Ministry - From Beer To Eternity

Review

Galerie mit 15 Bildern: Ministry - M'era Luna 2018

Je öfter ich den Anfang von MINISTRYs „The Beer From Eternity“ (wer hat sich den diesen besch…enen Titel ausgedacht?) höre, umso besser gefällt er mir. Ein Schatten hängt über dem aktuellen Werk, denn Gitarrist und enger Freund von Jourgensen Mike Scaccia ist überraschend im Alter von 47 Jahren an einer Herzattacke gestorben. Al Jourgensen nimmt dies zum Anlass, MINISTRY zu den Akten zu legen, sodass wir mit „The Beer From Eternity“ höchstwahrscheinlich das Winke-Winke-Album von MINISTRY vorliegen haben. Es gilt also die Platte unter zwei Aspekten zu betrachten. Was taugt es insgesamt und was taugt es als Abschiedswerk?

Der Opener „Hail To His Majesty (Peasants)“ stolziert schnöselig vor sich hin, klingt überheblich und wird unterbrochen von „Holy Motherfuckers“-Samples und Maschinengewehrsalven. Absolut unproduktiv, aber die polyphonen Rhythmen gefallen mir. Wie immer machen bei MINISTRY die Zwischentöne die Faszination aus. Das hitzige „Punch In The Face“ lebt neben dem drohenden Basslauf vor allem von den nervigen Wiederholungen und den fiebrigen Samples. Leider dümpelt die Platte dann eine lange Zeit nichtssagend vor sich hin und knockt sich stellenweise selbst durch nicht nachvollziehbare Samples und Taktwechsel aus. „Fairy Unbalanced“ macht dann Schluss damit und fetzt ordentlich. Ein disharmonischer Chor liefert sich eine wahres Wettrennen mit wahnwitzigen Riffs, während Al dazu keift. So muss MINISTRY klingen! Weiteres Highlight ist der musikgewordene Fiebertraum „Side Fx Include Mikey’s Middle Finger TV 4“, absolut irre Highspeed-Riffs, schnell, laut und heftig. Die musikalische Untermalung für deinen epileptischen Anfall, nervig wie Sau und gleichzeitig so krank, dass es den Hörer wieder mitreißt. „Change Of Luck“ nimmt uns  mit in arabische Gefilde und kommt verhältnismäßig lange ohne Gesang aus, ein schöner, entspannender Ruhepol, der tatsächlich meditative Züge annimmt und überrascht. Leider gibt es auch unnötige Tracks, wie das aus Fetzen zusammengesetzte „Enjoy The Quiet“, ein fruchtloses, nerviges Outro.

Mit Covergestaltung greifen MINISTRY irgendwie immer daneben, denn „From Beer To Eternity“ ist mindestens genauso grottig wie der Vorgänger „Relapse“. Wer die Industrialkombo bis jetzt nicht mochte, wird nicht plötzlich zum Anhänger konvertieren. Fans sind dankbar für jeden Nachschlag und unter dem Aspekt eines Abschiedswerkes, ist „From Beer To Eternity“ zwar solide geraten, aber eben leider auch kein Meilenstein der Diskografie. Die frühere Stärke (müssen und) werden MINISTRY nie mehr erreichen, trotzdem gehört die aktuelle Platte zwingend in die Sammlung.

 

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16.09.2013

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