Under the Black Sun 2018
Welcome to Hell

Konzertbericht

Billing: 777, A Canorous Quintet, Anal Vomit, Arcturus, Author, Batushka, Blood Red Fog, Chaos Invocation, Cirith Gorgor, Délétère, Halphas, Horn, Master's Hammer, Mosaic, Nocturnal, Outre, Schrat, Shroud Of Satan, Sigh, Throneum, Utuk Xul, Wolves In The Throne Room, Steingrab und Hellfire Deathkult
Konzert vom 05.07.2018 | Freilichtbühne Friesack, Friesack

Eine Gaumenreise nach Ungarn

Bevor sich dem Bühnenprogramm von Tag zwei gewidmet werden kann, braucht es erstmal eine Stärkung. Denn: Ohne Mampf kein Kampf! Neben traditioneller deutscher Bratwurst gibt es ungarisches Essen. Es kampiert auf dem „Under the Black Sun“ nämlich auch der Lángos-Mann. Lángos ist ein knuspriger Fladen, der herzhaft mit viel Knoblauch oder süß mit Marmelade serviert wird. Auf dem kleinen Fest wird er auch vegan angeboten. Der in die Jahre gekommene rundliche Mann mit dem Ringelshirt ist stets gut gelaunt und in professioneller Kluft unterwegs. Mit Schürze und schief sitzender Kochmütze repräsentiert er seinen Stand, obwohl die meiste Arbeit an seiner Frau hängen bleibt. Ab und zu sieht man ihn mit seinem Smartphone in der Menge vor der Bühne, während sie alles im Griff behält.  Wenn der Lángos-Mann nicht auf Festivals oder anderweitig arbeitet, geht er zuhause mit seinen Alpakas spazieren und bietet Kamelreiten an – ein ganz normales Hobby eben.

Am frühen Nachmittag reißt die Wolkendecke auf. DOOMENTOR eröffnen in langen schwarzen Roben, gefolgt von einem meiner persönlichen Festival-Highlights: HALPHAS. Ein vernebeltes sonores Intro ködert so manchen vor die Bühne, auf der jetzt fünf langhaarige Black Metal Pandas in der prallen Sonne dahinschmelzen. Kriegerisch sehen sie vielleicht auch gerade wegen des liquiden Corspepaints und ihren Nietenarmbändern aus. HALPHAS stehen neben AUTHOR, FIN und SCHRAT ebenfalls bei Folter Records unter Vertrag und haben erst kürzlich ihr neues Album „Dawn of a Crimson Empire“ veröffentlicht. Was auf Platte recht eintönig klingt, entpuppt sich erst live als echte Zugnummer. Die Vocals wirken energisch rausgepresst und liefern einen Wechsel aus hohem verhallenden Kratzgesang und klaren Rufen. Hin und wieder reckt der Sänger seinen nietenbesetzten Arm in die Luft und reißt die Crowd mit ein paar Schlachtrufen gut mit. Das Schlagzeug bedient indes ein Spektrum aus langsam schwerfälligen Passagen und tosendem Sturmfeuer, was sich beides hervorragend zum Nackenschwingen eignet. Gegen Ende meint es die Technik ein bisschen zu gut – es gibt vereinzelt Rückkopplungen und mehrere Höhen zu viel.

Nach WOLVENNEST und A CANOROUS QUINTET entern DÉLÉTERE gegen frühen Abend den Schauplatz. Die Franzosen bestechen nicht nur mit pechschwarzem Corpsepaint, sondern vor allem mit melodischen Riffs und ordentlich Geschwindigkeit. Ihre leidenschaftliche Darbietung überziehen sie um satte zwanzig Minuten und übergeben an HORN.

Der Platz ist gut gefüllt als das Intro nach alter Marschmanier beginnt und von lebendigen klangvollen Riffs abgelöst wird. Textlich geht es bei HORN um Natur-Themen; der dazu passende Pagan Einschlag ist nicht zu überhören. Ein kameradschaftlich-marschierender Tenor zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzert und stößt beim Publikum auf offene Ohren.

Die Gretchenfrage des Tages ist: Wie wird die Bühnenshow von deren Nachfolger BATUSHKA aussehen? Erfahrungsgemäß warten die nämlich mit einem beinahe vollständigen Kircheninventar und acht Personen auf und die Bühne in Friesack ist für deren Verhältnisse sehr schmal. Tatsächlich werden dennoch ein Kerzenständer nach dem anderen und diverse weitere Utensilien auf das Podest getragen. Angesetzter Beginn ist um 20.00 Uhr. Eine Dreiviertelstunde später rückt die Band auf der Bühne zusammen und beginnt mit ihrem zehnminütigen Intro. Die Sonne verabschiedet sich langsam über den Bäumen, während sich Nebelschwaden durch das rot-goldene Bühnenlicht ziehen. Neben einem kleinen Altar brennen Räucherstäbchen und der Frontmann geht mit seinem Turibulum umher. Das eigentliche Konzert beginnt und hangelt sich strikt an ihrem Debüt „Litourgiya“ aus 2015 entlang. Im Gegensatz zu ihren Indoor-Auftritten will hier draußen nicht dieselbe Atmosphäre entstehen. Der Sound verflüchtigt sich in den Weiten der Natur, die Musik wirkt recht leise und bassarm. Obwohl Darbietung und Konzept in ihrer Form nach wie vor einzigartig sind, scharren viele Fans allmählich mit den Hufen. Es muss etwas Neues her! BATUSHKA liefern musikalisch ab wie gewohnt und begeistern die Meute vor der Bühne gekonnt. Es folgen WITTR und ARCTURUS.

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14.07.2018

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