Long Distance Calling - Avoid The Light

Review

Galerie mit 34 Bildern: Long Distance Calling – 15 Years „Avoid The Light“ Anniversary Shows 2024 in Stuttgart

LONG DISTANCE CALLING kommen aus Mannheim, Münster und Dortmund, sind relativ jung und spielen Rockmusik. So viel als Vorabinformation. Metallisch angehaucht ist ihr Sound für Hirn, Herz und Hörvergnügen eine wahre Delikatesse. Ihren Ruf mit „Satellite Bay“ noch aufbauend, sind sie jetzt mit „Avoid The Light“ am Start. Einem Nachfolger, welcher Überzeugungsarbeit allererster Güte leistet, sofern man überhaupt noch davon reden kann. Denn einmal reingehört, entwickelt der sogenannte Postrock-Sound über das gesamte Album hinweg eine Eigendynamik, die ihres Gleichen sucht.

Mit „Satellite Bay“ spielten sie sich warm, testen sich selbst und lieferten ein durchweg solides Album ab. Nun ist es für sie wohl an der Zeit vollends durchzustarten. Ein erster Blick auf die Uhr verrät, dass es sich bei knapp einer Stunde Spielzeit „nur“ um sechs Songs handelt, das kann ja heiter werden. Heiter wird es nicht sofort, eher ruhig und sphärisch beginnen sie bei „Apparitions“, um sich in den kommenden zwölf Minuten zu entfalten, auszubreiten und den Hörer mitzunehmen auf eine musikalische Reise, der er sich nur schwerlich entziehen kann. Ambient-geschwängerte Momente halten Einzug, ein Auf und Ab der Gefühle wird dargeboten, bis das Stück zum Ende hin noch mal regelrecht ausbricht und offene Münder zurücklässt.

Die besagten zwölf Minuten sind schneller um als man denkt und eben noch auf der rockigen Space-Autobahn unterwegs, schieben sie bei „Black Paper Planes“ ihre progressiv-härtere, jedoch nicht minder verspielte und fesselnde Seite an die Oberfläche. Rein theoretisch fehlt bei „359°“ das letzte Quäntchen, faktisch ist aber alles vorhanden, was auch diesen emotional-melancholischen Fall zum Highlight werden lässt. Daran anschließend, allerdings mit etwas mehr Durchzugskraft scheint es für LONG DISTANCE CALLING ein Leichtes die Hörerschaft während „I Know You, Stanley Milgram!“ nicht in den Alltag zu entlassen.

Musikalische Exzellenz so weit das Auge reicht. Man vermisst nicht einmal die Vocals, sofern man nicht von deren Existenz ausgegangen ist, denn einzig „The Nearing Grave“ wird unter Zuhilfenahme von Jonas Renkse (KATATONIA) stimmlich unterlegt. Auch das finale Stück „Sundown Highway“ kommt gänzlich ohne Stimme aus, was auch hier keinen Abbruch tut, denn der Aufbau vom emotionalen Beginn bis hin zum tosenden Finale lässt fast keine Wünsche offen. TOOL und A PERFECT CIRCLE lassen nicht nur bei diesem Stück grüßen

LONG DISTANCE CALLING gehören offiziell zur Gattung jener Bands, die dem Postrock zugeodnet werden. Dieser Begriff passt einfach nicht in mein Weltbild. Doch wenn das so sein soll, dann sind sie wesentlich intensiver, reifer, emotionaler und professioneller als so manch andere Vertreter dieses Genres. Das ist instrumentaler Rock mit progressiven und psychodelischen Einflüssen. Und zwar von der sensationellen Sorte! Auf den Versuch das noch zu toppen bin ich echt gespannt!

23.04.2009

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38740 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Long Distance Calling auf Tour

18.08. - 21.08.27metal.de präsentiertSummer Breeze Open Air 2027 (Festival)Summer Breeze Legends & Orchestra, Electric Callboy, Edguy, Children Of Bodom, Blue Medusa, Lord Of The Lost, Wind Rose, Saltatio Mortis, Hammerfall, Eluveitie, Halestorm, Finntroll, H-BlockX, Mono Inc., Warkings, Dark Funeral, Swiss & Die Anderen, Clawfinger, Atreyu, Emil Bulls, Shadow of Intent, Carnifex, Equilibrium, Gaerea, Long Distance Calling, Combichrist, Wolfheart, Samurai Pizza Cats, Kupfergold, The Browning, Ellende, Ahab, Regarde Les Hommes Tomber, Hiraes, Lavina, The Night Eternal, Fleshgod Apocalypse, Nasty, Gutalax, Spitting Glass, Angelus Apatrida, Anaal Nathrakh, Necrotted, Left To Suffer, Mittel Alta, Any Given Day, Evil Invaders, Insomnium, End Of Green, Burning Witches, Defiance HC, Accvsed, Sunborn und AsenblutSummer Breeze Open Air, Dinkelsbühl, Dinkelsbühl

4 Kommentare zu Long Distance Calling - Avoid The Light

  1. tobsta sagt:

    Also erstmal vorweg: Eine Super-Scheibe, die ich sehr gerne und viel höre! Meiner Meinung nach wird allerdings die Kreativität und Musikalität (leicht) überbewertet, da es auch nicht sooo viele innovative Parts gibt und die Songs sich vom Aufbau her schon ziemlich ähneln. Für meinen Geschmack könnte die Platte zwischendurch ein paar heftigere Ausbrüche verkraften! Aber alles in allem kann sich die Sache gut hören lassen und ich hab endlich was, was ich einlegen kann, wenn mädels zu besuch sind;)

    5/10
  2. tobsta sagt:

    ?? wollte eigentlich mehr punkte geben, hat wohl nicht geklappt… daher hier nochmal volle punktzahl

    5/10
  3. Winfried sagt:

    Bestes Album von Long Distance Calling !
    Long Distance Calling vermischen in genialer Art und weise mehrere kleinere Genres zu einem genialen Paket. Die Musik erinnert mich an modernen Postrock mit djentigen Passagen. Die Loops werden nie langweilig. Das ganze ist sehr eingängig und fesselnd. Ich fühle mich oft an Cloudkicker, Mogwai und Devin Townsend erinnert. Bei dieser CD kann man nichts falsch machen ! Sie wird den Hörer vom ersten Moment in seinen Bann ziehen !

    9/10