Sonata Arctica - Stones Grow Her Name

Review

Galerie mit 24 Bildern: Sonata Arctica auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Wer genau aufpasste, konnte entsprechende Tendenzen bereits auf dem Vorgängerwerk „The Days Of Greys“ erkennen, auf dem Nachfolger „Stones Grow Her Name“ wird es nun aber offensichtlich: SONATA ARCTICA haben ihren Sound in eine „amerikanischere“ Richtung entwickelt. Nun, da die Finnen sich bewusst von den immer progressiver und komplexer werden Songstrukturen abwenden, die seit „Unia“ einige der alten Fans verschreckt haben dürften, kommen Stadionrock-Anleihen und poppige Elemente überdeutlich zum Vorschein. Dies führt zu einer erhöhten Mitsing-Kompatibilität und Eingängigkeit der neuen Stücke und einer teilweisen Rückbesinnung auf die Stärken ihrer ersten Alben.

Ist „Stones Grow Her Name“ also ein Versöhnungsangebot an jene Nostalgiker, die sich ein zweites „Ecliptica“ oder „Silence“ wünschen? Keineswegs! Denn ihren musikalischen Werdegang verleugnen SONATA ARCTICA zu keinem Zeitpunkt. Hier herrscht nicht gnadenlos nach vorne peitschender Highspeed-Power-Metal und auch die Experimentierfreude, die der Band seit „Reckoning Night“ quasi Narrenfreiheit beschert hat, ist nicht verschwunden. Nur versucht man es diesmal eben nicht zu übertreiben und die Songs eher kompakt zu halten.

Einen offensichtlichen Bogen zum „Reckoning Night“-Album schlägt der Abschluss-Doppelpack, der das geniale Mini-Epos „Wildfire“ um einen zweiten und dritten Teil ergänzt. Die beiden Achtminüter sind auch die einzigen Stücke, bei denen SONATA ARCTICA ihre selbstgesetzte Fünf-Minuten-Marke nicht eingehalten haben, bilden aber gerade deshalb einen äußerst gelungenen Abschluss der Scheibe. Auf einem nicht minder hohen Niveau bewegt sich der Einstieg mit der typischen SONATA-ARCTICA-Hymne „Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)“ und dem gleichermaßen straighten wie hart rockenden „Shitload O’Money“. Ist es also der Mittelteil, wo das Album ein wenig schwächelt?

Teilweise ja, denn tatsächlich hängt der Spannungsbogen bei den gut gemachten, aber irgendwie recht vorhersehbaren Stücken „Alone In Heaven“, „The Day“ und „Don’t Be Mean“ ein wenig durch. Das gleichen der großartige, entfernt an die Klassiker „Victoria’s Secret“ und „Full Moon“ erinnernde Up-Tempo-Brecher „Losing My Insanity“, sowie der harte Brecher „Somewhere Close To You“ wieder aus. Zu den Highlights zählt auch die Single-Auskopplung „I Have A Right“, an der sich allerdings die Geister scheiden dürften. Das Stück kommt dermaßen poppig und mit einer fies ohrwurmigen Refrain-Melodie daher und dürfte die Fans stark polarisieren.

Das absolute Highlight von „Stones Grow Her Name“ ist jedoch „Cinderblox“, das noch einmal deutlich die „Amerikanisierung“ des SONATA-ARCTICA-Sounds unterstreicht. Hier lebt Sänger und Hauptsongschreiber Tony Kakko sein Faible für Country- und Bluegrass-Musik aus, was sich nicht zuletzt in Geigenklängen und einem brillianten Banjo-Solo äußert, das man so noch nie in einem Metal-Song hören durfte. Was andere Bands sich höchstens als witzige Parodie trauen würden (ja, Herr Sammet, Sie dürfen sich angesprochen fühlen), ist hier völlig ernst gemeint und funktioniert überraschend gut.

Über die Fähigkeiten der Musiker und den einzigartigen Gesang von Tony Kakko braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Natürlich bietet „Stones Grow Her Name“ hier die gewohnte Qualität und wird von einer tadellosen Produktion brilliant in Szene gesetzt. Die vernachlässigbaren Schwächen im Mittelteil ändern auch nichts daran, dass „Stones Grow Her Name“ ein extrem starkes Album geworden ist. Das Niveau von „Reckoning Night“ erreichen SONATA ARCTICA hier zwar nicht ganz, Fans der Finnen dürfen dennoch bedenkenlos zugreifen.

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12.05.2012

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