Vader - Black To The Blind

Review

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VADER sind mal wieder in den Ring gestiegen, um nach der „Future Of The Past“ den Death-Metal-Bereich noch mal so richtig aufzuräumen. Doch halt, was red ich denn da? Death Metal ist wohl nicht mehr die richtige Bezeichnung für diese Platte. Wer jetzt denkt, das VADER „ausgewimpt“ sind und seichten Gothic spielen oder der Schwärze Platz geben und ihre Visagen im True-Pandabär Stil ankreiden, liegt auf der falschen Seite. Es ist nur einfach schwer, diese äußerst extreme Platte zu definieren.

Gut, die ersten zwei Tracks sind noch das, was man von den Polen gewohnt ist: Nettes Geprügel, viel Doublebass, viel Snare und natürlich die Reminiszenzen an die Chuthulu Juenger von MORBID ANGEL, was auch textlich der Gegenstand von VADER scheint. Aber schon bei Track 3 („Carnal“) sperrt man die Lauscher auf, den irgendwie klingt das nach einer recht abgedrehten Industrial Nummer, die eigentlich nicht so recht zu VADER passen will. Nein, das hier klingt aber nicht nach den Pseudo-bösen Bubies von MARILYN MONROE, pardon, MANSON, auch nicht nach NINE INCH NAILS, eher nach einer Grindcore-Kapelle, die versucht innovativ zu klingen. Und das sind sie auch. Zwar tendieren alle Songs in Richtung Grindcore, durch die hohe Geschwindigkeit verursacht, driften aber nie in sinn- oder hirnloses Gebolze ab. Hängen bleibt auf jeden Fall noch „True Names“, ein netter Track, der mit Doublebass der pollernden Art unterlegt ist und wohl neben „Carnal“ zum Highlight wird.

Das Snare-Gehacke läßt die Platte des öfteren etwas monoton klingen, da sich die Songs dadurch nicht im Wesentlichen unterscheiden, aber Abwechslung ist wohl kaum das Ziel von VADER. Die Vocals sind gut, der Mann versteht sein Stimmwerk, und der Drummer dürfte wohl Arme und Beine von 2 Metern Durchmessern haben. Ab und an taucht auch einmal ein vorsichtige Melodie auf, die allerdings auf dem schnellsten Wege wieder in Grund und Boden gestampft wird. Das Ganze ist produktionstechnisch wirklich nett geworden und so bleibt mir als absolutes Manko nur noch die Spielzeit von einer lächerlichen halben Stunde zu erwähnen. Die ist in meinen Augen eine Frechheit und kein netter Zug seinen Fans gegenüber. Allerdings wird die das herzlich wenig stören, oder hat sich etwa schon ein GORGOROTH-Fan über die Länge der Scheiben seiner Götter aufgeregt?

Und so möchte ich diese Scheibe, die ich nicht richtig einordnenen kann, jedem empfehlen mal durchzuhören, der auf äußerst extreme Sounds steht. Den dämlichen Albumtitel verstehe ich nur nicht so ganz…

24.10.1997

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3 Kommentare zu Vader - Black To The Blind

  1. shadowofdeath sagt:

    Geile Scheibe zum abmoshen!

    9/10
  2. börnite sagt:

    Is mir ´ne klare 8 Wert!! Sie fetzt, und hat ein wenig Grind – Einflüsse, die aber im heutigen Sound Vaders zum Glück nicht mehr drinnen sind (Ich sehe das hier eher Experimentiell). Es gefällt mir trotzdem, wie ALLES von Vader ;).

    8/10
  3. Anonymous sagt:

    Watt hab‘ ich damals nur für ne Scheiße geschrieben…"Grind Einflüsse"…:D.
    Das sind nach 9023440 Durchläufen eher Thrash Einflüsse, und die PLatte ist so unglaublich gewachsen bei mir, dass sie nun 10 Punkte bekommt: (9 Punkte würd‘ ich se jetzt bewerten, muss aber die alte Wertung korrigieren mit 10! )

    10/10