Unsere 10 Lieblingssongs
von Ronnie James Dio

Special

BLACK SABBATH – Too Late

Für das BLACK SABBATH Album „Dehumanizer“ fand sich 1992 nochmals die Besetzung von „Mob Rules“ zusammen, die später auch HEAVEN AND HELL bildete: Tony Iommi, Geezer Butler, Vinnie Appice und Ronnie James Dio – von manchen als das beste BLACK SABBATH Line Up überhaupt angesehen. Am Streit, ob nun Dio oder Ozzy Osbourne der bessere Sänger für BLACK SABBATH ist, möchte ich mich hier nicht beteiligen. Herausragend war der kleine Mann mit der ganz großen Stimme aber auf jeden Fall, welcher damals nach „Tyr“ Tony Martin ersetzte.

Allgemein gilt „Heaven And Hell“ als das beste BLACK-SABBATH-Album mit Dio, für mich ist „Dehumanizer“ aber auf derselben Höhe. Das Album ist eines der härtesten und finstersten der gesamten Karriere der Metal-Urväter, leider aber auch ziemlich unterbewertet, obwohl es an die glorreichen Alben der Dio-Ära anknüpft. Auf diesem Werk befindet sich mit „Too Late“ ein episches Stück, das zwar ebenfalls sehr düster ist, aber mit seiner Dynamik einen ordentlichen Kontrast zum Rest bildet und durchaus in der Tradition zum großartigen „The Sign Of The Southern Cross“ von „Mob Rules“ steht. „Too Late“ startet zunächst balladesk, sphärische Keyboards, dunkle, cleane Gitarrenmelodie in Moll, dann der klare, emotionale, ausdrucksstarke Gesang von Dio. Bis nach dem ersten Refrain bleibt das Stück ruhig balladesk, dabei aber schon sehr beklemmend, unheilvoll und düster. Nach dem ersten Refrain setzen Schlagzeug und Bass ein, das Stück noch schleppend schwer aber mit Groove, steigert sich langsam aber stetig. Zum zweiten Refrain kommen die drückenden, kraftvollen Doom-Riffs von Riffgott Iommi, Geezers Bass pumpt wuchtig, Vinnie Appice bearbeitet das Schlagzeug mit präziser Urgewalt. Dann der Wechsel, eine Bridge, so wunderschön, kräftig und leidenschaftlich gesungen von Dio, der bei Stimme ist wie ein junger Gott, dazu abgründige Gitarrensoli, welche die beklemmende Atmosphäre noch verstärken. Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss gehalten, in welchem Dio dem Hörer nochmals eindeutig klar macht, dass es zu spät ist – für immer zu spät! Das melancholische „Too Late“ glänzt mit Dynamik und variabler Geschwindigkeit, unbändiger Energie, Schwere, Tragik, Spannung, beklemmender, ja verzweifelter Atmosphäre, dass es einem eiskalt den Rücken runterläuft. Der Refrain lässt einen nicht mehr los. Ein Song für die Ewigkeit. Dio und BLACK SABBATH – gemeinsam konnten sie einfach Großartiges erschaffen!

Markus Endres

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16.05.2020

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