Amorphis - Elegy

Review

Galerie mit 20 Bildern: Amorphis - Full Force 2019

[Nostalgie-Modus] Erinnert sich noch jemand an dieses Logo hier?

Für die jüngeren Leserinnen und Leser: Das war das Logo des Musiksenders VIVA 2, der in den Tagen vor VIVA PLUS und endloser Klingelton-Werbung eine Alternative zum eher Mainstream-lastigen VIVA darstellte. Neben gehaltvollen Sendungen mit Markus Kavka, Niels Ruf („Kamikaze“) und Charlotte Roche (das ist keine Ironie!) gab es vor 15 Jahren auch eine Sendung namens „Virus“, in der es härter zur Sache ging. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Ausgabe im Jahr 1999, in der AMORPHIS als Gast-Moderatoren in Erscheinung traten und neben der gerade erschienenen „Spiritual Black Dimensions“ von DIMMU BORGIR (so ungern ich das zugebe: Mein Einstieg in den Black Metal…) auch ein paar eigene Songs vorstellten; um genau zu sein, waren es „Against Widows“ und „My Kantele (Acoustic Reprise)“, beide vom 1996er Album „Elegy“. Damals – zwar irgendwie schon mit Internet, aber ohne Youtube oder vergleichbare Plattformen – hatte ich mir die Sendung auf VHS-Kassette(!) aufgenommen und immer mal wieder angeschaut, bis ich schließlich die Gelegenheit hatte, mir „Elegy“ zu kaufen. [/Nostalgie-Modus]

Das vielleicht als kurzer Hintergrund – und als Rechfertigung dafür, dass ich „Elegy“ unmöglich objektiv bewerten kann. War es damals vermutlich die Mischung aus Melodie und „Härte“ (ich verweise noch einmal dezent auf das oben genannte DIMMU BORGIR-Album…), die mich in ihren Bann gezogen hatte und mich auf „Elegy“ noch weitere Perlen wie „The Orphan“ und den Titelsong entdecken ließ, finde ich heute gänzlich andere Facetten an den elf Songs, die „Elegy“ in meinen Ohren zum Evergreen machen: Da wären beispielsweise die charmanten Retro-Synthesizer, die in Anbetracht späterer elektronischer Eskapaden im gesamten extremen Metal-Bereich geradezu erdig, bodenständig wirken; da wären die von Kompressions-Overkill Welten entfernten Gitarren; da wären die dynamischen Song-Strukturen, die Dramaturgie der Stücke, die abwechslungsreiche Stimm-Arbeit oder die Ausflüge in Ska- und Techno-Gefilde („Cares“) – und das alles vollkommen unaufgeregt; souverän.

Leider haben es AMORPHIS danach meines Erachtens nie wieder geschafft, an „Elegy“ anzuknüpfen – daher wird das seit letztem Jahr volljährige Album wohl immer mein persönliches Synonym für AMORPHIS bleiben. Manchmal würde ich mir bei heutigen aufstrebenden Bands wünschen, dass diese ähnlich visionär, ähnlich authentisch an ihre Musik herangehen würden wie die Finnen 1996 – und sich dabei genauso auf das Wesentliche konzentrieren könnten.

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22.08.2015

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31.01.20Dimmu Borgir & Amorphis - European Tour 2020Dimmu Borgir, Amorphis und Wolves In The Throne RoomTurbinenhalle, Oberhausen
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4 Kommentare zu Amorphis - Elegy

  1. End of Green sagt:

    Elegy ist auch mein persönliches Lieblingsalbum der Band. Danach habe ich es mit Ihnen zwar immer mal wieder versucht, aber das ging alles nicht mehr wirklich an mich ran – hat mich gelangweilt. Elegy ist ihr absolutes Meisterwerk! Das sie dann bei Nuclear Blast gelandet sind macht es letztlich auch nicht besser. ABER, dieses Album auch nicht schlechter! Untrennbar mit diesem Album sind auch noch zwei weitere Klassiker für mich verbunden. Samaels „Passage“ und Moonspells „Irreligious“. Wenn jemand der neu in den Metal einsteigt wissen will, was für mich Metal bedeutet, denen würde ich genau diese drei Alben nennen. Gemeinsam haben diese auch, dass sie den frühen Höhepunkt der jeweiligen Band darstellen, welchen sie nie wieder erreicht haben.

  2. hypnos sagt:

    ein absolut großartiges Album! Für mich DAS Highlight der Amorphis-Diskografie. Hier reiht sich eine Perle an die andere ‚Song Of The Troubled One‘, ‚The Weeper On The Shore‘ und viele andere Geniestreiche werden wohl für immer unerreicht bleiben.
    Für mich: 10/10

  3. Päpstchen_Tebartz sagt:

    @End of Green
    Amorphis sind erst 2006 zum Label Nuclear Blast gekommen. Sie waren vorher beim amerikanischen Label Relapse mit all ihren vorigen Platten.

    Die Wahl des Labels hat bestimmt nichts mit der musikalischen Entwicklung zu tun. Ich habe ab 1996 diverse Wechsel der Sänger beobachtet. Sie tourten auch ständig in den U.S.A.. Mir kam es damals vor als ob es gar keine europäische Band war. Dass ständige unterwegs sein und das Sammeln von Erfahrungen haben diese Band sich weiterentwickeln lassen. Sie waren ja angeblich dauerhaft ohne Pausen auf Tour von 1992 an bis heute. Sie waren selbst bis 1996 total junge Teenager die in Vollzeit tourten. Kaum zu glauben dass diese Kids Death bzw. melodischen Death Metal spielten. Man sah es ihnen nicht an. In ihrer eigenen Doku, die ich vor Jahren mal sah gaben sie an dass die Zeit ab 1997 sehr schwer war. Als sie permanent on the road waren. Es folgte… keine musikalische Inspiration mehr, Gedanken die Band zu schmeißen oder zu pausieren… wegen… Besetzungwechsel, Tourstress, Heimweh. Das 1999er Album fiel daraufhin schon drastisch anders aus bzw. war der Einklang als Progressive Rockband. Was wäre wenn sie bis 1996 nicht so viel Erfolg gehabt hätten und sie zu Hause in Ruhe ihre Schulabschlüsse und Ausbildungen gemacht hätten? Vlt. gäbe es mehr melodische Deathmetal Alben.

    Die Alben die ich schätze und damals und kaufte waren Tales… (1994), Elegy (1996), Tuonela (1999). Es sind für damalige Zeit Meilensteine gewesen. Danach war bei mir Feierabend mit dieser Band. Ich habe Amorphis erst 2015 wieder für mich entdeckt. Anders gesagt gefallen mir erst seit letztem Jahr alle Alben zwischen 2000 bis 2016 die ich ausgelassen hatte.

    Elegy war die Hochzeit ihrer melodischen modernen Deathmetal Phase und auch das Ende ihrer Deathmetal Phase, ihrer Wurzeln. Wofür ich sie damals schätze.

    Volle Punktezahl dafür. Dieses Album war inspirierend und innovativ.

    10/10
  4. Lucky Luke sagt:

    Ich liebe dieses Album , seitdem ich es 2002 das erste mal gehört habe. Ich hatte nur „Am Univerum“ gehört und mir dann Elegy gekauft…unberschreiblich schön…

    10/10