Summer Breeze Open Air
Der große Festivalbericht 2019

Konzertbericht

Billing: Parkway Drive, Bullet For My Valentine, Avantasia, In Flames, Subway To Sally, King Diamond, Dimmu Borgir, Emperor, Airbourne, Hammerfall, Meshuggah, Testament, Kvelertak, Eluveitie, Cradle Of Filth, Hypocrisy und Lordi
Konzert vom 13.08.2019 | Flugplatz, Dinkelsbühl

Donnerstag, 15.08.2019

Galerie mit 65 Bildern: Summer Breeze 2019 – Autogrammstunden Donnerstag bis 18:00 Uhr Galerie mit 59 Bildern: Summer Breeze 2019 – Autogrammstunden Donnerstag ab 18:00 Uhr

11.30 Kambrium (T-Stage)

Galerie mit 17 Bildern: Kambrium - Summer Breeze Open Air 2019

Auf der T-Stage eröffnen KAMBRIUM den Donnerstag auf dem Summer Breeze. Gerade eben hat ein Platzregen die Staubpisten noch in Schlammlöcher verwandelt, doch das Publikum hat sich davon nicht abhalten lassen. Es sind zwar nur einige Hundert, diese haben aber offensichtlich richtig Bock auf KAMBRIUM und begrüßen die Truppe aus Helmstedt deshalb direkt mit Jubel. Die Musiker lassen ihre Fans aber noch ein Weilchen warten und kehren diesen während ihres Intros sogar den Rücken zu. Kaum geht es los, wird es aber rasant. Neben den Melodic-Death-Einfüssen bieten KAMBRIUM eine ordentliche Portion Symphonic Power Metal und haben dabei sichtlich Spaß. Die gute Stimmung überträgt sich blitzschnell auf das Publikum, das nicht nur ordentlich am Headbangen ist, sondern auch einen kleinen Circle Pit anzettelt, der im Laufe der Show noch weiter anwachsen wird. „Habt ihr gestern schön gefeiert? Was macht ihr dann alle so früh vor der Bühne?“ – kommentieren KAMBRIUM verzückt. Die Band haut eine Hymne nach der anderen raus und nimmt auch den wieder einsetzenden Regen mit Humor. „Das muss so sein“, heißt es schlicht. (Angela)

Setlist

Nocturnal Woods (Intro)
Against All Gods
Everlasting Resistance
Taken By The Storm
Season Of The Seawitch
Dawn Of The Five Suns
Tribe Of Darkness
Shut Your Mouth

12.00 Iron Reagan (Main Stage)

Galerie mit 16 Bildern: Iron Regan - Summer Breeze Open Air 2019

Einer muss ja den Anfang machen, und so obliegt es IRON REAGAN, am Donnerstag die Mainstage gebührend zu eröffnen. Mit Drumplay aus dem Hause Kanonenfeuer brettert die Band aus den USA drauflos. Aufgrund des zugezogenen Himmels und einzelner Regenschauer blicken sie zwar zu Beginn der Show noch in eine minimalistische Anzahl von Zuschauern, aber IRON REAGAN sind bestens aufgelegt und lassen sich vom schlechten Wetter nicht abhalten. Da werden munter die Lockenprachten von Gitarrist und Bassist zum Rhythmus des Crossoversounds im Kreise gedreht, so dass man fast neidisch auf eine dertige Haarwelle werden kann. Drummer Ryan Parrish, welcher während des Sets keine Oberbekleidung, aber dafür ein fettes Grinsen im Gesicht herumträgt, sorgt für mächtigen Druck an den Trommeln. IRON REAGAN bringen gute Laune und ganz viel Liebe aufs Parkett, denn mit den Worten “This is a song about love!“ wird der Track “Fuck The Neighbors“ der Platte “Crossover Ministry“ präsentiert. Diese positive Energie zieht dann doch noch eine gute Menge vor die Bühne, die am Ende sichtlich unentäuscht zurückgelassen wurde. (Jeanette Grönecke-Preuss)

Setlist

Eat The Shit And Live
Insanity Please
Bleed The Fifth
Conditioned Evolution
Tyranny Of Will
I Won`t Go
Rock Block
They Scream
Cycle Of Violence
Paycheck
Fuck The Neighbours
Eyeball Gore
Miserable Failure
Exit The Game
Mini Lights

12.20 Slaughter Messiah (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Slaughter Messiah - Summer Breeze Open Air 2019

SLAUGHTER MESSIAH haben sich als Genre Black Speed auf die Fahne geschrieben und den Nagel damit auch so ziemlich auf den Kopf getroffen. Sehr roh und old school geht es zu, und neben dem Einfluss verschrammelten Black Metals fällt vor allem der Achtzigerjahre-Thrash auf. Sänger Lord Sabathan scheint ein wenig zu genau auf den Spuren von Lemmy wandeln zu wollen, zumindest, was seine Vocals betrifft. Optisch zeigen sich SLAUGHTER MESSIAH in Lederwestchen und nietenbestückt, haben ihr bestes Waschbär-Makeup aufgelegt und sich die T-Shirts kaputtgemacht. Ein wenig bringt ihr Aufzug daher zum Schmunzeln. Musikalisch lassen sie Melodien und Hooks vermissen und liefern relativen Einheitsbrei. Aus einem zu Anfang spärlich besiedelten Zuschauerbereich wird schnell ein ziemlich leerer. Einige wenige feiern die Band zwar noch moderat ab, als sie nach 30 Minuten einpacken, ist aber niemand sichtlich traurig. (Angela)

Setlist

From The Tomb…
Mutilated By Depths
Black Speed Terror
Pouring Chaos
Blasphemous Exhumation
Crypt Of The Undead
The Hammer Of Ghouls

12.55 Lord Of The Lost (Main Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Lord Of The Lost - Summer Breeze Open Air 2019

Regenschauer während des Gigs? Nicht schlimm: Das wasserfeste Make-Up sitzt perfekt. LORD OF THE LOST, deutlich an ihrer schwarzen Gesichtsbemalung zu erkennen, entern mit ihren Industrial-Pagan-Synth-Klängen die Stage. Diesen beschwörenden Tönen folgt der ein oder andere ebenfalls, und so versammelt sich eine amtliche Menge “Lost Kids Of Lord Of The Lost“, die sich den düsteren Intonationen hingeben. Mit tiefster Stimme und mit theatralischen Gesten führt Chris Harms durch die Vocals und erreicht damit Zwischenapplaus und Zwischenrufe. Als dann auch noch endlich die ersten Sonnenstrahlen auf die Hamburger Dark-Metaller glitzert, kann sich selbst ein Wesen in Dinosaurier-Kostümierung nicht vom Crowdsurfing zurückhalten. Was so eine Mischung Pop-Pagan-Dark-Metal alles ausmachen kann. LORD OF THE LOST zelebrieren ihre eigene, kleine Messe, die gut ankommt und mit den Songs “Six Feet Underground und “La Bomba“ dann mit immer noch perfekten Bühnen-Make-Up zum Ende kommt. (Jeanette Grönecke-Preuss)

Setlist

On This Rock I Will Build My Church
Loreley
Morgana
Naxxar
Under The Sun
Full Metal Whore
Drag Me To Hell
Six Feet Underground
La Bomba

12.55 Twilight Force (T-Stage)

Galerie mit 21 Bildern: Twilight Force - Summer Breeze Open Air 2019

Wer nun die schwedische Reinkarnation von RHAPSODY (OF FIRE?) erleben möchte, darf sich vor der T-Stage in sein LARP-Kettenhemd hüllen, zum Latexschwert greifen und gemeinsam mit den gleicherart gewandeten Gestalten auf der Bühne Gewalt gegen grausige Grüngeschuppte anwenden. Oder so ähnlich. Wo wir uns also szenisch im weiten Feld des gepflegten Klamauk bewegen, setzen TWILIGHT FORCE immerhin ihre Musik kompetent um und sorgen mit eingängigen Zuckergussmelodien beiderseits der diffus-magischen Kitsch-Grenze zuverlässig für Zahnschmerzen beim unbedarften Zuhörer. Auch damit erinnern sie an die selige RHAPSODY-Frühphase, wie auch der Timbre von Mittlerweile-Sänger Alessandro Conti (TRICK OR TREAT) verdächtig an einen jungen Fabio Lione erinnert – nur ohne dessen arg grauseligen Akzent.

Die hymnischen Stücke laden allesamt zum Mitsingen ein und werden entsprechend begeistert von der Meute abgefeiert. Passend zum unmittelbar vor seiner Veröffentlichung stehenden „Dawn Of The Dragonstar“-Album packen TWILIGHT FORCE dann auch zwei aufblasbare Drachen-Schwimmtiere aus, auf denen sich zwei todesmutige Reiter einmal bis zum Front-Of-House-Turm und wieder zurück tragen lassen. Während sich der Gewinner über ein Exemplar des neuen Albums freuen darf, nehmen zwei Dutzend andere Fans wenigstens eines der ebenfalls ausgehändigten Aufblas-Schwerter als Andenken mit nach Hause – der ganze normale Fantasy-Metal-Wahnsinn eben. (Florian Schörg)

Setlist

Battle Of Arcane Might
To The Stars
Riders Of The Dawn
Dawn Of The Dragonstar
Queen Of Eternity
Flight Of The Sapphire Dragon
Gates Of Glory
The Power Of The Ancient Force

13.45 The Dogs (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 20 Bildern: The Dogs - Summer Breeze Open Air 2019

Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet, dass der Auftritt der Osloer Rocker THE DOGS zu einer der körperbetontesten Shows des Summer Breeze werden würde, wenn auch auf etwas andere Art und Weise. Bandname und Backdrop, das einen Dackelkopf mit zwei gekreuzten Knochen zeigt, sehen ja erst einmal betont handzahm aus. Aber die Show ist schön bissig, und dafür sorgt Frontmann Kristopher Schau, der in Norwegen als Performancekünstler wie ein bunter Hund bekannt ist. Bereits nach dem ersten Song „You Never Loved Me At All“ wird ihm die Bühne zu eng, und er übersteigt den Bühnengraben, um mit seinem kabelgebundenen Mikro das Bad in der Menge zu suchen. Dort singt er mal im Liegen weiter, geht zu drei Damen, die gerade am Automaten neben der Bühne Geld ziehen wollen, und initiiert am Ende sogar einen kleinen Moshpit – mit ihm selbst mittendrin. Daneben verursacht er mit seinen Ansagen, die den schmalen Grat zwischen Pöbelei und Augenzwinkern auslotent, das eine oder andere Grinsen in den Gesichern der Anwesenden: „Was würdet ihr sagen, wenn ich nachts in euer Zelt komme und euch frage, ob ich euch f***en darf?“ Die richtige Antwort leitet auf einen Song der Band über: „I Don’t Wanna“. Am Ende versammelt sich neben dem harten Fankern auch überzeugtes Laufpublikum, das merkt, dass dort gerade etwas sehr Ungewöhnliches passiert. Zum Abschluss gehen alle Bandmitglieder durch die Zuschauerreihen, um sich bei jedem Einzelnen mit einer herzlichen Umarmung zu verabschieden. (Eckart Maronde)

Setlist

You Never Loved Me At All
Suicidal Appetite
We Were Made Out Of Dogs
Not A Pleasant Surprise
Let’s Start A Riot
I Don’t Wanna
Who’s Gonna Pay
Oslo

13.50 Versengold (Main Stage)

Galerie mit 23 Bildern: Versengold - Summer Breeze Open Air 2019

Es scheint, als wollten VERSENGOLD die Live-Tauglichkeit ihres neuen Albums auf Herz und Nieren prüfen, denn ihr Set besteht mit Ausnahme von zwei Tracks vom Vorgänger „Funkenflug“ nur aus Songs von der neuen Platte „Nordlicht“. Doch auf ihre Fans ist Verlass, denn das Publikum hat das jüngste Liedgut der Bremer Musikanten praktisch wie mit der Muttermilch aufgesogen und frisst den Herren praktisch von der ersten Sekunde an, als sie mit „Niemals sang- und klanglos“ ihren Auftritt eröffnet, aus der Hand. Natürlich steht es der Band zu, stolz auf ihr neues Werk zu sein, doch ist der Festivalauftritt der Band schon eine milde Enttäuschung für alle, die sich vor allem an den Live-Klassikern der Band laben wollten. Keine „Drey Weyber“, kein „Spaß bei Saite“, nicht mal das musikalische Credo „Versengold“ oder ein „Fass voller Wein“ schafft es ins Set. VERSENGOLD stellen ihre Botschaft, die sie mit „Nordlicht“ vermitteln, eindeutig in den Vordergrund und hinterlassen somit gemischte Gefühle innerhalb ihrer Fangemeinschaft. (Michael Klaas)

Setlist

Niemals sang- und klanglos
Durch den Sturm
Thekenmädchen
Teufelstanz
Haut mir kein Stein
Der Tag an dem die Götter sich betranken
Braune Pfeifen
Butter bei die Fische

14.00 Bembers (Ficken Party Stage)

Galerie mit 8 Bildern: Bembers - Summer Breeze Open Air 2019

Ein bisschen Spaß muss sein: BEMBERS ist ein beliebter Running Gag des SUMMER BREEZE, und seine fränkische Mundart-Comedy erfreut sich auf dem Acker Jahr für Jahr einiger Beliebtheit. Auch zu früher Uhrzeit und bei unbeständigem Wetter haben es sich am Donnerstag bereits einige Festivalgäste mit ihrem Campingmobiliar vor der Ficken Party Stage bequem gemacht, um den deftigen Alltagsbeobachtungen des Nürnberger „Hardcore Comedians“ zu lauschen. Die oft vorgenommene Charakterisierung des Heavy Metal als stockkonservatives Genre findet in der Folge eindrucksvolle Bestätigung: BEMBERS wettert über Smartphones, die sozialen Medien, fluide gesellschaftliche Rollenbilder, und die Versammelten fressen ihm aus der Hand. Ein bierbäuchiger Franke versteht die Welt nicht mehr und möchte gern weiter N**** sagen, was er auch ausgiebig tut. Immerhin macht er dabei sehr deutlich, dass sich Menschen für ihn nur in zwei Kategorien einordnen lassen, die nichts mit Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung zu tun haben: Gescheite und Arschlöcher. (Tobias Kreutzer)

14.20 Mustasch (T-Stage)

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Ralf Gyllenhammer, der Liebling aller Zahnarzthelferinnen, wirkt mit seinen zotigen Altherrensprüchen zwar ein wenig aus der Zeit gefallen, dabei aber stets sympathisch. So hält er seine Ansagen in einem gleichermaßen radebrechenden wie sympathisch akzentbeladenen Deutsch und führt eloquent einmal quer durch den MUSTASCH-Backkatalog. „‚Blut rein, Blut raus‘ – Verstehense?“ Klar verstehen wir und lassen zu Hits wie dem erwähnten „Blood In, Blood Out“ oder dem nicht minder grandiosen „Mine“ ordentlich die Rübe rotieren. MUSTASCH sind angetreten. um die T-Stage nachhaltig von den Drachenblut-Resten zu säubern, die TWILIGHT FORCE dort hinterlassen haben. Porentief rein hinterlassen sie die Bretter, die die Welt bedeuten, jedoch nicht, statt Zuckerwatte gibt es hier nämlich einen erdigen, dreckigen Heavy-Rock/Metal-Sound mit der fetten Extraportion Rotz. Dabei strahlen MUSTASCH eine dermaßen übersteigerte Coolness aus, dass man fast ein wenig ins Frösteln geraten könnte, würden einen nicht die unwillkürlichen Headbanging- und Fist-Raising-Zuckungen warm halten. (Florian Schörg)

Setlist

Down In Black
Lawbreaker
Mine
Bring Me Everyone
Blood In, Blood Out
Libertà
Thank You For The Demon
Barrage
I Hunt Alone
Black City
Double Nature

14.45 Avatar (Main Stage)

Galerie mit 20 Bildern: Avatar - Summer Breeze Open Air 2019

Manege frei für AVATAR! Die Schweden treten tatsächlich in zirkustauglichen Kostümen auf und stellen alleine dadurch schon mal einen amtlichen Hingucker dar. Sänger Johannes Eckerström weist zudem seine ikonische harlekinartige Gesichtsbemalung auf und bringt auch das Charsima mit, um sämtliche der vor der Main Stage versammelten Fans mit Entertainment zu versorgen, ohne dass jemand darben muss. Der moderne Mix aus Death Metal, Core-Einlagen und angeschrägtem Melodic Metal macht der Meute sichtlich Spaß, und Ekerström lässt es sich nicht nehmen, mit seinen Deutschkenntnissen zu prahlen, so sehr, dass er im Fluge zwischen englisch- und deutschsprachigen Ansagen wechselt. Das kommt gut an und untermalt seinen Status als Entertainer, ein Bonus für die ohnehin schon unterhaltsame, musikalische Darbietung. (Michael Klaas)

Setlist

Hail The Apocalypse
A Statue Of The King
Paint Me Red
Bloody Angel
The Eagle Has Landed
Get In Line
Let It Burn
Tsar Bombar
The King Welcomes You To Avatar Country
Smells Like A Freak Show

15.10 Déluge (Wera Tool Rebel Stage)

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Wenn schon DÉLUGE Minuten später als geplant anfangen können, sorgt zumindest das offen über die P.A. vom FOH ans Stage-Management gerichtete “Was habt Ihr denn für ein Problem?” für ein paar auflockernde Lacher. Nachdem die technischen Probleme überwunden sind, wird es aber wieder ernst: die in hautenges Schwarz gekleideten und unter rotem Bühnenlicht auftretenden Franzosen erinnern nicht nur optisch an ihre Landsleute Celeste, die letztes Jahr zu später Stund an gleicher Stelle aufspielten. Insbesondere musikalisch sind die Parallelen unverkennbar, wenn auch Celeste vielleicht hintergründiger und durchdachter sind. Dafür ziehen DÉLUGE mit mehr Melodie den Zugänglichkeits-Trumpf. Auch wenn der heutige Gig in Puncto Atmosphäre aufgrund des Tageslichts nicht mit Celestes damaligem mithalten kann, kann man DÉLUGE nur Respekt zollen, auch nach vier Jahren immer noch mit nur einem einzigen Album “Æther” eine beachtliche Menge anzusprechen. (Peter Mildner)

Setlist

Vide
Avalanche
Appât
Naufrage
Houle

15.30 Brymir (Ficken Party Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Brymir – Summer Breeze Open Air 2019

Der vollmundig angekündigte erste Deutschland-Auftritt der finnischen Band BRYMIR auf dem diesjährigen Summer Breeze Open Air hält, was versprochen wurde. Die Band ist von der ersten Minute an auf einer Wellenlänge mit dem extrem begeisterten Publikum und lässt es ordentlich krachen. Mit ihrer Mischung aus Symphonic, Death und Pagan Metal reißen die fünf Musiker aus Helsinki die Ficken Party Stage systematisch ab, um zum Abschluss die Zuschauer zum „Brymir special serving: Mosh-Pit-za“ einzuladen. Diese Einladung nimmt die brodelnde Menge nur zu gerne an und verabschiedet die Band dann auch angemessen in einer amtlichen Staubwolke und mit der nachdrücklichen Forderung nach mehr. (Sonja Schreyer)

Setlist

Gloria In Regnum
Ride On, Spirit
Chasing The Skyline
Starportal
Wings Of Fire
For Those Who Died

15.45 Decapitated (T-Stage)

Galerie mit 16 Bildern: Decapitated - Summer Breeze Open Air 2019

Vor der T-Stage ist es für eine Band wie DECAPITATED noch erstaunlich leer, als diese ihr Intro abspielen und kurz darauf brutal mit dem Einsatz der Instrumente aufbrechen. Obwohl die Band vom ersten Takt an einiges reißt, springt der Funke nicht sofort auf das Summer-Breeze-Publikum über. Erst im Laufe der nächsten paar Stücke füllt sich das Infield auf das zu erwartende Niveau, und die Menge beginnt, DECAPITATED entsprechend abzufeiern. In der ersten Reihe bildet sich eine Wand aus Headbangern, während weiter hinten ein Circle Pit immer größer werdende Kreise zieht. Zu Beginn des Sets setzen die Polen auf für ihre Verhältnisse melodische Stücke, lassen dabei aber trotzdem Welle um Welle brutaler Blast Beats auf das Publikum los. 45 Minuten lang verausgaben sich Zuschauer und Band, sodass Sänger Rafał Piotrowski bald mit hochrotem Kopf über die Bühne fegt. Gegen Ende des Sets packen DECAPITATED dann die technischeren Stücke aus. Eine richtig alte Nummer gibt es zum Schluss. „Winds Of Creation“, der Titeltrack des ersten Albums, wird als „old school shit“ angekündigt und präsentiert sich zum Schluss noch mal richtig schön vertrackt. So geht der DECAPITATED-Auftritt mit nackenbrecherischer Energie zu Ende. (Angela)

Setlist

One Eyed Nation
Kill The Cult
Pest
Homo Sum
Never
Earth Scar
Spheres Of Madness
Winds Of Creation

15.55 Clawfinger (Main Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Clawfinger - Summer Breeze Open Air 2019

Kultalarm auf der nachmittäglichen Main Stage: Die Crossover-Veteranen CLAWFINGER geben sich dieses Jahr ein schweißtreibendes Stelldichein, das stilsicher und auch nicht ganz unironisch mit einer Verballhornung der „Goldfinger“-Titelmelodie eingeleitet wird. Die Herren präsentieren sich aber auch in einer Frische, als seien sie seit ihrer Blütezeit kein bisschen gealtert, sieht man mal von der Wohlstandswampe ab, die Sänger Zak Tell stolz dem Publikum präsentiert.

Doch wie sehr Band und Publikum sich gegenseitig vermisst haben, zeigt allein die ungeheure Chemie, die zwischen beiden Parteien herrscht. CLAWFINGER sprühen vor Energie und machen sich auf der Main Stage auch richtig breit. Das Publikum feiert indes ein Set voller Bandklassiker, das praktisch 90er-Nostalgie atmet, und skandiert selbst noch Minuten nach dem Auftritt, als die Rotunde der Main Stage bereits zu rotieren beginnt und das Bühnenbild von KVELERTAK preis gibt, noch den Refrain des Rausschmeißers „Do What I Say“.

Setlist

Prisoners
Nothing Going On
Rosegrove
Nigger
Warfair
Two Shoes
Recipe For Hate
Biggest & The Best
The Price We Pay
The Truth
Do What I Say

16.30 Xenoblight (Ficken Party Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Xenoblight - Summer Breeze Open Air 2019

Die Dänen XENOBLIGHT gingen zu drei Fünfteln aus VELOCITER hervor, den Rest erledigt Frontfrau Marika Hyldmar (ex-ILLNATH). Und “erledigen” ist hier durchaus ernst zu nehmen. Als wäre das überwiegend gewöhnungsbedürftige, an die anstrengende Gossow-Spätphase erinnernde Gekeife nicht schon Nervenreiz genug, spießt die Frontfrau ihr Publikum auch noch mit einem angsteinflößend durchgeknallten Blick einer außer Kontrolle geratenen Furie förmlich auf. Bisschen sehr übermotiviert beziehungsweise zu sehr gewollt auf evil poliert, das Ganze. Dagegen machen XENOBLIGHT musikalisch vieles richtig. Der melodische Technical Thrash wird blitzsauber exerziert, gemahnt bisweilen sogar an DEATH und entfacht mit solchen “Hau-drauf-und-renn-weg”-Perlen wie “Kill Yourself” auch ordentliche Pits. Aber ob es das Gekeife braucht? Eher nicht. (Peter Mildner)

Setlist

Descension
Obsidian Chromatism
Transcendence
Xenoblight
Shapeshifter
Kill Yourself
Predominance

16.35 Lik (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 15 Bildern: Lik - Summer Breeze Open Air 2019

LIKo mio, geile Show! Nach kurzen Anfangsworten von Tomas Åkvik geht es direkt in die Vollen – und dabei bleibt es auch überwiegend. Bedeutet: Mucke, Mucke, Mucke. Wir fragen uns: Haben die Summer-Breeze-Besucher schon so früh Bock auf Death Metal? Die Antwort ist eindeutig „ja“. Das schwappt auch auf die Schweden über, die ihre Spielzeit gut ausnutzen und insgesamt sieben Stücke zocken – angefangen mit dem mal schnellen, mal gemäßigten „To Kill“ bis hin zu „Le Morte Homme“ vom 2015er-Debüt „Mass Funeral Evocation“. LIK scheinen nicht nur als Band zu funktionieren: Vor dem Anpfiff geben sie sich sportlich die Faust und wirken auch auf der Bühne sehr eingeschworen – zum Beispiel bekommt Drummer Chris Barkensjö während eines Songs Besuch von seinem Gitarristen Niklas „Nille“ Sandin. Vor dem Fotograben rennen Menschen euphorisch im Kreis, angefeuert von den Todes-Riffs alter Schule, die von einem insgesamt guten Sound profitieren (allein beim Schlagzeug klackt es ab und zu). (André Gabriel)

Setlist

To Kill
Rid You Of Your Flesh
Ghoul
The Deranged
Death Cult
Only Death Is Left Alive
Le Morte Homme

17.05 Kvelertak (Main Stage)

Galerie mit 13 Bildern: Kvelertak - Summer Breeze Open Air 2019

Seit dem nicht unerheblichen Besetzungswechsel im Hause KVELERTAK vor etwa einem Jahr brennt eine Frage besonders: Kann Neufrontmann Ivar Nikolaisen den eulenköpfigen Ex-Sänger Erlend Hjelvik adäquat am Mikrophon ersetzen? Eine mehr als eindeutige Antwort darauf gibt es pünktlich zum Nachmittagstee auf der Main Stage, wo die norwegischen Berserker mit ihrem wahnwitzigen Genremix aus Black Metal, Hardcore Punk und Rock ’n‘ Roll eine nicht unbeträchtliche Anzahl an interessierten Zuhörern anlocken.

Schon der wilde Opener „Åpenbaring“ wird gewohnt souverän serviert – und das ganz ohne Eule auf dem Kopf! Dafür scheint Neuzugang Ivar Nikolaisen umso motivierter, jegliche Zweifel an seiner Person möglichst schnell aus der Welt zu räumen: Er springt, tobt und schreit unablässig und lässt sich anschließend bei einem Bad in der Menge mit einer solchen Selbstverständlichkeit feiern, dass man meinen könnte, er habe am KVELERTAK-Mikrophon seine endgültige Berufung gefunden. Auch der Rest der Band macht einmal mehr eine durchweg gute Figur: Das Gitarristentrio Maciek Ofstad, Bjarte Rolland und Vidar Landa feuert unablässig Riffs ins jubelnde Publikum, bei Drummer Kjetil Gjermundrød sitzt wie gewohnt jeder Schlag auf die Millisekunde genau und Bassist Marvin Nygaard überspielt gekonnt den kurzzeitigen Ausfall seines Verstärkers.

Zu Fanfavoriten wie „Mjød“ und „Blodtørst“ (Nummern, die auch ohne Norwegischkenntnisse zum Mitgrölen einladen) bilden sich, dirigiert von einem sichtlich zufriedenen Ivar Nikolaisen, mehrere Moshpits in den vorderen Reihen. Insgesamt liefern KVELERTAK mit ihrem einstündigen Set eine überaus unterhaltsame Reise durch die größten Hits ihrer Bandgeschichte. Als die Skandinavier mit „Utrydd Dei Svake“ zu guter Letzt das große Finale einläuten, werden noch einmal alle übrigen Kraftreserven mobilisiert. Traditionsgemäß nehmen auch Maciek Ofstad und Bjarte Rolland die Gelegenheit wahr, im frenetisch jubelnden Publikum zu baden. Den Applaus haben sich die Jungs redlich verdient! (Jonas Erbaş)

Setlist

Åpenbaring
Bruane Brenn
Nekroskop
1985
Evig Vandrar
Fossegrim
Offernatt
Blodtørst
Berserkr
Mjød
Månelyst
Kvelertak
Utrydd Dei Svake

17.10 Lionheart (T-Stage)

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LIONHEART spielen sich zurzeit wirklich den Arsch ab und haben dadurch ein wenig den „Everybodys Darling“-Status im Hardcore erreicht. Dabei wollten sich LIONHEART vor rund zwei Jahren eigentlich mit großem Tamtam aus dem Hardcore-Business verabschieden. Sei es drum, die Kalifornier werden vom prall gefüllten Platz vor der T-Stage durchaus freudig erwartet, und gleich mit den ersten Tönen vom Opener „Cali Stomp“ fliegen die Fäuste und Füße. Bewegungstechnisch ist da alles dabei, was zu einer ordentlichen Hardcore-Show dazu gehört: Wall of Death, Circle Pits und Crowdsurfer. Und auch die Band zeigt sich hervorragend aufgelegt und geizt nicht mit Show-Einlagen, wie die Strip-Einlage des Bassisten, der sich obenrum freimacht und recht viele Nachahmer im Publikum findet. Danach sieht man nur noch eine schwitzende Masse an nackten Oberkörpern. Nicht zu Unrecht werden LIONHEART mit „Lhhc“-Sprechchören verabschiedet. (Radu Todoran)

Setlist

Cali Stomp
Hail Mary
Vultures
Pain
Still Better Still Cold
Keep Talking
Trial By Fire
Lockjaw
Love Don’t Live Here
Rest in Power
Lhhc

17.30 Frosttide (Ficken Party Stage)

Galerie mit 1 Bildern:

Wer Folk Metal, Ficken Party Stage und folkloristische Bemalung hört, der denkt natürlich zwangsläufig auch an FROSTTIDE. Die Finnen erklimmen gegen Abend die oben genannte Bühne. Untermalt von episch-dramatischen Keyboardklängen treten die frostigen Mannen aus dem hohen Norden vor diejenigen, die ihren Fleischspieß zum Abendessen mit musikalischer Begleitung genießen wollen, aber auch diejenigen, bei denen es sich eindeutig um Fans handelt. FROSTTIDE kümmern sich musisch um beide Gruppierungen und überraschen mit vollen, brutalen, bitterbösen Tönen. Anerkennend im Takt nickende Köpfe und bestätigend in die Luft gereckte Fäuste sind die Folge. Anfangs noch etwas unterkühlt wirkend, bricht die Band mit Aufforderungsrufen zu Chorgesängen schnell das Eis. Die frostigen Finnen überzeugen mit einem satten Set, welches auch Neugierige und Nicht-Fans einfangen kann. (Jeanette Grönecke-Preuss)

Setlist

Tranquility
Fate Redefined
Blood Oath
Ruins Of Defeat
Revenant

18.00 Get The Shot (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 20 Bildern: Get The Shot – Summer Breeze Open Air 2019

Die Hardcorer aus Kanada sind mit voller Körperkontaktaufnahme auf der Wera Tool Rebel Stage unterwegs. Binnen nur weniger Minuten und während des Tracks “Purgation“ interessiert sich Frontmann Jean-Philippe Lagacé für Absperrungen mal so überhaupt nicht, und man findet ihn weit vorgebeugt inmitten der abgehenden Meute vor der Stage. GET THE SHOT sind auf maximalen Eskalations-Kurs unterwegs und geben Vollfeuer. Mit dem Song “Hellbringer“ kommt es dann zur sprichwörtlichen Hardcore-Hölle, diese fördert einen Crowdsurfer nach dem anderen nach vorne. Mit “Rotting Idols“ kümmern sich GET THE SHOT thematisch um die desolate, aktuelle Situation innerhalb der Gesellschaft. Als der Song ertönt, ist nicht nur der erhobene Mittelfinger des Sängers in der Luft, sondern auch die Mittelfinger der Menge vor der Bühne als prompte Antwort und Bestätigung. “Cold Hearted“ beendet schließlich die Bambule der Kanandier, nach der man erstmal schön tief durchatmen muss. (Jeanette Grönecke-Preuss)

Setlist

Purgation
Faith Reaper
Hellbringer
Erase The Scum
Bleckened Sun
Rotting Idols
Lynch The Lord
Cold Hearted

18.20 Testament (Main Stage)

Galerie mit 24 Bildern: Testament - Summer Breeze Open Air 2019

Es soll ja so manchen geben, in dessen Augen sich TESTAMENT ihren Platz in der berüchtigten „Big Four“ des Thrash Metal deutlich eher verdient haben als der eine oder andere offizieller Vertreter des elitären Zirkels. Aber wer braucht schon Club-Mitgliedschaften, wenn man auch einfach Taten sprechen lassen kann? Nachdem die Regenwolken sich gegen Nachmittag größtenteils verzogen haben, betreten die Bay Area-Legenden rund um den dauergrinsenden Frontbrocken Chuck Billy mit dem letzten Sonnenlicht des Tages im Rücken die Main Stage. Die nächsten sechzig Minuten halten ein Feuerwerk aus vielzitierten Thrash-Riffs und mitreißenden Hooklines aus mittlerweile über dreißig Jahren Bandgeschichte bereit.

Das musikalische Niveau besticht dabei vor allem durch die herausragenden Leistungen von Gene „The Atomic Clock“ Hoglan und Saitenhexer Alex Skolnick, der mit seiner schlohweißen Haarsträhne den lässigen Zen-Meister des Thrash gibt. Auch der Sound lässt kaum zu wünschen übrig und hallt klar und differenziert über das Battlefield. Mit dieser hochkompetenten Rückendeckung ausgestattet stiefelt Chuck Billy gut gelaunt von Bühnenrand zu Bühnenrand und nutzt seine silbern glänzende Mikrofonstange mit besonderer Vorliebe als Luftgitarre. Zwischendurch lobt er das TESTAMENT-Label Nuclear Blast und den treuen Support der deutschen Fangemeinde.

Im Publikum sorgen derweil Bandklassiker wie „Over The Wall“, „Practice What You Preach“ und nicht zuletzt das wörtlich genommene „Into The Pit“ für ausgelassene Stimmung. TESTAMENT mag vielleicht nie der kommerzielle Erfolg der offiziellen „Big Four“ vergönnt gewesen sein – rein musikalisch spielen sie seit dreißig Jahren ganz oben mit. (Tobias Kreutzer)

Setlist

Brotherhood Of The Snake
Pale King
More Than Meets The Eye
DNR
Into The Pit
Electric Crown
Practice What You Preach
New Order
Over The Wall
Disciples Of The Watch
The Formation Of Damnation

18.30 Fear Of Domination (Ficken Party Stage)

Galerie mit 1 Bildern:

FEAR OF DOMINATION sind laut genug, um Dinosaurier zu erwecken. Zumindest T-Rexe. Genauer gesagt: ein aufblasbares T-Rex-Kostüm, dem ein erwachsener Mann aus dem Maul schaut. Mit einem Schild in den Krallen, dessen Aufschrift um Titten fleht. Die Band findet es lustig, das Publikum auch. Das ist auch so ziemlich der Höhepunkt eines durchschnittlichen Sets, von dem man leider sonst nicht allzu viel versteht, da der Sound zu Beginn eher mittelmäßig abgemischt ist und der Bass alles überdröhnt. Die Sänger arbeiten beherzt gegen die Lautstärke an, sind jedoch während der ersten Songs nur als fernes Gefauche im Zuschauerbereich zu hören. Dies tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch, weder auf noch vor der Bühne. Das Publikum feiert eifrig jede Geste und jeden Satz, die ihnen von den ekstatisch umherspringenden Finnen entgegen geschleudert werden. Man spürt die Anwesenheit einer kleinen, aber soliden Fanbasis, und die Begeisterung selbiger schwappt schnell auf den Rest der Zuschauer über. Ab der zweiten Hälfte bessert sich der Sound, und der dreißigminütige Auftritt macht trotz Anfangsschwierigkeiten Spaß – auch wenn man sich zum Schluss fragt, was genau man da eigentlich gehört hat, denn die Texte hat hier garantiert niemand verstanden. (Sonja Schreyer)

Setlist

Dead Weight
Face of Pain
We Dominate
Mindshifter
Obsession
El Toro
Sick & Beautiful

18.35 Unearth (T-Stage)

Galerie mit 20 Bildern: Unearth – Summer Breeze Open Air 2019

Das mit UNEARTH ist ja seit jeher so eine Sache: Kaum jemand kennt so recht das letzte Album, hat es mehrfach durchgehört oder erzählt davon, aber sobald man sie dann live sieht, steht einem die Kinnlade offen, es werden freudig Shirts oder sonstiges Merch gekauft, und in der Hitze der Begeisterung schafft es dann doch eine Platte in die Einkaufstasche, welche dann aber nicht mehr als einmal angehört wird – zumindest bis zum nächsten Gig. Dieser Ruf ist weitverbreitet, deswegen füllt sich die Landschaft vor der T-Stage für diese Tageszeit (sind da nicht meist alle irgendwo etwas essen?) auch mit ausreichend bewegungsbereitem Publikum, welches die fünf Jungs aus Massachusetts sehnlichst erwartet.

Nach einer kleinen Aufwärmphase, die aber wirklich nur so lange wie der Opener „Uncinerate“ dauert, gibt es bereits mitreißende, von Fronter Trevor angefeuerte Menschen- und Nackenkreisel. Drummer Nick zwingt mit seinem Geratter sein Equipment in die Knie, und Buz, Ken und Slo zocken sich wild wirbelnd durch’s alterstechnisch gut gemischte Set. Neben alten Hasen, wie „This Lying World“ und „Watch It Burn“, zünden auch die Songs vom letztjährigen Langeisen „Extinction(s)“, als hätte sie tatsächlich jeder gekannt und als wären sie schon ewig im Fundus. Nächstes mal gerne wieder! (Tamara Deibler)

Setlist

Uncinerate
Survivalist
This Lying World
Giles
Zombie Autopilot
Dust
Endless
Never Cease
Watch It Burn
One With The Sun
My Will
The Great Dividers

19.40 Krisiun (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 16 Bildern: Krisiun - Summer Breeze Open Air 2019

Es ist schon paradox: Die drei Knüppelbrüder Max, Alex und Moyses spielen mit KRISIUN den schnellsten Blastbat-Death-Metal, bewegen sich dabei aber in einem Zeitlupentempo, dass man als Zuschauer am Fortlaufen der Zeit zweifelt. Nimmt man Drummer Max noch hinzu, der im Affenzahn auf seine ungefähr auf Kinnhöhe eingestellte Snare eindrischt, ist man bereit, an übernatürliche Kräfte zu glauben. Aber es geht alles mit rechten Dingen zu: Das zeigen die zahlreichen Fans vor der Wera Tool Rebel Stage, die zwischen rhythmischem Headbangen und unkontrolliertem Zucken die Songs abfeiern. DAS scheint also der naturgegebene Bewegungsablauf zu den irre schnellen und harten Death-Metal-Songs zu sein. Kracher wie „Combustion Inferno“ kommen dabei genauso gut an wie variablere Brecher vom Schlage „Scourge Of The Enthroned“, und nicht erst beim kompromisslos schnellen Uraltsong „Black Force Domain“ werden im Publikum Brasilien-Flaggen geschwenkt. (Eckart Maronde)

Setlist

Kings Of Killing
Combustion Inferno
Blood Of Lions
Scourge Of The Enthroned
Slaying Steel
Descending Abomination
Vengeance’s Revelation
Black Force Domain

19.40 In Flames (Main Stage)

Galerie mit 1 Bildern:

Sechs Jahre musste das BREEZE-Publikum auf die Rückkehr von IN FLAMES warten. Und als diese um 19:40 Uhr die Mainstage betreten, erblickt man eine völlig neue Band. Der etatmäßige zweite Gitarrist Niclas Engelin steht zum Beispiel schon seit Anfang des Jahres nicht mehr mit auf der Bühne. Er wird seit Februar durch Chris Broderick ersetzt, der wohl am bekanntesten ist durch seine Engagements bei MEGADETH, NEVERMORE oder JAG PANZER. Ein durchaus namhafter Ersatz also. Aber zurück zum Set: Das beginnt mit „Voices“, dem Opener-Track ihres neuen Albums „I, The Mask“, recht vielversprechend. Sänger Anders Fridén zeigt sich stimmlich in Bestform und gut gelaunt – was ja nicht immer der Fall ist.

Bereits an dritter Stelle kommt es mit „Pinball Map“ zum ersten Höhepunkt. Doch da wird auch klar: Fridén traut sich nicht wirklich an die „cleanen“ Passagen der Songs und überlässt diese wie so oft lieber dem Publikum. Das kann sich an einer durchaus abwechslungsreichen Setlist erfreuen, die äußerst solide runtergezockt wird. Aber dabei bleibt es irgendwie auch. Klar ist es schön, dass ein Song wie „Colony“ auch mal wieder berücksichtigt wird, aber insgesamt hat man IN FLAMES schon einmal spritziger gesehen. Das, was geboten wird, ist doch sehr abgeklärt. Das unverzichtbare „Cloud Connected“ markiert dann kurz vor dem Ende natürlich noch so etwas wie einen Höhepunkt. Alles in allem hat man aber doch irgendwie mit mehr gerechnet. (Radu Todoran)

Setlist

Voices
Everything’s Gone
Pinball Map
Where The Dead Ships Dwell
Call My Name
Monsters In the Ballroom
All For Me
(This Is Our) House
Deep Inside
Here Until Forever
The Chosen Pessimist
Leeches
Burn
Colony
The Truth
I Am Above
Cloud Connected
The Mirror’s Truth
The End

20.30 Of Mice & Men

Galerie mit 21 Bildern: Of Mice & Men – Summer Breeze Open Air 2019

„Von Mäusen und Menschen“ ist ein lyrischer Klassiker des Schriftstellers John Steinbeck, welcher als typisches Werk des „American Dream“ gilt. Besser hätten die Kalifornier ihren Bandnamen kaum wählen können, denn selten steht eine Band nach krankheitsbedingtem Verlust des Sängers derartig schnell wieder auf der Matte und bleibt sich dabei selbst treu, ohne dabei zu vergessen, dass ein neuer Musiker auch immer frischen Wind mit sich bringt. Für OF MICE AND MEN ist diese Hürde scheinbar eine Leichtigkeit, was sie auch live mit ihrer Energie und dem perfekt eingespielten Miteinander beweisen können.

Wenn man nach dem Auftritt nicht so genau weiß, ob nun das Publikum vor oder die Band auf der Bühne mehr Spaß hat, dann muss meist nicht mehr viel gesagt werden. OF MICE AND MEN klingen unbeschwert, energiegeladen, und die Mischung aus Eingängigkeit und Dampf lodert vom Anfang bis zur letzten Spielminute und die Truppe überzeugt durch einen sehr professionellen und durchdachten Auftritt. Ganz besonders sticht dabei jedoch Aaron Pauley heraus: Die Shouts sind auf den Punkt, aber der Ceangesang ist – vermutlich auch durch den wirklich guten Sound, nicht zuviel Bass – an Klarheit und Stärke kaum zu überbieten und setzt dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen auf. Das mit drei neuen Songs angeteaserte und kommenden Monat anstehende neue Album sollte dringendst vorgemerkt werden. (Tamara Deibler)

Setlist

Warzone
Mushroom
Earth & Sky
How To Survive
Unbreakable
Bones Exposed
Instincts
Pain
Sick
Depths

21.30 Avantasia (Main Stage)

Galerie mit 24 Bildern: Avantasia - Summer Breeze Open Air 2019

Auch wenn böse Zungen nicht müde werden, AVANTASIA als „Schlager“ zu verunglimpfen, hat es für die ESC-Final-Teilnahme seinerzeit dann leider doch nicht gereicht. Frontkasper Tobi Sammet scheint dies noch immer mehr zu wurmen, als er zuzugeben bereit wäre, schließlich reitet er in seinen Ansagen auch anno 2019 noch feste darauf herum und weigert sich, das MEAT-LOAF-Gedächtnis-Stück „Mystery Of A Blood Red Rose“ aus der Setlist zu streichen. Angesichts der nur knapp zweistündigen Spielzeit musste das Programm der „Moonglow World Tour“ dann eben an anderen Stellen um etwa ein Drittel gekürzt werden.

Und auch bei seinen launigen Ansagen hielt sich der quirlige Front-Hesse ungewohnt stark zurück. Mit Seitenhieben auf MANOWAR („Ich bin hier eben ausgerutscht – wenn ich Joey De Maio wäre, wäre die Show an dieser Stelle vorbei!“) und einem freundlichen Gruß an die sich zeitgleich über die T-Stage knüppelnden DEICIDE („Ist da drüben ein ICE verunglückt?“) kamen Fans und Hater des gewohnt fragwürdigen Sammet-Humors trotz allem nicht zu kurz. Doch anstatt nur den Alleinunterhalter zu geben, weiß der AVANTASIA-Mastermind auch seine absolut hochkarätige Gastsänger-Riege in Szene zu setzen. Wenn Jorn Lande den „Lucifer“ gibt oder MAGNUM-Märchenonkel Bob Catley das zauberhafte „The Story Ain’t Over“ zum Besten gibt, hält sich Sammet angenehm zurück und tut alles, um die grandiosen Sangesleistungen der einander im freundschaftlichen Wettstreit ständig gegenseitig übertrumpfenden Kollegen angemessen in Szene zu setzen. Schade nur, dass Eric Martin mit dem Michael-Sembello-Cover „Maniac“ sein heimlicher Signature-Track vorenthalten bleibt. So kann der ehemalige QUEENSRŸCHE-Sänger Geoff Tate seinem Landsmann mit dem fetten Doppelpack „Alchemy“ / „Invincible“ vom jüngsten Album „Moonglow“ unwidersprochen zeigen, was eine Harke ist.

Viel zu schnell neigt sich die stark inszenierte und höchstgradig unterhaltsame Bühnenshow ihrem Ende entgegen. Und während Sammet beim „Lost In Space“-Duett mit Ina Morgan noch einmal selbst das Spotlight für sich beansprucht, dürfen beim abschließenden „Sign Of The Cross“ (wie üblich mit eingestreutem „The Seven Angels“-Part) noch einmal alle Vokalartisten gemeinsam auf die Bühne, um sich im finalen Konfettiregen von der begeisterten Menge zu verabschieden. (Florian Schörg)

Setlist

Ghost In The Moon
Book Of Shallows
The Scarecrow
Lucifer
Reach Out For The Light
Alchemy
Invincible
The Story Ain’t Over
Dying For An Angel
Twisted Mind
Let The Storm Descend Upon You
Mystery Of A Blood Red Rose
Lost In Space
Sign Of The Cross / The Seven Angels

21.35 The Contortionist (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 14 Bildern: The Contortionist - Summer Breeze Open Air 2019

Wem Tobias Sammets AVANTASIA am Donnerstagabend zu schwülstig daherkommen, dem bieten THE CONTORTIONIST auf der Wera Rebel Tool Stage das passende Alternativprogramm: Geschmackvoll arrangierter Progressive Metal zwischen verträumt perlenden Bassläufen, atmosphärischem Klargesang und technisch anspruchsvollem Djent-Riffing werden geboten. Humor beweist das Kollektiv zu Beginn vor allem dadurch, dass die Bühne zu den Klängen von Whitney Houstons „I Will Always Love You“ geentert wird. So mancher bierselig Angelockte dürfte in Erwartung einer Party-Kombo bei den ersten eigentlichen Live-Klängen danach etwas irritiert gewesen sein.

Sänger Michael Lessard wechselt spielend zwischen brutalen Shouts und fragilen Gesangspassagen, zu denen sich im Publikum ein flackerndes Meer von Feuerzeugen ausbreitet. Die musikalischen Spannungsbögen reichen von Shoegaze-Momenten bis hin zu tief wummernden Djent-Riffs. Mit nahezu perfektem Sound, beeindruckenden musikalischen Fähigkeiten allenthalben und einem stimmigen Auftreten zwischen Nebelfetzen und Lichtkegeln sorgen THE CONTORTIONIST für ein absolutes Highlight des bisherigen Festivals – und für nicht wenige selig-verträumte Gesichter im Publikum. (Tobias Kreutzer)

Setlist

Clairvoyant
Flourish
Language
Reimagined
Early Grave
Return To Earth

22.25 Deicide (T-Stage)

Galerie mit 15 Bildern: Deicide – Summer Breeze Open Air 2019

DEICIDE versus Tobias Sammet. Während einer Ballade von AVANTASIA starten die Amerikaner ihr fettes Death-Metal-Set auf der T-Stage. Und zwar mit einem ersten von vielen Song-Highlights: „Dead By Dawn“ stammt vom Debütalbum, das DEICIDE vor fast 30 Jahren veröffentlicht haben. Leider ist der Sound nicht so euphorisch wie wir. Egal, Augen zu, Ohren auf und dann versuchen, sich bei den Riff-Stürmen auf den Beinen zu halten. Was wäre, „When Satan Rules His World“? DEICIDE haben die Antwort: „World dies, Christ hides … Disease, run free, killing“ … und so weiter. Immer wieder göttlich, dieser plakative Satanismus. Bock auf die nächste blasphemische Schelle? Die knallt in Form von „Scars Of The Crucifix“ (2004). Willkommen auf einer munteren Reise durch die Diskografie einer der bekanntesten US-Death-Metal-Bands. Auch DEICIDE haben einfach nur Lust, ihre Musik zu präsentieren. Und ganz ehrlich: Wer braucht schon Floskeln à la „Seid ihr mit uns“ und „Ich kann euch nicht hören“ – vor allem im extremen Metal? Weil die Antwort „niemand“ lautet, freuen wir uns über viele große Stücke von 1990 bis 2018 und wieder zurück. (André Gabriel)

Setlist

Dead By Dawn
When Satan Rules His World
Scars Of The Crucifix
They Are The Children Of The Underworld
Once Upon The Cross
Serpents Of The Light
Seal The Tomb Below
Oblivious To Evil
Dead But Dreaming
Trifixion
Excommunicated
In The Minds Of Evil
Kill The Christian
Sacrificial Suicide
Homage To Satan

23.30 Downfall Of Gaia (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 18 Bildern: Downfall Of Gaia - Summer Breeze Open Air 2019

Post-Black-Sludge gemischt mit Technical Death und Djent, diese Mischung trifft man auch nicht alle Tage. Heute gibt es genau das auf dem Summer Breeze, spielen doch DOWNFALL OF GAIA auf der Wera Tool Rebel Stage relativ zeitgleich mit MESHUGGAH auf der Main Stage. Ergebnis: die Off-Beat-Fanatiker grätschen von der großen Bühne grüßend des öfteren mal in die atmosphärischen, ruhigen Momente des deutsch-amerikanischen Metal Blade-Quartetts, das sich aber ganz und gar nicht ablenken lässt und einem vollen Bühnenvorplatz unter schönstem Strobo-Gewitter in passend bayrischem Weiß-Blau mal so richtig schön melodisch crustig die Fresse poliert.

Leider geht DOWNFALL OF GAIA acht Minuten vor Schluss die Puste beziehungsweise das Material aus: Gitarrist Marco Mazzola ist derzeit leider unabkömmlich und wird durch einen Kollegen vertreten, weswegen DOWNFALL OF GAIA in dieser Zusammenstellung nur fünf Songs für den heutigen Gig einproben konnten. Als Trostpflaster wird dafür fast das komplette aktuelle „Ethic Of Radical Finitude“-Album dargeboten, lediglich „Woe“ vom 2016er „Atrophy“ ersetzt “As Our Bones Break to the Dance”. Fetter Auftritt! (Peter Mildner)

Setlist

Seduced By…
The Grotesque Illusion Of Being
We Persue The Serpent Of Time
Woe
Guided Through A Starless Night
Of Withering Violet Leaves

23.35 Meshuggah (Main Stage)

Galerie mit 16 Bildern: Meshuggah - Summer Breeze Open Air 2019

Ein großes erstes Mal: Das allererste Mal stand groß „MESHUGGAH“ auf der Running Order, und die Vorfreude im Vorfeld war mindestens so groß wie die Erwartungen. Wer die schwedischen Polyrhythmikmaschine schon einmal bei einer Clubshow lebensecht erlebt hat, weiß um deren Stärke als niederschmetternde Klangwand und die grandiose und vielleicht auch ein wenig epileptische Anfälle verursachende Lasershow, welche dazugehört. Dementsprechend groß ist dann auch kurz vor Beginn der Show die Enttäuschung beim Blick ins Publikum, denn da sind nicht annähernd so viele Menschen, wie man eigentlich erwartet hat. Es muss an dieser Stelle vermutlich nicht erwähnt werden, dass sich das bis zum Ende des Gigs radikal ändert, aber die schwedischen Experimentalmetaller tun auch einiges dafür.

Die Frage ist nun also: Können MESHUGGAH auch auf einer derart großen Bühne ihre Stärken ausspielen und die bedrohliche Stimmung erzeugen? – Ganz klare Antwort: Ja, und wie! Zwar ist die Lasershow natürlich nur ein Mumpitz gegen das Allrounderlebnis eines kleinen Clubs, aber das tut weder der Stimmung noch dem Gefühl, Kontakt zu einem anderen Planeten aufzunehmen, einen Abbruch. „Pravus“ eröffnet das Set, und der Fünfer tritt sofort und mit aller Härte in die Pedale. Der Sound ist – wie zu erwarten – laut, auf den Punkt und dynamisch, und hirnbetäubende Rhythmen hallen neben den Ansagen eines äußerst gut gelaunten – und für seine Verhältnisse redseligen – Jens Kidman durch das Infield.

Leider ist Saitenhexer Fredrik Thordendal nicht zuegegen, wird jedoch von Per Nilsson (SCAR SYMMETRY) würdig vertreten. Er und Mårten Hagström legen zusammen mit dem Bassisten Dick Lövgren die gesamten Nacken lahm, während Schlagzeuger Tomas Haake von hinten die Strippen zieht. Gelungen ist auch die Songauswahl: Mit „Born In Dissonance“, „Future Breed Machine“, „Clockworks“ und „Lethargica“ bleiben keine Wünsche offen, und noch heute streiten sich manche, ob bei „Bleed“ jetzt tatsächlich ein Spielfehler („MESHUGGAH? Verspielen?? Kann nicht sein!“) passiert ist, oder kurzweilig die Tontechnik für ein paar Sekunden versagt hat. Aber es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass das erste Mal für immer in Erinnerung bleiben wird. (Tamara Deibler)

Setlist

Pravus
Born In Dissonance
The Hurt
Rational Gaze
Future Breed Machine
Stengah
Straws Pulled At Random
Clockworks
Lethargica
Bleed
Demiurge

00.20 Battle Beast (T-Stage)

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Schon als die ersten Takte des Intros von BATTLE BEAST ertönen, recken die Summer-Breeze-Besucher geschlossen ihre Fäuste, um die Band angemessen auf der Bühne zu begrüßen. Wie immer macht Drummer Pyry Vikki den Anfang und spielt im Stehen seine Bandkollegen herbei. Mit „Unbroken“ vom aktuellen Album „No More Hollywood Endings“ starten BATTLE BEAST in ihr Set, mit „Familiar Hell“, „Straight To The Heart“ und „Black Ninja” gibt es anschließend ein paar Stücke von früheren Alben. Diese kommen beim Publikum vielleicht etwas besser an als das neue Material, dem es doch etwas an Rumms fehlt.

Eine Ausnahme stellt da „The Golden Horde“ dar, das das wahrscheinlich schnellste Stück des Auftritts darstellt. „Are you ready to have the best fucking party of your life?” – fragt Sängerin Noora Louhimo selbstbewusst. Doch BATTLE BEAST sind keine dieser Bands, die sich verbissen erst nehmen, wie sie wenig später zum wiederholten Male unter Beweis stellen. Der „Battle Beast Disco Invader“ kommt für „The Hero“ auf die Bühne. Die Kombi aus digitalen Drums, Janne Björkroths Keytar und einer Pulle Bacardi verspricht eine fette Party und liefert diese auch ab. Der Höhepunkt des Auftritts kommt so zwar schon kurz nach der Hälfte, aber die übrigen Songs, von denen „Beyond The Burning Skies“ den Abschluss macht, müssen sich natürlich auch nicht verstecken. (Angela)

Setlist

Unbroken
Familiar Hell
Straight To The Heart
Black Ninja
Endless Summer
The Golden Horde
Bastard Son Of Odin
The Hero
Eden
No More Hollywood Endings
King For A Day
Beyond The Burning Skies

01.25 Caspian (Wera Tool Rebel Stage)

Galerie mit 1 Bildern:

Das Kontrastprogramm zu BATTLE BEAST auf der T-Stage bieten CASPIAN: Post-Rock ohne Gesang, dafür mit der Kraft dreier Gitarren und eines durchdrückenden Basses, die eine Wall Of Sound ergeben, dazu eine eindringliche Mischung aus Lichtshow und Nebeldauerfeuer. Insgesamt gibt es so viel Emotion und leidenschaftliche Hingabe, dass die Blicke der Fans in der ersten Reihe entweder seliges Grinsen oder entrücktes Genießen verraten.

Setlist

Wildblood (New Song)
Malacoda
Rioseco
Arcs Of Command
Castles High, Marble Bright

01.00 Cradle Of Filth (Main Stage)

Galerie mit 19 Bildern: Cradle Of Filth - Summer Breeze Open Air 2019

Vier Worte, die alles sagen: „Cruelty And The Beast“! Das 1998 veröffentlichte Album gilt für viele als eines der oder gar das beste von CRADLE OF FILTH. Die Engländer feiern das Werk in diesem Jahr auf ausgewählten Bühnen, indem sie es live komplett am Stück spielen. So auch auf dem Summer Breeze Open Air 2019. Weil heute Vollmond ist, wird die Atmosphäre noch dichter. Nach dem Intro „Once Upon Atrocity“ wird der Nachthimmel kurz von Säulen aus Feuer erhellt – CRADLE OF FILTH starten mit „Thirteen Autumns And A Widow“ in ein Set, das vor allem für Fans der Band ein wahr gewordener Traum ist.

Bei einer Albumspielzeit von nahezu einer Stunde bleibt nicht viel für Ansagen übrig. Gut so, die hätten der Show auch etwas Magie geraubt. Klar fehlen am Ende Lieder wie „Her Ghost In The Fog“, doch die gibt es eben beim nächsten Konzert. Heute steht alles im Zeichen von „Cruelty Brought Thee Orchids“, „Beneath The Howling Stars“, „The Twisted Nails Of Faith“, „Bathory Aria“ und Co. – mit einem Dani Filth, der stimmlich gut in Form ist, und Musikern, die richtig Lust haben, ein Genre-Highlight der 90er zu zelebrieren. (André Gabriel)

Setlist

Once Upon Atrocity
Thirteen Autumns And A Widow
Cruelty Brought Thee Orchids
Beneath The Howling Stars
Venus In Fear
Desire In Violent Overture
The Twisted Nails Of Faith
Bathory Aria (I: Benighted Like Usher / II: A Murder Of Ravens In Fugue / III: Eyes That Witnessed Madness)
Portrait Of The Dead Countess
Lustmord And Wargasm (The Lick Of Carnivorous Winds)

02.15 Anaal Nathrakh (T-Stage)

Galerie mit 17 Bildern: Anaal Nathrakh - Summer Breeze Open Air 2019

Dem Donnerstag dürfen ANAAL NATHRAKH als letzte Band des Tages endgültig den Garaus machen. Doch gleich zu Beginn fällt auf: Die Briten treten nur zu viert an. Gitarrist und Mastermind Irrumator ist nicht mit von der Partie, wegen eines kurz vor dem Summer Breeze erlittenen Knöchelbruchs, wie sein „Partner in Crime“ V.I.T.R.I.O.L. nach dem ersten Song „Obscene As Cancer“ wissen ließ. Wirklich fällt dies jedoch nicht auf. Denn der Sound ist zu Beginn doch ziemlich bescheiden. Erst so gegen Mitte des Sets hat der Mischer das Geballer besser im Griff, und was in einem Desaster hätte enden können, entwickelt sich zusehends zu einem richtig starken Auftritt. Besonders V.I.T.R.I.O.L. sorgt mit seinem trockenen britischen Humor und cleveren Ansagen für mehr als einen Lacher. Zudem lässt die Setlist nichts zu wünschen übrig. Den Schlusspunkt markiert „The Joystream“ – und dann werden auch die Letzten endlich in ihre verdiente Nachtruhe entlassen. (Radu Todoran)

Setlist

Obscene As Cancer
Monstrum In Animo
Depravity Favours the Bold
Forward!
Hold Your Children Close And Pray For Oblivion
In The Constellation Of The Black Widow
Bellum Omnium Contra Omnes
Forging Towards The Sunset
The Joystream

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25.08.2019

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