Sonata Arctica - Pariah's Child

Review

Galerie mit 24 Bildern: Sonata Arctica auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Nachdem die Finnen SONATA ARCTICA mit ihrem letzten Langspieler „Stones Grow Her Name“ vor zwei Jahren eine gelinde gesagt kontrovers diskutierte Scheibe vorlegten, war das neue Album „Pariah’s Child“ als eine Art Rückbesinnung auf alte Tugenden angekündigt.

Der vorab bereits als Single ausgekoppelte Opener „The Wolves Die Young“ geht zwar in die richtige Richtung, lässt mich aber alles andere als schwer beeindruckt zurück – ganz netter Refrain aber ansonsten eher meh. Ähnlich geht es mir auch bei den folgenden „Running Lights“ und „Take One Breath“, denen gemeinsam ist das sie zwar ein paar nette Ideen einbauen aber irgendwie nicht mal im Ansatz zwingend sind.

Aber nicht aufgeben! Denn was SONATA ARCTICA im Anschluss an das doch eher enttäuschende erste Drittel von „Pariah’s Child“ anbieten, ist eine ganz andere Hausnummer!

Da wäre einmal das unheimlich verspielte ultramelodiöse „Cloud Factory“, das in etwa so klingt wie der schönste Jahrmarktbesuch, an den man sich aus seinen Kindheitstagen erinnern kann (auch wenn der Text eher eine Fluchtphantasie ist), und äußerst mitreißend ist.

Zu den absoluten Höhepunkten zählt auch das nicht nur lyrisch herausragende „What Did You Do In The War, Dad?“, das zwischen atmosphärischem Pathos und fickerigen Eruptionen wechselt und eine sehr gelungene Dynamik aufweisen kann.

Mit dem wie von irgendeiner Meditations-CD geborgten Intro zu „Half A Marathon Man“ schleichen sich SONATA ARCTICA dann ziemlich hinterfotzig an den Hörer heran, entwickelt sich das Stück doch zu einem orgiastischen Classic-Rock-Schmankerl im Geiste DEEP PURPLEs das auch gut auf die Vorgängerscheibe gepasst hätte – für mich sowohl das unerwartetste als auch stärkste Stück auf „Pariah’s Child“ (auch wenn bestimmt einige Spalter!-Rufe von der Judäischen Volksfront kommen werden).

„X Marks The Spot“ schafft dann das Kunststück, richtig fette Riffs mit abgedrehten Vocals im Stile eines baptistischen Volkspredigers zu unterlegen, und überzeugt mit seiner imminenten Catchyness – richtig gut!

Das abschließende „Larger Than Life“ bietet dann nochmal die ganze Palette auf, die sich SONATA ARCTICA über die Jahre zugelegt haben und bildet einen schönen Schlusspunkt unter „Pariah’s Child“.

Mit „Pariah’s Child“ liefern SONATA ARCTICA eine insgesamt gute Platte ab, die die Hardcore-Fans der frühen Bandphase zumindest teilweise besänftigen dürfte, auch wenn die musikalische Entwicklung der Band es schlichtweg unmöglich macht, eine authentische Zeitreise in die Anfangstage zu unternehmen.

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26.03.2014

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