Sodom
sagen Auftritt beim Steelfest ab

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Die Thrash-Metal-Band SODOM aus Gelsenkirchen hat ihren Auftritt beim Steelfest 2022 in Finnland abgesagt. Nachdem das komplette LineUp des Festivals bekannt wurde und dort jetzt auch NSBM-Bands wie GRAVELAND und NOKTURNAL MORTUM zu finden sind, hatten kritische Reaktionen die Thrasher vorgestern zu einem Statement auf Facebook bewegt, das aber noch keine Absage des Auftritts beinhaltete. Diese erfolgte nun gestern Abend, ebenfalls via Facebook.

SODOM hatten zunächst erläutert, dass der Auftritt schon vor zwei Jahren gebucht wurde und ursprünglich 2020 stattfinden sollte, aufgrund der Corona-Pandemie aber verschoben wurde, das komplette LineUp also nicht bekannt gewesen sei. Es müsse zuerst die rechtliche Situation hinsichtlich einer Absage geklärt werden, teilte die Band in ihrem Statement vom 01.09. mit. Gleichzeitig wurde aber auch klargestellt, dass man sich nicht jedem „politischen Druck“ beugen wolle. Gestern Abend wurde ohne weitere Einordnung mitgeteilt, dass man gerne bei anderer Gelegenheit in Finnland auftreten wird.

Zudem stellten SODOM die Frage in den Raum, ob nun alle „politisch korrekten“ Bands ihren Auftritt auf dem Steelfest absagen müssen. Unter anderem sind auch DISMEMBER, MOONSORROW und DEICIDE weiterhin für das Festival bestätigt. MELECHESH und SAMAEL haben ihre Auftritte nach Bekanntwerden der Teilnahme von NSBM-Bands bereits abgesagt.

Das Statement des Festivalveranstalters zu den aktuellen Entwicklungen wurde von SODOM kommentarlos auf deren Facebook-Seite geteilt. Darin spricht der Veranstalter davon, dass „zwei bis drei“ Agenturen auf ihn zugekommen sind, die den Rauswurf von zwölf bestimmten Bands vom LineUp fordern, oder ansonsten die Teilnahme der von ihnen vertretenen Bands absagen werden. In seinen weiteren Ausführungen weist er alle Vorwürfe von sich, setzt die Ausgrenzung von Neonazis mit Rassismus gleich und sieht die Schuld in „extremistischen Gruppen“, die „kontroverse“ Bands nicht ertragen würden.

NSBM steht für National Socialist Black Metal. Rob Darken, einziges Mitglied der Band GRAVELAND äußert seine rechtsradikale Ideologie regelmäßig in seiner Musik und in Interviews. Einige Alben der Band sind deswegen in Deutschland indiziert. Die Band NOKTURNAL MORTUM hat sich seit 2014 von solchen Aussagen in der Vergangenheit zwar distanziert, trat aber weiterhin auf Rechtsrock-Festivals auf und coverte 2017 einen Song der nationalistischen ukrainischen Gothic-Band KOMU VYNZ. Für das Steelfest 2022 sind zudem etwa ein halbes Dutzend weitere Bands bestätigt, die zumindest wegen personeller Verbindungen zu NSBM-Bands in der Kritik standen.

Galerie mit 22 Bildern: Sodom - Baden In Blut 2019
Quelle: Sodom-Facebook-Seite, FOIA Research, Loudersound
03.09.2021

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6 Kommentare zu Sodom - sagen Auftritt beim Steelfest ab

  1. ultra.silvam sagt:

    Wie man halt seitens Sodom versucht die Wogen zu glätten, dabei haben sie ja schon 2013 auf dem Steelfest mit klaren Neonazis wie z.B. Goatmoon gespielt und waren sich dem Ruf des Festivals durchaus bewusst. (Einfach mal bei Google Bilder nach „Steelfest Goatmoon“ suchen). 2019 wurde dann nochmal auf Steelhordes gespielt.

    Melechesh haben übrigens nur abgesagt weil sie im Studio sind und schrieben auch dass sie das Geld gerne genommen hätten.
    Von Bands wie Dismember, Venom, etc. ist zu erwarten dass in den Kürze eine offizielle Absage bekannt gegeben wird.

  2. ArtBeck sagt:

    …einfach nur bitter & armselig. Hier geht’s nicht um irgendein Grauzonen-Gedöns, dass der Fußpfleger des Schwagers vom Cousin des Gitarristen einer NSBM Band mal auf dem gleichen Konzert oder Festival war, sondern darum, ob man auf einem Nazi-Festival spielt oder nicht. Wer die Frage nicht ganz klar und überzeugend mit „Nein, niemals!“ beantworten kann, hat in der freiheitlichen und toleranten Gemeinschaft, die die Metal-Szene mal war und sein sollte, nix zu suchen. Punkt.

  3. nili68 sagt:

    Niemand will freiheitlich und tolerant, nur wenn es ohnehin mit den eigenen Zielen übereinstimmt. Alles andere ist Selbstbetrug.

  4. Schraluk sagt:

    Was für ein Blödsinn.

  5. nili68 sagt:

    Haha, du denkst einfach nicht weit genug. Zu deiner großen Freude habe ich aber keine Muße, das jetzt differenzierter auszuführen.