Cannibal Corpse - Global Evisceration

Review

Galerie mit 14 Bildern: Cannibal Corpse – Full Force 2019

 

In der Vergangenheit haben CANNIBAL CORPSE nicht gerade mit VHS- bzw. DVD-Veröffentlichungen gegeizt – zuletzt erst 2008 gab es mit „Centuries Of Torment: The First 20 Years“ ein fettes, aus 3 Digitalscheiben bestehendes Paket. Der ein oder andere mag sich deshalb nun berechtigterweise fragen, ob eine neue DVD der New Yorker Death-Metal-Institution keine drei Jahre später überhaupt Sinn macht beziehungsweise Neues bieten kann.

Nun, „Global Evisceration“ ist mit einer DVD und „nur“ 169 Minuten deutlich schlanker ausgefallen als die oben genannte Box. Auch legt sie den Fokus nicht auf die Historie der Band, sondern vermittelt einen interessanten Eindruck von der jüngsten Tour, der zu „Evisceration Plague“, dem aktuellen Album der Kannibalen. Das geschieht mittels elf ausgesuchter, sich stets mit Behind-The-Scenes-Sequenzen abwechselnder Lieder von zwei Konzerten, die im Mai 2010 im Gothic Theater in Englewood, Colorado und im Sunshine Theater in Albuquerque, New Mexico gefilmt wurden – laut Auskunft der Band hat man sich bei der Aufzeichnung bewusst für überschaubare Clubs und nicht für große Festivals entschieden, um die Death-Metal-Wurzeln zu betonen.
Über diesen Hauptteil hinaus gibt es noch eine sechs zusätzliche Lieder umfassende „Bonus Performance“-Sektion plus die Extras, die sich aus weiterem Behind-The-Scenes-Material zusammensetzen. Warum man Bonus-Stücke und Extras nicht auch noch in den Play-All-Teil integriert hat, sondern diese etwas verwirrende Aufteilung vorgenommen hat, erschließt sich nicht so ganz. Möglicherweise wollte man den Hauptteil nicht zu lang werden lassen.

Zu den insgesamt 17 vertretenen Stücken (elf im Hauptteil, sechs in der Bonus-Sektion) gehören alte Gassenhauer wie „A Skull Full Of Maggots“ oder „Hammer Smashed Face“ ebenso wie neuer Stoff vom Schlage „Death Walking Terror“, „Priests Of Sodom“ oder „Scalding Hail“. Die Darbietung ist bei amtlichem, nicht zu sterilem Klang ansprechend eingefangen, wenngleich das US-Publikum seinem Ruf gerecht wird und sich nicht unbedingt als das enthusiastischste unter des Herrgotts Sonne zeigt.

Das auf der US-Tour im Frühjahr 2010 und hauptsächlich auf den anschließenden europäischen Konzerten und Sommerfestivals entstandene Behind-The-Scenes-Material (Hauptteil und Extras) ist – neben den üblichen Furz- und Fäkal-Blödeleien – nicht nur recht unterhaltsam, sondern mitunter auch informativ. So erfährt man etwa, dass CANNIBAL CORPSE in ihrer Karriere bereits in über 50 Ländern gespielt haben oder man bekommt von George „Corpsegrinder“ Fisher die „Gifts Of Gore“, von Fans in Anlehnung an die Ästhetik der Band selbstgebastelte und -gemalte Geschenke und Bilder, präsentiert. Auch treffen die fünf Herren andere Musiker wie Robb Flynn, Gene Hoglan oder gar Jello Biafra. Oder sie sprechen über die Sehnsucht nach zuhause wartender Frau und/oder Tochter, besuchen ein altes Militärgefängnis auf Malta oder schauen sich auf Märkten in Instanbul um. Was auch immer, es wird jedenfalls nicht langweilig, sofern man etwas mit CANNIBAL CORPSE anzufangen weiß – oder aber auf Reise-Dokus steht.

„Global Evisceration“ gewährt bei Gleichgewichtung von hinter und auf der Bühne gefilmtem Material einen erhellenden und kurzweiligen Einblick in den Tour-Alltag einer sympathischen Band. Für sich alleine betrachtet ist die annähernd dreistündige DVD empfehlenswert, rückt man aber die gesamte CANNIBAL CORPSE-Videographie ins Blickfeld, sollte auch den Verantwortlichen bei Metal Blade klar werden, dass die Anhängerschaft der Band spätestens jetzt für die nächsten fünf bis acht Jahre ausreichend mit bewegten Bildern versorgt ist.

24.02.2011

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