Weltschmerz
Unsere liebsten Doom-Perlen, Teil 2

Special

„Black Sabbath“ ist als Erste böse und schwer

Da sind zum einen die Themen. Düster, okkult, mystisch, böse ist der Grundtenor. BLACK SABBATH erklärten später, dass sie ihren Proberaum gegenüber von einem Kino hatten und ihnen aufgefallen war, dass bei Horrorfilmen besonders viele Besucher ins Kino gingen. Das fanden sie spannend und beschlossen, es auf ihre Lieder zu übertragen, vor allem, da sie sich gerne mit solchen Themen beschäftigten. Spritzendes Blut und Zombies sucht man aber vergebens, die Furcht wird hier subtil geschürt.

Das andere Trademark von BLACK SABBATHs erstem Album ist die Schwere, die Langsamkeit, das Schleppende in der Musik. Das war so noch nicht dagewesen und brachte die dunkle Thematik musikalisch auf den Punkt.
Tony Iommi hatte seit einem Arbeitsunfall zwei Fingerkuppen weniger und musste sein Gitarrenspiel diesen Umständen anpassen: Er stimmte die Gitarre drei Halbtöne tiefer, um die Saitenspannung zu reduzieren, und bevorzugte vielleicht deshalb zeitweise langsame Riffs. (Ich verstehe bis heute nicht, wie er dann diese schnellen Soli spielen konnte?)

Nun ist es nicht nur die Langsamkeit, die die Düsternis ausmacht. Man hat oft den Eindruck, dass man auf jeden einzelnen Ton wartet und dass selbiger dem eigentlichen Rhythmus immer für den Bruchteil einer Millisekunde hinterher hinkt. Das gibt dem Ganzen dieses schleppende Element.

BLACK SABBATH setzen den Doom-Zug in Bewegung

BLACK SABBATH wollten Furcht und Beklemmung auslösen und es gelang ihnen hier auf großartige Weise, das in Text und Musik umzusetzen. Dass dabei etwas so Neues, Aufregendes entstand, war gleich zu spüren. Wir waren fasziniert; und dass BLACK SABBATH schon in den 70ern Millionen von Tonträgern verkauften, beweist, dass es nicht nur uns so ging.

Womit keiner gerechnet hatte, war, dass damit ein neuer Musikstil geboren werden sollte: der kalte, schwere Heavy Metal. Das war ein Zug, der sich flott in Bewegung setzte und auf den viele aufsprangen, Bands und Fans. Ein weiterer Zug, der sich an diesem Freitag, dem 13. vor 47 Jahren in Bewegung setzte, war der Doom-Zug. Der war viel langsamer, schwerer und fuhr nur durch dunkle Gefilde. Da sprangen nie viele auf, aber er fährt immer noch durch den Untergrund und gewinnt immer wieder mal Passagiere. Und so fährt er noch heute unaufhaltsam durch die Dunkelheit.

(Dagmar Geiger)

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08.11.2018

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