U.D.O. - Steelhammer

Review

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Natürlich weiß man als Headbanger, was zu erwarten ist, wenn Meister Dirkschneider mit einem neuen Album am Start ist, doch ich muss zugeben, dass mich „Uns Udo“ nebst runderneuerter Formation mit dem aktuellen Dreher ordentlich überraschen konnte.

Offensichtlich hat man sich im Lager der Band – zu der aktuell neben Udo, Fitty Wienhold am Bass und Francesco Jovino hinter Drum-Kit, die beiden neuen Gitarristen Andrey Smirnov und Kasperi Heikkinen gehören – bewusst verstärkt an der Historie als an den – durchwegs hochklassigen – vorherigen Werken orientiert und lässt nun sprichwörtlich – wie es auch der Titel schon vermuten lässt – den „Hammer“ kreisen, jedoch auf teils doch recht ungewöhnliche Weise.

Nicht zuletzt wohl deshalb, weil die Formation dieses Mal nicht auf die Kompetenz von Stefan Kaufmann vertrauen konnte, da sich der alte Haudegen schweren Herzens ausklinken musste, um sich um seine Gesundheitszustand zu kümmern, und so nicht nur produktionstechnisch auf sich allein gestellt war, sondern auch in Sachen Songwriting.

Das Ergebnis gibt den Herren jedoch absolut Recht, denn „Steelhammer“ weiß nicht nur mit erfreulicher Frische die Rübe zum Kreisen zu animieren, es gibt auch jede Menge Unerwartetes zu vernehmen, mit dem wohl noch nicht einmal die eingefleischten Fanatiker rechnen durften. Dass sich die Band dabei jedoch keineswegs neu definieren musste, ist ebenso klar, wie an Hand diverser Anklänge, die an die früheren ACCEPT und U.D.O. erinnern nachvollziehbar.

Vorzeige-Heavy Metal-Exemplare wie der eröffnende Titeltrack, der sich als Auftakt nach Maß entpuppt und schon jetzt Freude auf diesen logischen Opener für kommende Shows der Truppe macht, lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es „Back To Roots“ geht, wie sich auch das programmatische „Metal Machine“ vom Riffing als, ähem, echter „Breaker“ vor dem Herrn zeigt.

Doch nicht nur jene Exponate werden die Fans mehr als nur zufriedenzustellen wissen, auch das in Früh-U.D.O.-Manier groovende „Basta Ya“ weiß auf Anhieb zu imponieren und das trotz ungewöhnlichen Gesangs in spanischer (!) Sprache und einem relativ „sanftmütig“ klingendem Udo. Noch intensiver und hinsichtlich des emotionalen, fast schon feinfühligen (!) Gesangs kommt die Orchester-unterstützte Ballade „Heavy Rain“ aus den Boxen, die sich obendrein als Seelenschmeichler der Sonderklasse entpuppt und zusammen mit dem Stadion-tauglichen Groove-Rocker „Never Cross My Way“ zu den überraschendsten Momenten des Albums zählt.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass U.D.O. nicht nur das Beste aus ihrer kurzfristig prekären Situation gemacht haben, sondern uns einmal mit einem echten Hammer die Ehre erweisen und zudem mit dem Mega-Ohrwurm „Take My Medicine“ unmissverständlich darauf hinweisen, dass man Musik wie diese eigentlich auf Krankenschein erhalten sollte!

14.05.2013

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3 Kommentare zu U.D.O. - Steelhammer

  1. Bieri sagt:

    Kurz und knapp: Ein Hammer Album…………………

  2. nico sagt:

    Ich finde die Scheibe richtig geil! Erinnert an die Glanzzeiten von Faceless World….klanglich nicht so kalt wie die letzten Releases. Die Rev Raptor war ja vom Sound her voll der „Painkiller Klon“.

  3. Pascal sagt:

    Geile Scheibe, wirklich geil.