Vader - Iron Times (EP)

Review

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Die polnischen Death-Metal-Legenden VADER haben ihren Fans die Zeit zwischen den Alben schon immer gerne mit EPs verkürzt, und so ist es nur logisch, dass es von Peter und seinen Co-Panzerfahrern 2016 eine neue Scheibe mit Kurzspielzeit zu hören gibt. Schließlich liegt das letzte Studioalbum „Tibi Et Igni“ (sofern man das 2015er-Cover-Album „Future Of The Past II – Hell In The East“ nicht mitrechnet) bereits zwei Jahre zurück. „Iron Times“, so der Titel der neuen EP, ist allerdings weniger „vollwertige“ EP als vielmehr eine Doppelsingle mit B-Seite.

„Iron Times“: Eine A-Seite voller VADER

Los geht es auf der A-Seite mit „Parabellum“, einem thrashigen Straight-Forward-Opener in beste VADER-nach-2000-Manier. Zweieinhalb Minuten Spielzeit und alles ist gesagt: ein thrashiges Mainriff, dann ein bisschen Geblaste, ein typisches Spider-Solo, nochmal das Mainriff und zum Abschluss ein weiterer Blast – kurz und schmerzlos, danke sehr! „Prayer To The God Of War“ ist der zweite Track der A-Seite und nicht ganz so flott wie „Parabellum“. Auch der zweite Track von „Iron Times“ ist sehr thrashig, aber tiefer im Midtempo verhaftet, Blasts gibt es in „Prayer To The God Of War“ nicht zu hören – dafür aber einen richtig schicken Break im Mittelteil. Die Drei-Minuten-Marke knackt übrigens auch dieser Song nicht. Gefällt, kommt aber nicht an die großen VADER-Werke heran.

Wer sind PANZER X, und wie klingt „Overkill“ im VADER-Stil?

Die B-Seite von „Iron Times“ bietet zwei Coverversionen. Den Anfang markiert „Piesc I Stal“, ein Cover von PANZER X – dem Heavy-Metal-Projekt, in dem Peter und Spider nebenbei tätig sind. (Dort heißt das Stück „Steel Fist“ und stellt den Titeltrack der bisher einzigen EP von 2006 dar.) Man merkt deutlich, dass mit Peter und Spider zwei der VADER-Köpfe auch beim Original mitgewerkelt haben, denn „Piesc I Stal“ klingt im Grunde wie ein VADER-Song in langsam – allerdings ist der Song natürlich für die EP an den  VADER-Stil angepasst worden. Zum Abschluss gibt es mit dem MOTÖRHEAD-Gassenhauer „Overkill“ eine Verbeugung in Richtung Lemmy, und die macht richtig Spaß. Weder ziehen VADER das Tempo sonderlich an, noch vergehen sie sich sonstwie am Original – der Unterschied ist, dass Peter schreit und die Gitarren tiefer gestimmt sind. Und ja: Ans Original kommt diese Version nicht ran, aber hey, sie macht Bock.

Nett, aber die Klassiker gehen halt auch immer

Und braucht man die „Iron Times“-EP jetzt? Klare Sache: jein! VADER-Fans und -Sammler machen nichts verkehrt, wenn sie sich die Platte ins Regal stellen, denn mit den beiden neuen Songs bekommt man genau das, was man von VADER heutzutage erwartet, und darüber hinaus sind beide Cover-Versionen nett anzuhören. Wer die Band hingegen nur manchmal hört oder am Ende gar nicht kennt – der darf auch einfach auf das nächste Album warten oder einen der Klassiker auflegen. Ich empfehle wie immer „De Profundis“.

„Iron Times“ erscheint am 12. August 2016 als 10″-Vinyl, CD und digital.

08.08.2016

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