Subway To Sally - Engelskrieger

Review

Galerie mit 22 Bildern: Subway To Sally - Summer Breeze Open Air 2019

Es ist nur logisch, dass man sich als Künstler von selbstvorgeschriebenen Genrewegen befreien will. Diese Prämisse folgenden setzten sich Subway To Sally stilistisch niemals zur Ruhe, entdeckten auf FOPPT DEN DÄMON das Mittalter in ihrem Folk-Rock, gaben mit BANNKREIS dem Metal ein breites Spektrum in ihrem Album und raffinierten diese Melange auf HOCHZEIT. Doch schon das letzte Album ließ die Band ein wenig müde und ideenlos erscheinen, HERZBLUT wollte nicht so richtig zünden und auch die elektronischen Spielerei wirkten mehr halbgar und unausgereift. Scheinbar schien dies die Band zum Anlass zu nehmen, das gesamte Bandkonzept zu überdenken – und kurzerhand über Bord zu kippen. Womit sie in die Fußstapfen so einiger anderer Kollegen treten, die seit dieser Art von Weiterentwicklung massive Probleme haben, noch einmal den richtigen Tritt zu finden. Tollkühn könnte man prognostizieren, dass es Subway To Sally auch nicht anders gehen wird. Denn was die Band mit ENGELSKRIEGER erschaffen hat, negiert die Vergangenheit der Band, gibt ihnen die Gestik eines kopflosen Huhns. Statt die eigenen Grenzen mit den ureigenen Mitteln zu sprengen, macht man tabula rasa und beginnt von neuem – diesmal auf modernen Pfaden, die so seelenlos wie beliebig klingen. Irgendwo zwischen Nu-Metal und Rammstein werden Riffs aufeinandergetürmt, krampfhafte Refrains in die Musik gepresst und nach einer sinnvollen Verwendung der quäkenden Stimme von Sänger Fish gesucht. Es will nicht gelingen. Die Riffs überrollen alles, sind durchaus messerscharf produziert, lassen aber kein Platz für Melodien, Ideen, Kreativität. Vielmehr werden die Riffs zum Todesstoß für ENGELSKRIEGER, nach dem dritten Stück kann man die ganze aufgesetzt Härte nicht mehr ertragen und sehnt sich nach einem weniger ausgestanzten Konzept. Es kommt nicht. Vielmehr versucht Erik Fish etwas mit seiner Stimme zu machen und will sich in die Musik einfügen, scheitert kläglich und kann nur in den choralen Momenten etwas von der alten Erhabenheit erlangen. Auch die Texte passen sich dem Zeitgeist von hirnlosen Worthülsen an und ähneln den wittschen Ergüssen. Die Geige spielt so gut wie keine Rolle mehr, über alles dominieren die Gitarren und machen ENGELSKRIEGER zu einem simplen, einfallslosen Stück Musik, welches zwar mit einer guten Produktion, aber keinerlei Identität aufwarten kann. Was auch immer das Septett bei diesem Album geritten haben mag, man kann nur für sie hoffen, dass es bald wieder von ihnen heruntersteigen mag. Die Band hat sich damit selbst in eine Strudel begeben, den sich nicht mehr kontrollieren kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich Subway To Sally bald wieder auf wichtigere Werte in ihrer Musik als Härte allein besinnen.

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Subway To Sally - Subway To Sally Herzblut / Engelskrieger 2-CD Standardbei EMP13,99 €
17.02.2003

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Subway To Sally auf Tour

20.12.19Subway To Sally – Eisheilige Nächte 2019Subway To Sally, Fiddler's Green, Knasterbart und VogelfreyIm Wizemann, Stuttgart
21.12.19Subway To Sally – Eisheilige Nächte 2019Subway To Sally, Fiddler's Green, Knasterbart und VogelfreyHessenhalle, Gießen
22.12.19Subway To Sally – Eisheilige Nächte 2019Subway To Sally, Fiddler's Green, Knasterbart und VogelfreyAlter Schlachthof, Dresden
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14 Kommentare zu Subway To Sally - Engelskrieger

  1. grimm sagt:

    und mir hat herzblut gut gefallen. alle welt verschrie das album wegen fehlender innovation (wozu innovation, wenn das teil geil ist???), jetzt habt ihr eure dämliche weiterentwicklung, werdet glücklich damit! keine wertung.

  2. Anonymous sagt:

    Hmm, ich find’s eigentlich gut daß dieser latente Schlagertouch, der der Band schon immer innewohnte, etwas ’ner ordentlichen Portion Rumms gewichen ist…

    9/10
  3. Anonymous sagt:

    tja so kann man sich irren. nicht das ich überwältigt wäre von *engelskrieger, aber hier von einem flopp zu sprechen ist absolut nicht korrekt. ok, die rammstein/nu-metal-riffs zählen nicht gerade zu den originelsten und abwechslung sucht man bei den nu-metal vergebenst, aber die findet dafür bei den typischen subway to sally genialen texten und melodien statt. alleine "knochenschiff" und "2000 meilen tief" müssen sich in keinster weise weder textlich noch musiklaisch vor vergangenen sts-klassikern verstecken. das ganze hat mehr WUUUMMMMS!!, dafür fällt die mittelalterliche instrumentierung minimalst aus, was etwas schade ist, aber die mittelalterliche spielman-atmosphäre wird durch die texte und melodien weiterhin aufrecht erhalten. und mal ehrlich, wer kann bei solchen texten schon still sitzen und nicht lauthals mit gröllen??????? "ich versinke, ich ertrinke, ich will keine schmerzen mehr, ich will dort sein wo es still ist, 2000 meilen unterm meer" 8 p. – grimm

    8/10
  4. Anonymous sagt:

    Gelungenes Experiment! Also floppen wird das Album sicherlich nicht. Aber manchen Fans wirds wahrscheinlich nicht so besonders gefallen. Was ich fürs nächste Album aber erwarte ist, das etwas mehr auf "Bewährtes" zurückgegriffen wird (Also GEIGE wieder her *fg*) =)

    8/10
  5. Anonymous sagt:

    Das Review hat ja schon ein bisschen abgeschreckt, aber jetzt nach ein paar Hördurchläufen hab ich richtig gefallen an Engelskrieger gefunden! "Verloren", "Geist des Kriegers", "Falscher Heiland" und "Knochenschiff" gefallen mir am besten! IN Ixtremo haben auf ihrem aktuellen Album auch mehr Metal reingebaut! Ist doch egal, wenn´s gut klingt und die Band was draus macht!

    8/10
  6. dorgard sagt:

    Das Album ist Bullshit! So eine Imagescheisse hätte ich denen nie zugetraut. Das is ja schon wie beim Wrestling …da wird auch die Attitüde beliebig getauscht.

    3/10
  7. Anonymous sagt:

    Zugegeben einige Songs (z.b. Geist des Kriegers , Unsterblich) klingen riffmäßig stark nach Rammstein, trotzdem würde ich das Album nicht mit denen vergleichen. Das Review hier ist jedenfalls totale Scheiße! Man merkt hier schreibt kein echter Fan!!! Auf dieser Platte sind absolute Band-Klassiker wie "Falscher Heiland", "Knochenschiff", "Wolfstraum" oder "Verloren" geschrieben worden! Oder etwa nicht? Es wurden halt nur viel weniger Geigen verwendet, und remember: Rammsteinriffs gabs auch 1999 auf der "Hochzeit" schon!!! Ich bin von dem Album total begeistert, mir bleibt jeder Song im Kopf – die totalen Hymnen!Geil!

    9/10
  8. hoelk sagt:

    Suuper album eine der wenigen bands dies dann doch geschafft hat sich nicht dauernd nur selber zu kopieren, was neues zu machn, und dabei NICHT scheisse zu klingen

    9/10
  9. Anonymous sagt:

    Ich muss schon sagen, was Subway to Sally da gewagt haben – Alle Achtung. Aber, der Mut hat sich voll ausgezahlt. Hat schon auf Herzblut (übrigens ein verdammt gutes Album) der Mittelalterklang etwas gefehlt haben sich Subway to Sally jetzt wohl endgültig aus dem düsteren Mittelalter mit seinen Hexen und Minnesängern verabschiedet. Und, hey was wolln wir mehr, sie sind in der Gegenwart. Ich kenne wenig Metalbands, die so emotional über aktuelle Themen schreiben wie das die Sally’s auf diesr Platte tun. Ich hoffe ich bin nicht der einzige, dem bei "Abendlied" ein Schauer über den Rücken läuft und der bei "Falscher Heiland" Herrn G.W.Bush gern eine rein hauen würde (Tschuldigung für die politische Äusserung). Also bergrüssen wir doch Subway to Sally in der Gegenwart und an alle anderen, trälert eure Liedchen über Liebe, Sex und kleine Ungeheuer

    9/10
  10. untrue sagt:

    Die neue Ramm… äh, Subway To Sally-Scheibe habe ich mir vor kurzem zu Gemüte geführt. Die Texte sind ganz in Ordnung wenn auch übertrieben pathetisch, aber rein musikalisch gesehen is die CD genauso schlecht wie das Cover-Design, da diese 08/15-Riffs alles andere als kreativ sind und außerdem isses bedauerlich, dass die Mittelalter-Einflüsse verschwunden sind.

    4/10
  11. Anonymous sagt:

    nicht mehr viel übrig von mittelalter. die gitarren sind härter. die stimmung sehr düster. die texte anspruchsvoll wie immer – mit einem starken hang zum dunklen und depressiv/melancholischen. über allem thront die ganz besondere stimmte von eric fish. und es passt alles irgendwie zusammen. mir persönliche gefallen zwar die alben "bannkreis" und "hochzeit" am meisten, finde den extremen schritt, der von vielen gesehen wird, hier gar nicht. weils irgendwie passt. es wirkt nicht fremd. und das liegt sicher auch am gesang. aber bevor ich mir die neueren ‚in extremo‘ antue (man höre sich mal "küss mich" oder "erdbeermund" an, schrecklich) bleibe ich lieber bei den harten STS (den deutschen wohlgemerkt…).

    8/10
  12. johead sagt:

    weiterentwicklung: grundsätzlich gerne, aber das hier ist einfach für viele alte Fans ein Tritt in die Fresse. Dass inzwischen fett produzierte Gitarren gepaart mit moderner Produktion und möglichst simpel gestrickten Songs gut verkäuflich sind schreien die Spatzen von den Dächern. Dass sich aber ausgerechnet Subway diesem Trend anbiedern…burps

    2/10
  13. michi sagt:

    Belangloser, pseudo-sozialkritischer Stampfmetal ohne substanz. Was bei Rammstein oder den Deathstars noch recht spannend wirkt, ist hier einfach nur langweilig und peinlich. Vor allem der schlagerartige Gesang nervt, aber auch die monotone Elektronik und primitivsten melodien. Außerdem spielen die mittelalterlichen Instrumente hier kaum eine Rolle, was der Band jedoch besser zu gesicht stehen würde als dieses möchteger-Rammstein-geschrammel. Da höre ich doch lieber InExtremo, auch wenn deren letzten Alben auch ein bisschen zu sehr auf der Kommerzschiene fahren.

    2/10
  14. Anonymous sagt:

    Für mich ist Engelskrieger das beste STS-Album überhaupt! So viele starke Songs auf einem STS-Album suche ich sonst vergebens. "Narben", "Heiland", "Knochenschiff", "2000 Meilen unter dem Meer" etc. Alles absolut starke Lieder. Kein Mittelalter mehr? Ja und? Trotzdem klasse!

    9/10