Nocte Obducta
Interview mit Marcel zur Rückkehr der Band

Interview

Nocte Obducta

Vor gut einem Jahr habt Ihr mit DINNER AUF URANOS ein Album veröffentlicht und sogar erwähnt, dass ein weiteres bereits aufgenommen sei. DINNER AUF URANOS galten als Nachfolger von NOCTE OBDUCTA. Was geschieht jetzt mit der Band, wo der Vorgänger wieder zurück ist?

Nun, aufgenommen war das Album nicht, es gab lediglich aufgenommene Skizzen, Rohversionen und Vorproduktionen. Mit dem Namen DINNER AUF URANOS ist es ein wenig arg unglücklich gelaufen, und da wir immer betont haben, dass die Bands quasi identisch sind, ist die Situation nun auch ein wenig absurd geworden.
Als wir Juni 2006 verkündeten, dass wir NOCTE OBDUCTA auf Eis legen würden, da hatten wir uns gerade nach längerer interner Diskussion darauf geeinigt, irgendwann im Laufe des Jahres den Namen zu ändern. Wir hatten nämlich vor, nach einer Ruhepause, in der wir uns im Proberaum verkriechen wollten, auf der Bühne die ersten acht Alben größtenteils zu ignorieren, wir wollten einfach die Freiheit, den neuen Kram wirklich ausleben zu können. Unter altem Namen hätte man da den Leuten wohl arg vor den Kopf gestoßen, ich als Fan mag es selber nicht, wenn Bands von heute auf morgen eine Vollbremsung hinlegen. Dass es auch wieder härter werden würde, war eh immer klar gewesen, und da hätte man den alten Kram wunderbar wieder auspacken können.
Nun, wie jeder mitbekommen haben dürfte, waren wir aber nicht ein einziges Mal auf der Bühne und auch das erschienene Album spiegelt mitnichten den ganzen Soundkosmos von DINNER AUF URANOS wieder, ohnehin war es nur ein Album (bzw. zwei EPs) in fünf Jahren. Zwei Hauptgründe für die Umbenennung waren also leider passé. Da hätten wir auch einfach unter altem Namen für ein halbes Jahrzehnt komplett im Proberaum bleiben können, denn musikalisch lief es da durchaus nach unseren Vorstellungen weiter. Dann wäre man zurück gekommen mit weiterhin sehr unterschiedlichen Alben, wie es bei uns eh schon immer der Fall war. Natürlich war die Umbenennung auch eine Befreiung in der damaligen Situation. Aber wenn man dann aus welchen Gründen auch immer nichts wirklich Zählbares macht, dann kann man den neuen Namen eigentlich auch sein lassen, denn die fünf Jahre, für die er so wichtig war, haben nach außen quasi nicht stattgefunden.

Auch für NOCTE OBDUCTA hast Du bereits angekündigt, weitere Alben zu veröffentlichen – eines davon könnte schon zum Jahresende aufgenommen werden. Wie sind da die weiteren Pläne, was erwartet uns auf diesen Alben?

Abgesehen von (mal wieder) tausend vagen bis größenwahnsinnigen Ideen/Konzepten und einzelnen Songs, liegen zwei Alben hier herum, die ziemlich klar umrissen sind, und eines davon wollen wir eigentlich im Winter aufnehmen. Das Material ist deutlich sphärischer, für meine Begriffe auch wesentlich depressiver, aber auch experimenteller und wieder weiter weg vom klassischen Schwarzmetall, auch wenn der nicht außen vor bleibt oder „lediglich“ als Steigerung verwendet wird, wie es bei den „Sequenzen“ der Fall war. Möglicherweise wird es für einige Hörer ein Album sein, das nach „Stille“ und „Nektar“ logischer erscheint als „Sequenzen“ oder „Verderbnis“. Es wird auf jeden Fall extrem viel von dem einfließen, was wir in den letzten Jahren im Proberaum und Heimstudio hinsichtlich Soundalarm und Hallmassaker dazu gelernt haben. Sollte ich Vergleiche zur eigenen Diskographie ziehen müssen, würde ich sagen, es erinnert am ehesten an „Stille“ in dichterer und aufwändigerer Form und die zweite Hälfte von „Nektar 2“ mit einem Schuss „Lethe“ und dem, was DINNER AUF URANOS im stillen Kämmerlein fabriziert haben. Das ist aber eine rein subjektive Sache, und wankelmütig bin ich da auch sehr gerne. Anfühlen tut es sich übrigens irgendwie wie „Taverne 2011“. 
Ob es danach sofort wieder hässlicher wird oder etwas anderes passiert, darüber wollen wir mal lieber keine Vermutungen anstellen. Das hat bei NOCTE OBDUCTA nie geklappt, und unter dem Namen DINNER AUF URANOS haben wir das quasi auf die Spitze getrieben. NOCTE waren immer ein wenig unvorhersehbar, und das soll auch so bleiben.

Galerie mit 16 Bildern: Nocte Obducta - Live in Berlin

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23.08.2011

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