Amon Amarth
Das meint die Redaktion zu "Surtur Rising"

Special

„Surtur Rising“ ist nach bewährtem AMON AMARTH-Muster aus Melodie und Aggression geschmiedet und dabei das Album geworden, das man erwarten konnte – die Redaktion ist sich jedoch einig, dass die Rechnung für die Schweden diesmal nicht hundertprozentig aufgeht. Aber lest selbst.

Amon Amarth

Die Schweden um Johann Hegg sind in der melodischen Death-Metal-Szene eine Größe und der Erfolg sei ihnen auch gegönnt. Die Zeiten, in denen die Schweden mit jedem Album zu überzeugen wussten, sind jedoch passé. Zu eng wirkt das Korsett, welches sich AMON AMARTH selbst angezogen haben. Das hat auf die letzten Veröffentlichungen der Band insofern Auswirkungen gehabt, als dass man als Fan zwar die gewohnten Zutaten geboten bekam, Neuerungen oder Veränderungen aber nicht in Sicht waren.

Auch das neue Album „Surtur Rising“ ist AMON AMARTH in Reinkultur. So viel steht schon nach dem ersten Durchlauf fest. Die zehn Songs bieten den Fans genau das, was sie von den Schweden erwarten. Schöne Melodien, die von harten Riffs umrahmt werden und von Johann Heggs Growls nach Belieben dirigiert werden. Auffällig dabei ist, dass sich AMON AMARTH wirklich Mühe geben, ihren Horizont zu erweitern. Die neuen Nummern wie „War Of The Gods“, die Hymne „Destroyer Of The Universe“, das aggressive „A Beast Am I“ oder das abschließende „Doom Over Dead Man“ klingen frisch und motivierter als zuletzt. Hinzu kommt, dass die Band eine ausgewogenere Mischung aus schnellen und den typisch groovigen Nummern gefunden hat. Zudem sind einige Songs für AMON AMARTH-Verhältnisse sehr abwechslungsreich gehalten, was die Platte auch auflockert und nach meiner Meinung der richtige Weg für die Band ist.

Auf der andere Seite sind mit „Live Without Regrets“, „The Last Stand Of Frej“ oder „Wrath Of The Norsemen“ typische AMON AMARTH-Nummern auf dem neuen Album, die allerdings lediglich solide Kost bieten und an die Qualität der oben genannten Stücke nicht herankommen. Solide, aber unauffällig. AMON AMARTH scheint es ebenso wie ihren Kollegen von SABATON zu gehen. Sie stehen, meiner Meinung nach, an einem Scheideweg. Wenn sie ihren bisherigen Stil so weiter fahren, werden die zukünftigen Alben nur noch langweilig und belanglos sein – was Kritiker der Band ja schon seit Jahren behaupten. Aktuell haben sie dieses Problem gerade noch einmal umschifft. Wenn auch nur knapp.

6/10 (Colin)

 

Hört man sich im Anschluss von „Surtur Rising“ das vor drei Jahren veröffentlichte „Twilight Of The Thunder God“ an, kommen einem die Tränen: „Surtur Rising“ ist möglicherweise zwar genau das, was Fans erwarten, aber diese hochexplosive Atmosphäre und diese schlichtweg mitreißende Energie des Vorgängers wird zu keiner Zeit erreicht. Zu sehr gleichen sich die Songs diesmal untereinander, zu sehr klingen die neuen Songs nach bereits vorhandenem Material und zu wenig kommen die Herren aus sich heraus und überraschen mit halsbrecherischen Soli und nordischer Magie, so wie AMON AMARTH bisher immer begeistern konnten. Diesmal allerdings fehlt eine Portion von allem. Die Herren um Frontmann Johan Hegg sind offensichtlich müde geworden. Der Donnergott war als solcher jederzeit wiederzuerkennen, aber aus Surtur, dem Vernichter allen Lebens, machen AMON AMARTH musikalisch einen harmlosen Zeitungsjungen, der sich mit den Söhnen Muspells einen Klingelstreich erlaubt anstatt die Welt in Brand zu setzen.

5/10 (Jens)

 

AMON AMARTH gehören mittlerweile unzweifelhaft nicht nur szene-intern zu den größten Bands. Immer größer wurde in den letzten Jahren die Gefolgschaft, die vom einsteigenden EMP-Teenager bis zum großen, bärtigen Wikinger-Barden die gesamte Bandbreite einer Metal-Audienz abdeckt. Kein Wunder also, dass sie keinen Milimeter von ihrem Erfolgsrezept abweichen und auch mit der neuen Scheibe „Surtur Rising“ ihrer Anhängerschaft genau das bieten, was sie haben will. Gleichzeitig gehen die räudigen Schweden dabei aber mit der wohl höchstmöglichen Vielseitigkeit, die in diesem Genre möglich ist.

Zentraler Punkt des Albums sind natürlich wieder einmal die majestätisch-glorreichen Hymnen, bei denen die Gitarristen epische, dramatische Melodielinien zaubern, während sich Fronter Johan Hegg die Seele aus dem Leib growlt. Das hat immer funktioniert und das tut es auch diesmal, Schlatdramen wie „War Of The Gods“, das recht schnelle „Destroyer Of The Universe“ oder „Slaves Of Fear“ sind Vorzeigenummern des Melodic Viking Death Metal. Die Band betritt diesmal sogar ein klein wenig Neuland und bereitet die etwas ausufenderen Dramen mit Streichereinsätzen auf. „Doom Over Dead Man“ ist ein gutes Beispiel dafür: Geschickt eingesetzte klassische Elemente, die ein wenig Bombast-Feeling aufkommen lassen, die Gefahr von allzu kitschigem Pathos aber gekonnt umschiffen. Die Produktion ist natürlich fett und glasklar, das Songmaterial bleibt auf hohem Niveau.

AMON AMARTH fahren „Surtur Rising“ also konsequent und solide über die Ziellinie, bleiben sich und ihrer Hörerschaft treu und beweisen trotz Mangel an Entwicklung wieder einmal ihre Ausnahmestellung.

7/10 (Heiko)

 

Nach einigen Durchläufen wird klar: Mal wieder nichts Neues im Hause AMON AMARTH. Es gibt ordentlich gespielten Midtempo-Death-Metal mit ein paar netten Battle-Melodien, jedoch ohne großartige Überraschungen oder herausragende Momente. Die Truppe macht einmal mehr das, was sie bislang immer gemacht hat. Meiner Meinung nach muss sich eine Band nicht jedesmal neu erfinden, sondern lediglich gute Songs und insgesamt gute Qualität bringen. Da das Spektrum von AMON AMARTH unumstritten sehr eng gestrickt ist, bleibt ihnen also nichts anderes über, als mit jedem neuen Album die Vollbedienung zu liefern. Das bedeutet geile, packende Songs, absolute Monstermelodien und den bis dato wuchtigsten Sound, den sie aufbieten können – bis auf einen Punkt höre ich das hier von AMON AMARTH allerdings nicht. Die Songs plätschern ohne große Momente daher, der vollkommen eintönig runtergegrunzte Gesang langweilt mich persönlich bereits schon beim zweiten Lied und auch die Melodien stufe ich eher in bekannte, langsam auch ausgeleierte Gefilde ein. Einzig der Sound ist ganz amtlich gelungen und verschleiert hier geschickt den Durchschnitt.

„Surtur Rising“ reiht sich nahtlos in die Diskografie der Schweden ein und hinterlässt eher ein Schulterzucken, ein „OK“ oder ein „kennen wir ja…“, mehr aber auch nicht. Auch wenn sie unter dem BOLT-THROWER-Motto musizieren und sich einfach mit jedem neuen Album wiederholen, bedeutet das nicht automatisch, dass sie diese Gabe genauso perfekt beherrschen wie die Briten. „Surtur Rising“ kann man hören, Pflichtstoff klingt allerdings anders, oder kurz gesagt: Man verpasst nichts, wenn man man die Scheibe nicht hört/kennt.

5/10 (Sickman)

 

Es war irgendwie zu befürchten. AMON AMARTH hatten sich ja noch nie über Innovationen definiert, sondern immer über das Set an Songs, das sie mit dem jeweils aktuellen Werk abgeliefert haben. Meistens ging das gut, zuletzt beim 2008er-Werk „Twilight Of The Thunder God“, dessen Songs fast durchgehend überzeugen konnten. Da gab es stimmiges, wenngleich nicht überraschendes Riffing, das einige Ausflüge in Richtung IRON MAIDEN unternahm, und hymnische Refrains en masse, eigentlich DAS Markenzeichen der Band.

Nun also „Surtur Rising“, das sich nach oberflächlicher Betrachtung keinen Deut vom eingeschlagenen Weg entfernt: Da gibt es mit „War Of The Gods“ einen flotten Opener mit NWoBHM-Riffing, gefolgt von der Midtempo-Walze „Töck’s Taunt“ und dem Double-Bass-Brecher „Destroyer Of The Universe“. Diese Art von Einstieg kennt man bereits von den Schweden. Umso auffälliger aber, dass die Songs kaum mitreißen. Bei „Slaves Of Fear“ und „Live Without Regrets“ betreibt die Band zudem konsequentes Riffrecycling, ohne an die eigenen Originale heranzukommen. Na klar, die Harmony Guitars in letzterem Song sind gekonnt, und Johan Hegg grunzt dort so tief wie nie. Allerdings hat man langsam das Gefühl, dass die Vocals nicht mehr so recht zu den stumpfen Riffs passen wollen und viel zu extrem für diese Art von Songs sind.

Dann eher „The Last Stand Of Frej“: Das ist eine langsame, auf Powerchords aufbauende melancholische Hymne und offensichtlich das, was AMON AMARTH derzeit am besten können – ohne tragendes Riffing. Passend dazu gefällt das folgende „For Victory Or Death“ vor allem durch die anfangs von den Gitarren vorgetragene Melodie. Bei den verbleibenden drei Track stechen die dezenten orientalischen Einflüsse im „A Beast Am I“ sowie die Melodieführung in „Doom Over Dead Man“ hervor.

Na klar, „Surtur Rising“ klingt nach wie vor zu einhundert Prozent AMON AMARTH. Allerdings hat man langsam das Gefühl, dass den Gitarristen der Esprit abhanden gekommen ist. Das konnten sie früher wesentlich besser und vor allem mitreißender. Vielleicht hätte das Quintett nach den endlosen Tourneen im Anschluss an das letzte Album einfach mal eine kleinere Pause einlegen sollen? Es sind gerade jene Parts, die nicht zum Trademark-Sound von AMON AMARTH gehören, die bei „Surtur Rising“ am ehesten überzeugen. Bleibt die Frage, ob das die immer wieder eingeforderte Weiterentwicklung ist? Ich hoffe nicht. Knapp…

6/10 (Eckart)

Galerie mit 17 Bildern: Amon Amarth auf dem Summer Breeze Open Air 2017
19.03.2011

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