Vader - And Blood Was Shed In Warsaw

Review

Galerie mit 15 Bildern: Vader - Rockharz 2019

So, mal wieder eine Live-DVD von VADER. Macht ja auch irgendwie Sinn, schließlich spielte und spielt Polens Death-Metal-Aushängeschild an wirklich jeder Steckdose und reißt somit Jahr für Jahr eine unglaubliche Anzahl an Konzerten runter. Und da die Mannen um Piotr „Peter“ Wiwczarek auch nicht gerade zu den Veröffentlichungsfaulen ihrer Zunft gehören, gibt es hier nun eben mit „And Blood Was Shed In Warsaw“ DVD Nummer 3 (das Video „Vision And Voice“ von 1998 nicht mitgerechnet).

Mit Metal Mind Productions haben sich VADER auch einen fähigen Partner ausgesucht, die Firma ist mittlerweile für ihre erstklassigen Produkte bekannt. So ist es auch kein Wunder, dass neben der guten Menüführung sogleich auch das gestochen scharfe Bild mit satten Farben, ordentlicher Tiefe und toller Kameraführung (eingefangen von 7 Kameras!) auffällt. Lediglich bei einigen Zoomaufnahmen aus größerer Distanz ist das Bild ein wenig gepixelt.

Mitgefilmt wurde das Konzert vom 12. Februar dieses Jahres im Stodola Club in Warschau, welcher sich als recht groß zeigt und für solche Aufnahmen prädestiniert erscheint. Denn neben dem wie schon oben erwähnten äußerst guten optischen Eindruck erscheint der Sound nahezu perfekt – fast schon zu gut für einen Live-Mitschnitt. Ob da nicht doch noch was im Nachhinein im Studio verbessert wurde? Jedenfalls gibt es überhaupt nichts zu meckern, der Sound ist druckvoll und transparent, jedes Instrument ist bestens zu vernehmen. Übrigens gibt es den Ton auch im Dolby Digital 5.1 Surround Sound.

An einen miesen VADER-Auftritt kann ich mich wirklich nicht erinnern. Und so besticht der polnische Panzer auch hier mit musikalisch tödlicher Präzision als auch souveräner Performance. Die Ansagen von Peter beschränken sich dabei auf das Wesentliche: Die Songtitel! Ansonsten zieht die Band ihr Ding konsequent und äußerst tight durch, spielt routiniert ihre Todesbleisalven und bestätigt wieder einmal, dass sie zum Besten zählt, was der internationale Death Metal so zu bieten hat. Man bekommt im Prinzip genau das was man erwartet. Auf die Musik selbst einzugehen erspare ich mir an dieser Stelle, diese sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Das Publikum zeigt sich manchmal doch etwas hüftsteif, bei manchen Stücken bildet sich aber dann doch ein großer Moshpit. Dabei scheint die Halle nicht ausverkauft gewesen zu sein, bei Kamerafahrten über die Köpfe der Fans hinweg sieht man doch einige lichte Stellen.

Ein wenig Enttäuschung macht sich breit, wenn man sich die eigentlich sehr umfangreiche Setlist ansieht, welche sich natürlich in erster Linie auf das letzte Werk „Impressions In Blood“ konzentriert. Schließlich handelte es sich hier um das letzte Konzert Tour zu diesem Werk. Mir persönlich wären ein paar mehr Klassiker, bspw. von der „Revelations“, in der 70-minütigen Show lieber gewesen. Hier die Songs des Auftritts im Einzelnen:

1. Intro
2. ShadowFear
3. Sothis
4. Helleluyah!!! (God Is Dead)
5. Warlords
6. Silent Empire
7. Blood of Kingu
8. Out of the Deep
9. Carnal
10. Dark Age
11. Black to the Blind
12. Intro: Para Bellum
13. This Is the War
14. Lead Us
15. What Colour Is Your Blood
16. Epitaph
17. Cold Demons
18. Predator
19. Wings
20. Wyrocznia

Beim letzten Stück „Wyrocznia“ handelt es sich um einen Coversong von KAT, welcher hier von Orion (VESANIA, BEHEMOTH) als Gastsänger aggressiv vorgetragen wird. Auf diese Gruppe scheint sich ja wirklich die gesamte polnische Metalszene zu berufen, wenn man mal schaut, wie oft Stücke von KAT gecovert werden.

Als Bonus gibt es noch ein ziemlich interessantes, knapp halbstündiges Interview mit Peter (polnisch mit englischen Untertiteln), in welchem er Stellung nimmt zum Labelwechsel, den LineUp-Wechseln der Vergangenheit sowie dem Tod von Ausnahmeschlagzeuger Krzysztof „Docent“ Raczkowski. Außerdem sind noch zwei professionelle Videoclips vertreten, das ultra kommerzielle und für VADER sehr moderne „Sword Of The Witcher“, welches für das polnische Computerspiel „The Witcher“ aufgenommen wurde und dementsprechend auch Sequenzen aus diesem enthält, als auch „Helleluyah (God Is Dead)“, dem Hitsong vom letzten Album. Ich hoffe, dass „Sword Of The Witcher“ eine einmalige Ausnahme bleiben wird, ein Album voll solcher Stücke unter dem Markenzeichen VADER wäre fast schon grausam.

Alles in allem eine amtliche DVD, ich hätte mir neben der bereits erwähnten Änderung der Tracklist noch ein paar Impressionen aus dem Touralltag etc. gewünscht. Daher ziehe ich doch einen Punkt ab und vergebe „lediglich“ 7 Punkte.

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01.11.2007

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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