Paradise Lost - Obsidian

Review

Soundcheck Mai 2020# 1 Galerie mit 14 Bildern: Paradise Lost - Summer Breeze Open Air 2018

Drei Jahre sind schon wieder ins Land gezogen, seit PARADISE LOST mit dem geradlinigen „Medusa“, ähnlich wie zuvor mit „The Plague Within“, mit gehörigem Old School Ansatz zu ihren ureigenen Death Doom Wurzeln zurückgekehrt waren. Es schien, als ob die Herren nochmals ihre eigene Jugend durchleben wollten, wozu auch die Nebenkriegsschauplätze BLOODBATH, VALLENFYRE und STRIGOI irgendwie passten. Nun veröffentlichen PARADISE LOST mit „Obsidian“ ihr inzwischen sechszehntes Album. Führt die Reise erneut in die tödlich bleischwere Vergangenheit?

Ein schwarzglänzender Brocken – „Obsidian“ von PARADISE LOST

PARADISE LOST wären nicht sie selbst, wenn sie sich ständig wiederholen würden. Die Engländer brechen mit „Obsidian“ mal wieder aus dem engen stilistischen Korsett der beiden Vorgänger aus und stellen das neue Werk auf eine deutlich vielschichtigere, dynamischere Basis. Herausgekommen ist ein Album, das sämtliche breitgefächerte Facetten der sich in ihrer Vergangenheit immer wieder weiter entwickelnden und wandelnden Band mit berücksichtigt. Dazu gehören Songs wie der zwischen gotisch-rockiger Eleganz, dichter Atmosphäre und dezent wuchtiger Härte pendelnde Midtempo-Opener „Darker Thoughts“, zunächst zart mit Akustikgitarre und sanftem Gesang eingeleitet, ehe der stimmungsvolle Gothic Metal hereinbricht, garniert mit Klargesang und Growls von Nick Holmes. Das Stück ist so etwas wie eine musikalische als auch lyrische Absichtserklärung. Aber auch, musikalisch totaler Kontrast, Achtziger Goth Rock beeinflusste Songs wie die kompakte, treibende Tanzflächennummer „Ghosts“. Ein sofort zündender Hitsong mit kühlem Gothic Vibe, dazu passender dunkler Stimme, atmosphärisches Gitarrenspiel, dezent eingesetzte elektronische Elemente und flotte Grooves. Hat was von SISTERS OF MERCY. Auch das eisige „Forsaken“ und das sehr dunkle „Ending Days“, das letzte zusätzlich mit Geige, zeigt das Faible von PARADISE LOST für klassischen Gothic, intensiv, emotional, düstere Atmosphäre, greifbar. Gelungene Überraschung! Demgegenüber steht die rohe Wildheit der Engländer in Form vom epischen, kantigen „The Devil Embraced“, bedrohliche Stimmung, doomig, wechselnder Gesang zwischen Klar und Growls, fantastisch rockiges Gitarrensoli mit viel Wah-Wah von Mackintosh. Auch „Fall From Grace“ führt den zähen und melodischen Death Doom, der auf „Medusa“ noch dominierte, fort, das klagende Knurren und der Refrain sind ganz groß! „Serenity“ kombiniert Up-Tempo Rhythmen mit dem typisch offenen Riffing, womit der Bogen zurück zu „Draconian Times“ gespannt wird. Oder das abschließende, epische, pechschwarz schwere „Ravenghast“, das härteste und finsterste Stück auf „Obsidian“. Dabei gelingt es PARADISE LOST, all die verschiedenen Facetten ihres Klangkosmos gekonnt miteinander zu verbinden und zu verweben, dass alles in sich schlüssig klingt. Dazu trägt sicherlich auch die von einem gewissen rauen Charme geprägte Produktion bei, hier legte die Band gemeinsam mit Jamie „Gomez“ Arellano selbst Hand an.

Zwischen den Extremen

„Obsidian“ ist irgendwo zwischen den Extremen der Engländer. PARADISE LOST wagen den Spagat zwischen ihrer eigenen gotischen und death-doomigen Vergangenheit, was ihnen mit diesem abwechslungsreichen Album auch gelungen ist! Stetiger Wechsel bleibt ein beständiger Teil von PARADISE LOST!

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04.05.2020

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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Paradise Lost auf Tour

25.06. - 27.06.20Tons Of Rock 2020 (Festival)Iron Maiden, Faith No More, Deep Purple, Disturbed, Within Temptation, Amon Amarth, Gojira, Dimmu Borgir, Bring Me The Horizon, Wig Wam, Hypocrisy, Sepultura, Baroness, Airbourne, Paradise Lost, Backstreet Girls, Enslaved, 1349, Bokassa, Jinjer, Blues Pills, Alter Bridge, Accept, D-A-D, CC Cowboys, Hammerfall, Ensiferum, The Pretty Reckless, Dark Funeral, Raised Fist, Mastodon, Steel Panther, Seigmen, Spidergawd, Ricochets, British Lion, Black Debbath, Tempt, Joyous Wolf, The Raven Age und Dirty Honey
12.08. - 15.08.20metal.de präsentiertSummer Breeze 2020 (Festival)1914, Agrypnie, Alestorm, Amenra, Amon Amarth, Amorphis, Angelus Apatrida, Any Given Day, Architects, Avatarium, Belzebubs, Benediction, Benighted, Blasmusik Illenschwang, Bloodywood, Bodom After Midnight, Carbon Killer, Cattle Decapitation, Clutch, Combichrist, Conjurer, Cytotoxin, Dark Funeral, Dark Tranquillity, Dawn Of Disease, Debauchery, Despised Icon, Devin Townsend, Djerv, Dwaal, Eisregen, Emil Bulls, Ensiferum, Fiddler's Green, Fight The Fight, Finntroll, Fleshcrawl, Fleshgod Apocalypse, Frog Leap, Gatecreeper, Gloryhammer, God Is An Astronaut, Gost, Gutalax, Haggefugg, Hatebreed, Havok, Idle Hands, Implore, Insomnium, I Prevail, Igorrr, Infected Rain, Jinjer, Kadavar, Kraanium, Leaves' Eyes, Lüt, Mass Hysteria, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Myrkur, Neaera, Necrophobic, Nekrogoblikon, Nytt Land, Opeth, Paradise Lost, Pipes And Pints, Primal Fear, Resolve, Russkaja, Sacred Reich, Saltatio Mortis, Shadow of Intent, Shiraz Lane, Siamese, Sonata Arctica, Slope, Static-X, Stray From The Path, Striker, Suffocation, Svalbard, Swallow The Sun, tAKiDA, Terror, The New Roses, The Night Flight Orchestra, The Oklahoma Kid, The Prophecy 23, The Vintage Caravan, The Wildhearts, Thundermother, Tides From Nebula, Triddana, Uada, Vitriol, Vulture, Wardruna, Warkings, While She Sleeps, Within Temptation und Wolves In The Throne RoomFlugplatz Dinkelsbühl, Dinkelsbühl

3 Kommentare zu Paradise Lost - Obsidian

  1. Neffe sagt:

    Rotiert jetzt zum dritten Mal und gefällt mir allmählich. Ziemlich Gothrock-lastig das Ganze und auf jeden Fall besser als die letzten beiden Alben. Die waren einfach nur Schrott. Wertung folgt später. Muss das Teil erst noch ein paar mal hören.

    1. ClutchNixon sagt:

      Japp, ich höre hier ne Menge Fields of the Nephilim und sogar etwas Sisters of Mercy lol. Prima.

      8/10
      1. Neffe sagt:

        Da gehe ich mit. Von mir 8 dicke Punkte für ein starkes Album.

        8/10