Keep Of Kalessin - Epistemology

Review

KEEP OF KALESSIN haben sich mal eben fünf Jahre Zeit gelassen, um mit „Epistemology“ endlich den Albumnachfolger von „Reptilian“ im 20. Jahr ihres Bestehens veröffentlichen. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben, aber können die Norweger, welche nach dem Rausschmiss von Ex-Sänger Thebon zum Trio geschrumpft sind, das bisher sehr hohe Niveau halten? Und wie hat sich das Klangbild von KEEP OF KALESSIN verändert, nachdem Songwriter und Gitarrist Obsidian C. auch noch den Gesang übernommen hat?

Um es gleich vorweg zu nehmen – KEEP OF KALESSIN schaffen es auch mit „Epistemology“, hochwertigen, qualitativen Melodic Black Metal bzw. Extrem Metal zu erschaffen, wenngleich das neue Album keine Steigerung zu „Reptilian“ geschweige denn „Armada“ ist. Und Obsidian C. macht seinen zusätzlichen Job recht gut, auch wenn ihm die charakterstarke Vielseitigkeit von Thebon fehlt. Die epischen Stücke auf „Epistemology“ zeigen sich erneut sehr vielschichtig, geschickt kombinieren die kreativen KEEP OF KALESSIN verschiedene Elemente und diverse Zitate des Heavy Metal, Thrash, Death und Black Metals. Die durchaus anspruchsvollen, komplexen Songs sind noch epischer und abwechslungsreicher als bisher angelegt, dabei dennoch griffig und zupackend geblieben. Im Mittelpunkt steht natürlich nach wie vor die fantastische Gitarrenarbeit, Obsidian C. schüttelt sich wieder eine ganze Batterie an virtuosen Killerriffs und –leads scheinbar mühelos aus dem Handgelenk, zu hören bspw. im grandiosen „Dark Divinity“. Und auch die beiden Kollegen der Rhythmusfraktion spielen sehr präzise in den teils progressiven Klanglandschaften und verschaffen diesen so zu Durchschlagskraft, auch wenn der Härtelevel insgesamt etwas zurückgeschraubt wurde. Dazu passt der nunmehr vermehrte Einsatz des klaren aber dennoch rauen Gesangs. Die Geschwindigkeit pendelt von wieselflinkem, wildem Black-Metal-ICE-Tempo („The Spiritual Relief“ oder „Universal Core“) bis runter in mittlere Gefilde wie bspw. im orientalisch angehauchten „Necropolis“. Grundsätzlich bemühen sich KEEP OF KALESSIN immer wieder um Tempo- und Rhythmuswechsel, bauen auch immer wieder ruhiger gehaltene Passagen wie im Titelstück ein, wodurch „Epistemology“ an Dynamik gewinnt. Für meinen Geschmack ist der Sound aber etwas zu clean und modern.

KEEP OF KALESSIN sind endlich wieder zurück, und wie! Das episch opulente „Epistemology“ besticht durch Facettenreichtum, Virtuosität und Originalität. Die Vorgänger sind eine Spur weit monumentaler und mächtiger, dennoch sollte auch die hohe Qualität des neuen Albums die Fans überzeugen!

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30.01.2015

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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3 Kommentare zu Keep Of Kalessin - Epistemology

  1. The Bleak sagt:

    Die Vielseitigkeit fehlt Obsidian? Album überhaupt gehört? Er singt (charakterstark) in verschiedenen Variationen klar und harsch. Wenn das nicht der Inbegriff von Vielseitigkeit ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.

  2. Crosseyed Gary sagt:

    Ja, die Vielseitigkeit beim Gesang fehlt! Da geb ich Markus 100% recht. Ich finde die Vocals mau.

    Soll es etwa deshalb vielseitig sein, wenn jemand 2 Stile, nämlich Growls und Clean in Grenzen(!) beherrscht? Ne komische Logik.

    Ich finde den Gesang überhaupt nicht charakterstark – er tönt eigentlich immer gleich – völlig kontrolliert, oft auf der gleichen Tonhöhe, ohne Dynamik; da ist kaum Emotion drinnen, da fehlt jedweder echter Ausbruch.
    Allerdings hat daran mit Sicherheit die völlig klinische Produktion einen Großteil der Schuld – ich verstehe es nicht, wie man Musik seiner ganzen Dynamik berauben will. Ein Großteil dessen was gute Musik ausmacht geht dadurch völlig verloren. Absolut bescheuert. Aber die Idioten heutzutage wollen das ja.

    Schade. Eine eigenlich schöne Platte – vom Songwriting her überdurchschnittlich und vielleicht 8 Punkte. Der langweilige Gesang und die tote Produktion haben für mich höchstens 6 Punkte verdient.. Macht im Mittel (mit gutem Willen) 7 Punkte.

  3. The Bleak sagt:

    Bevor man jemandem eine komische Logik unterstellt, sollte man zunächst das Lesen beherrschen.