Belphegor
RockArea Open Air 2009

Konzertbericht

Billing: A.O.K., Agnostic Front, Amon Amarth, Belphegor, Bolt Thrower, Brainstorm, Callejon, Clean State, Eluveitie, Endstille, Excrementory Grindfuckers, Godslave, Hackneyed, Hammerfall, Heaven Shall Burn, Kreator, Lamera und Letzte Instanz
Konzert vom 2009-08-20 | Loreley, St. Goarshausen

Donnerstag

Als die erste Band des Abends – sprich: die GRINDFUCKERS – loslegen, ist der Platz vor der Bühne bereits ganz gut gefüllt. Kein Wunder, sind die Herren aus Hannover doch ein Garant für gute Stimmung und Party pur. Natürlich wie gewohnt im Grindcore-Soundgewand. Der Sound ist gut, dementsprechend kann die Mixtur aus alten und neuen Liedern – genannt seien hier das allmächtige ‚Picknick im Zenit metaphysischen Widerscheins der astralen Kuhglocke‘ oder die „Samballerei“ – durchweg begeistern und zaubert ein Grinsen ins Gesicht. Dazu gibt es aufgrund der bis an die Bühne reichenden Ränge keine Circlepits oder gar eine Wall Of Death. Stattdessen ruft man zur guten, alten Polonaise auf, was die Menge auch freudig annimmt. Eine Riesen-Party, die Stimmung ist ordentlich angeheizt, der Auftritt ist nahezu perfekt als Eröffnung des Abends, um nicht zu sagen des ganzen Festivals. Sie bieten dabei eine wesentlich bessere Performance als letztes Jahr auf dem Rockarea 2008. Ein bisschen Grind muss dann doch sein. (Markus Möwis)

Belphegor

Mit dem Kracher ‚Bleeding Salvation’ vom 2005er-Album „Goatreich – Fleshcult“ verkündigen BELPHEGOR, dass es Zeit für gepflegten Death Black Metal aus österreichischen Landen ist. Obwohl um 20 Uhr die Sonne genreuntypisch die Bühne in sanftes Goldgelb taucht, schaffen es die vier Protagonisten um Sänger Helmuth, dem anwesenden Publikum eindrucksvoll zu zeigen, wofür BELPHEGOR steht. Denn mit „Seyn Todt in Schwarz“ und „Belphegor – Hells Ambassador“ wird ein tiefschwarzes Doublebase-Gewitter auf die ordentlich abgehende Meute losgelassen. Es folgen Songs aus den letzten drei Alben, die keine Zeit zum Verschnaufen lassen. Erst als das Kunstblut in Strömen fließt und damit „Justine: Soaked In Blood“ ankündigt, kann kurz Luft für den Endspurt geholt werden. Im Ziel wartet bereits Helmuth in seiner geliebten Ledermaske, um die Gefolgschaft mit dem Titeltrack des Albums „Bondage Goat Zombie“ zur illustren BDSM-Aftershow-Party abzuholen. (Michael Wiesner)

Belphegor

Die Thüringer von HEAVEN SHALL BURN bekommen anschließend die Eigenarten des Festivalgeländes ordentlich zu spüren. Der mehrfachen Aufforderung nach einem Circlepit oder einer Wall of Death kann nicht nachgekommen werden, da dies aufgrund der vielen Bänke und in Ermangelung eines freien Platzes vor der Bühne einfach nicht möglich ist. Eine HEAVEN SHALL BURN-Show ohne Circlepit wirkt ziemlich befremdlich, weswegen die Band den Bereich oberhalb der Amphitheater-Ränge als Ausweichmöglichkeit vorschlägt. Ein paar Fans erbarmen sich und veranstalten neben dem Eisstand auf dem etwas breiteren Gang immerhin einen winzigen Circlepit. Der Band ist die Frustration deutlich anzumerken, und dem Auftritt fehlt ein wenig die Power, die die Band sonst stets an den Tag legte. Nichtsdestotrotz tobt die Menge, so weit es ihr möglich ist, und nicht wenige Headbanger können gesichtet werden. Gespielt wird eine bunte Mischung der bisherigen Alben, wobei natürlich recht viel dem neuen Album entnommen wird und auch der Klassiker „Black Tears“ (Cover von EDGE OF SANITY) nicht fehlen darf. Einige essentielle Lieder kommen zwar leider nicht zum Zuge, so wird z.B. „The Weapon They Fear“ nicht gespielt, aber dafür werden ein paar unerwartete Songs wie „Of No Avail“ oder „The Disease“ zum Besten gegeben. Bei einer einstündigen Festivalshow kann man nun einmal leider nicht alles haben.

Belphegor

Die Headliner des ersten Tages kommen aus Schweden. HAMMERFALL sprühen nur so vor Energie und bieten den Fans eine energetische Show. Allerdings macht sich auch hier der Nachteil der kleinen Bühne bemerkbar, denn nicht alle Elemente des Bühnensets von HAMMERFALL finden darauf Platz. Die ganze Szenerie wirkt leicht beengt, was dem Auftritt der Schweden ein wenig die Dynamik nimmt. Ärger oder gar Enttäuschung ist jedoch nicht spürbar, unbeeindruckt fegt Wirbelwind Joacim Cans nur so über die Bühne. Neben einigen alten Klassikern finden natürlich auch Songs des neuen Albums den Weg in die Setlist, sogar das THE KNAACK-Cover „My Sharona“. Mit dem obligatorischen „Hearts On Fire“ beschließen HAMMERFALL ihr Set und damit den ersten Festivaltag. (Wiebke Hörmann)

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03.11.2009

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