Primal Fear - Rulebreaker

Review

Galerie mit 20 Bildern: Primal Pear auf dem Knock Out 2018

Alles beim Alten! Schluss, Besprechung beendet.

Nachdem mich Cheffe Eckart wieder polternd an den Schreibtisch zurückgezerrt hat, geht es dann doch noch etwas weiter. Herrje, es war doch alles gesagt! Oder nicht? Ja doch, irgendwie schon. Das bedeutet für alle, die sich eh schon den Patch auf die Kutte genäht haben, dass sie unbedingt zugreifen sollten, um zu bewährter PRIMAL-FEAR-Kost abzugehen. Wer die Band bislang ignoriert hat, dem Genre Heavy Metal im Allgemeinen aber etwas abgewinnen kann, darf sich über eine grundsolide Platte freuen. Ob PRIMAL FEAR mit „Rulebreaker“ neue Scharen an Fans gewinnen, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass die Burschen sich keine weichgespülte Blöße geben – ein durchaus vorhandenes Charakteristikum im traditionelleren Stahl-Sektor. Das macht die inzwischen elfte Scheibe auch für Thrash-Maniacs interessant, die keinen Einwand gegen Klargesang haben. Dass der wiederum im Rahmen seines Genres ganz vorzüglich ins Gehör schwappt, ist beim Namen Ralf Scheepers (früher GAMMA RAY) erneut kein Wunder.

Das Intro von „Angels Of Mercy“ lässt eine massive Transformers-Stimmung aufkommen, dann geht es quietschfidel weiter – im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Zahl der Pinch Harmonics ist schon beachtlich. Ansonsten sollte sich gerade der Opener in so einige Thrash-Herzen riffen (der Gitarrensound erinnert gar streckenweise an EXODUS‘ „The Atrocity Exhibition: Exhibit A“). „The End Is Near“ stumpft, sorry, stampft deutlich mehr und könnte/sollte/müsste als neues Groove-Monster im Live-Set platziert werden – zwar sind die Riffs nicht sonderlich kreativ, die Headbangtauglichkeit ist jedoch umso ausgeprägter. Das Song-Highlight ist aber der Harmoniepart inklusive Solo. PRIMAL FEAR setzen also direkt zum Einstieg in „Rulebreaker“ auf Abwechslung. Diese Grundausrichtung führt auch „Bullets & Tears“ mit seinem ausgeprägten Hymnencharakter, den ebenso für die Bühne arrangierten Mitgröhl-„Ohoho“-Passagen (in die gleiche Kerbe schlägt auch „The Devil In Me“) und dem wirklich fantastischen Refrain weiter. „In Metal We Trust“ prescht volles Karacho voran, nimmt dabei Power-Metal-Abzweigungen und suhlt sich leidenschaftlich im Speed Metal, während „We Walk Without Fear“ als deutlich längste Nummer sehr viel progressiver zu Werke geht und ein weiteres Mal die gelungene melodische Orientierung untermalt. Dazu gesellen sich leider ein paar Stangenware-Riffs – zweckdienlich, aber nicht berauschend, kopfnickend, aber nicht Euphorie entfachend (bis hin zu Stakkato-Langeweile in der zweiten Hälfte). Dafür präsentiert das Lied wieder fabelhafte Hooklines und unterstreicht die orchestrale Seite von PRIMAL FEAR.

Wie gesagt: Die Abwechslung stimmt allemal. In der Summe kann man „Rulebreaker“ wahrlich als Party-Platte bezeichnen, die Band spielt ihre Erfahrung aber dahingehend gekonnt aus, als dass man immer wieder leichte oder gut durchdachte andersartige Elemente einfließen lässt, um die Spannung zu halten. Klammert man mal die weniger gelungene Ab-und-an-Ballade „The Sky Is Burning“, die vor allem mit dem Gesang im Refrain auf die Nerven geht, aus, haben PRIMAL FEAR ein richtig gutes elftes Studioalbum eingespielt. Und zudem in einen fetten Sound eingebettet, den man bei anderen Heavy-Metal-Acts schon um ein Vielfaches glatter ertragen musste. Mit ihrer letzten großen Veröffentlichung „Delivering The Black“ konnten PRIMAL FEAR ihren bis dato höchsten Chart-Einstieg in Deutschland feiern – schauen und hören wir mal, wie sich „Rulebreaker“ so entwickelt.

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09.02.2016

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