Runemagick - Envenom

Review

RUNEMAGICK-Mastermind Nicklas „Terror“ Rudolfsson hat schon einiges erlebt. Vor allem aber hat er schon viele Trends kommen und gehen sehen. Seit den ersten Anfängen im Jahr 1990 wurschtelt er sich mit seinem Death/Doom-Baby durch die Szene, hatte zwischendurch auch mal komplett die Schnauze voll, kann es letztlich aber doch nicht ganz lassen. Seit 2000 versorgt er die eingeschworene Fangemeinde trotz immer wieder wechselnder Mitmusiker konstant mit Platten.
„Envenom“ ist das nunmehr achte Studioalbum und bietet gewohnt erstklassige, allerfinsterste, aber im Gegensatz zu früher noch nihilistischere Kost. Im Unterschied zu Bands wie MY DYING BRIDE, die mit ihrem Sound das Ende herbeisehnen bzw. es betrauern, SIND RUNEMAGICK das Ende, die totale Dunkelheit, das alles verschlingende schwarze Loch – zumindest mittlerweile. Denn so langsam wie auf dieser Scheibe sind die Herrschaften bis jetzt noch nie zu Werke gegangen. Innerhalb der Songs setzt das Schlagzeug teilweise minutenlang aus oder tritt nur durch vereinzelte Beckenschläge in Erscheinung, Akkorde werden angeschlagen und vibrieren fast quälend lange, die Zeit scheint still zu stehen. Noch verneinender gehen letztlich nur Kaputt-Droner wie SUNNO))) oder KHANATE zu Werke.
Wenn Rudolfsson und seine Mannen dann doch mal den Beat finden, was immer noch häufig genug der Fall ist, geht es ganz zäh und behäbig voran. Ein Begriff wie „Hektik“ kommt im Vokabular der Schweden schlicht nicht vor. Aber auch wenn sich die Songs äußerst träge ihren Weg bahnen – man beim Zuhören also eher in einen totenstarreähnlichen Zustand verfällt, als sich genötigt zu sehen, seinen Körper in irgendeiner Form in Bewegung zu setzen –, fühlt man sich am Ende von „Envenom“, als hätte man gerade drei Marathons hintereinander absolviert.
Einen einzelnen Track aus diesem einstündigen Klumpen negativer Musik herauszupicken, macht überhaupt keinen Sinn, da man sich diese Platte am Stück geben muss, damit sie richtig knallt – was sie dann aber auch nachhaltig tut. Am Ende nimmt man dann bewusst nur noch das Krächzen des Vordenkers wahr, ansonsten nix mehr.
Fans der Vorgänger-Alben „Darkness Death Doom“ und „On Funeral Wings“ sollten sich ganz vorsichtig an dieses Langeisen herantasten. Denn die Death-Metal-Einflüsse von RUNEMAGICK sind inzwischen nur noch bei den Vocals erkennbar. Was für ein Brocken!

08.02.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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