U.D.O. - Mastercutor

Review

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Uns UDO und seine neue Veröffentlichung „Mastercutor“ beschert den anscheinend immer noch zahlreichen Unentwegten genau das, was diese schon immer an UDO und an den zu Zeiten der „Breaker“ und „Restless And Wild“-Ära erheblich virtuoser als UDO agierenden Vorgängerband ACCEPT zu schätzen wußten: Messerscharfe Gitarrensoli, fett abgemischte Licks, Udos Reibeisen-Mickymausstimme, sterile sehr laute Drums und ab und zu Balladenbombast.

Nach dem SINATRA-mäßigen Intro gibts mit dem Titelsong „Mastercutor“ Schwermetall der heaviesten Sorte. Riffend, bis der Arzt kommt, dazu Udo sägend, säbelnd, immer gequetscht intonierend und das ganze umrahmt vom Mitgröhlrefrain, so kennt man diese Band. Die Soli werden transparent in PRIEST-Manier dargeboten; auch der Rest erinnert doch verdammt an Stampfhits der Briten. Orientalische Hooks läuten „The Wrong Side Of Midnight“ ein, wieder diese unglaublich fett im Vordergrund thrashenden Gitarren, das Schlagwerk angelehnt an RUNNING WILD, soll heißen, hier spielt ein Roboter. Der Refrain tönt bekannt, allerdings nicht schlecht. „Master Of Desaster“ klopft nett an den schon demolierten Schädel, woher nimmt unser Wuppertaler nur diese Energie, sich selbst so treu zu bleiben? UDO blenden die gesamte Musikentwicklung seit Aufkommen der Grunge-Bewegung aus; im Grunde veröffentlicht unser Freund immer wieder das gleiche Album. Im Gegensatz zu KING DIAMOND, der durchaus Einflüsse neuerer Zeit vorsichtig verarbeitet, finden sich diese bei UDO nur bezüglich der Aufnahmetechnik. UDO spielt halt gerne „Balls To The Wall“, immer und immer wieder.

„Instigator“ ist einer der stärksten Songs des Albums. Warum? Hier spielen ACCEPT und PRIEST, deshalb. Das ist die beste Richtung für UDO, nicht stampfend, sondern aggressiv mit Speed. Da passt auch diese reichlich eigenwillige Stimme. Die Gitarrenarbeit überzeugt vollauf. Und Udo (kleingeschrieben hier, jawohl) verlangt seiner Stimme alles ab, auch Tipton/Downing wären damit einverstanden. Balladen gibts auch, klar: „One Lone Voice“ mit „Cold Winterdreams“-Flair und „Tears Of A Clown“ mit reichlich deutschem Weihnachts-Kitsch, ganz für DORO-Fans. „Deadmans Eyes“, „Vendetta“ und „Devil Walks Alone“ sägen, fräsen und holzen sich durch die Gehörgänge. Mit Wucht geht er vor, der Udo. Was fehlt, sind Brecher wie „Fast As A Shark“, „Fight It Back“ oder „Starlight“, die einst ACCEPT legendär werden ließen. Das Songmaterial ist einfach zu absehbar, die Tracks immer nach gleichem Schema gestrickt. Sicher, hart und heavy ist der Stoff, aber letztlich sind UDO seit Jahren ein Selbstplagiat; professionell gemacht zwar, aber ähnlich wie RUNNING WILD ohne echte Seele.

11.07.2007

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1 Kommentar zu U.D.O. - Mastercutor

  1. Anonymous sagt:

    bescheuertes rev was haben priest und running wild da zu suchen? “ UDO blenden die gesamte Musikentwicklung seit Aufkommen der Grunge-Bewegung aus“. – Gott sei dank. hoffentlich bleibts so. starkes album.

    8/10