primordial Breath“ das gewohnte Gebretter aus Gitarren und Drums in Symbiose mit den Folk-Instrumenten, schönen stimmigen Chören und den passenden Vocals von Chrigel zu hören. Sehr toller Einstiegssong für „Slania“ mit viel Power.
„Inis Mona“ besticht durch einen Refrain, der sofort ins Ohr geht und sowohl auf einem Mittelalterfest als auch bei einem Gelage mit viel Met in den Nacken geht. Besonders auffällig sind die sehr technischen Gitarrenriffings. Eher im Midtempo gehalten, animiert er zum Mitgrölen.
Während des Hörens von „Grey Sublime Archon“ will mir eine Verwandtschaft mit Metalcore einfach nicht aus dem Gehör. Klingt komisch, ist aber so! Passt aber super in das Gesamtbild von „Slania“.
Da die Nackenmuskeln nach drei Songs schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden, kommt ein traditionelles Intermezzo „Anagantios“, indem verstärkt die rein akustischen Instrumente und leise Chöre dem Entspannungsprozess auf die Sprünge helfen, denn der darauf folgende Song „Bloodstained Ground“ ist martialischer denn je und beginnt sofort reinzuhauen. Chrigel klingt hier sehr nach dem AMON AMARTH-Sänger Johan.
Bei „Somber Lay“ könnte man meinen, dass es „Grey Sublime Archon Part II“ ist. Leider etwas unglücklich platziert, würde er an anderer Position mehr auffallen.

Neben Chrigel dürfen wir auf „Slanias Song“ der sehr angenehmen Stimme einer der beiden Damen von ELUVEITIE lauschen. Keine Angst! Kitschalarm ist nicht gegeben. Tiefes Timbre und Kraft in der Stimme macht es auch für die Männer erträglich. „Tarvos“ folgt dem grundlegend ähnlichen Sound auf „Slania“.
Auf „Calling The Rain“ wird mehr Wert auf die Instrumentierung der Akustikfraktion gelegt, da sie viel eher auffallen und die Gitarren hier mal im Hintergrund rumschraddeln. Der Anspieltipp ist wohl „Elembivos“, da die Melodien und Harmonien sehr episch anmuten. Endlich gibt es mal typische Heavy Metal-Gitarrensoli! „Elembivos“ bietet einen guten Abschluss, hätte aber ruhig etwas eher eingesetzt werden können!

ELUVEITIE werden mit „Slania“ sicherlich eine weitere Inspirationsquelle für Nachwuchs-Folk Metal-Bands sein!

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01.02.2008

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6 Kommentare zu Eluveitie - Slania

  1. stendahl sagt:

    Nie wieder Flötenbands, sagte Kollege Nightstalker auf dem Summer Breeze, als ELUVEITIE sich in ihren Songs sympathisch verhaspelten. Zum Feiern live ist das ja noch okay, allerdings nix fürs Studio, mein Gott, Leute, hört FINNTROLL, MOONSORROW oder die geilen ENSIFERUM! Da gibts auch was mit der Flöte; nur ist diese aus Stahl und zielt ins Auge.

    4/10
  2. herr kröte sagt:

    Sorry, das ist genau die Sorte blöder, unreflektierter Disserei, die die Welt nicht braucht… Gegenüber dem Debut haben sich Eluveitie gesteigert, die Übergänge zwischen Folk- und Metalparts sind weniger abrupt, als es insbesondere noch auf Ven der Fall war. Ein sehr gutes, harmonisches Folkmetal- Album und deshalb eine dicke Empfehlung für jeden Fan dieser Musikrichtung, sich die Scheibe zuzulegen. Grüße: der Herr Kröte

    9/10
  3. stephanweber sagt:

    Die Cd ist sehr gut. Schöne, eingängige melodien und genug Headbangstoff verbienden eine einzigartige symbiose. Wer Folkinstrumente nicht mag, soll die Cd bitte nicht beachten. Das war schon bei Spirit das Problem. Alles in allem aber überdurschlittliche Cd. Für 10 Punkte fehlt aber noch das tüpfelchen auf dem I.

    9/10
  4. tyranid sagt:

    Ich bin ja generell kein Fan von Pagan oder Viking oder was auch immer…Und ebensowenig mag ich Schweden Death..jedenfalls finde ich dieses Album nicht sehr berauschend. Die Folk spielerein hat man schon tausendmal irgendwoanders gehört… geparrt mit dem Death Metal kommt eine Mischung raus die mir eher nicht behagt.
    Das Album und die Band werden nur komischerweise von allen in den Himmel gelobt und extrem überbewertet. Für mehr als eine 4 reichts meiner Meinung nach nicht.

    5/10
  5. Anonymous sagt:

    Warum hörst du es dir dann überhaupt an, wenn dir die Mischung sowieso nicht gefällt? Die werden auch nicht hochgelobt. Die Leute die es lieben sind einfach in der Überzahl, und das auch zu Recht, zumindest im Anbetracht ihrer "Spirit"-CD.

    Das neue Album gefällt mir sehr gut, aber irgendwie auch nicht. Genauer gesagt ist mir die Produktion viel zu glattgebügelt. Das Album fängt für mich erst bei Slania’s Song an, aber da ist es dann halt geballt geil. Alles vor Slania’s Song ermüdet mich eher, und ist einfach nicht das, was ich mir von dieser Band erwartet hatte. Deshalb auch nur 7 Punkte.

    7/10
  6. leo.sûômî sagt:

    find die CD nicht übermäßig toll, aber auch nich wirklich schlecht.. Während mich songs wie Inis Mona nach einer Woche ziemlich angekotzt haben und die Metalcore einflüsse, z.B. in Bloodstained Ground, viel zu hoch sind, find ich songs wie Primordial Breath doch sehr nett..

    6/10