Silvernite - Silvernite

Review

Unser „SynthOrDie!“-Album im Monat März ist das Debütalbum der finnisch-griechischen Gruppe SILVERNITE, die mit ihrem so schlicht wie einprägsam betitelten Debüt „Silvernite“ antritt ordentlich 1980er-Vibes versprühen. Fliegerbrille und Schweißband auf, ab geht’s!

SILVERNITE – Eine gut zusammengestellte Zutatenliste auf dem Papier…

Grundsätzlich basiert das Bandkonzept von SILVERNITE auf einem ordentlichen und in dieser Rubrik hochzuschätzenden Ansatz: Die Grenzen zwischen eingängigem Melodic-Rock und Synthesizer-Melodien werden aufgelöst, angereichert wird der ganze Spaß mit ordentlich (sprich: richtig viel!) Pop-Appeal – Musik für die gepflegte Aerobic-Stunde. Dabei hat das Quartett keine Mühen gescheut, das Album richtig in Szene zu setzen. Begleitet von einem eigenen Comic, mit einer übergreifenden Hintergrundgeschichte versehen – Außerirdische erobern die Erde, Weltall, Rückkehr der geflohenen Menschheit – geben die Beteiligten sich ordentlich Mühe, aus dem Projekt SILVERNITE eine runde Sache zu machen.

Dabei springen (oder besser: fliegen) einem die Kenny Loggins-„Danger Zone“-Vergleiche praktisch ab den ersten Takten von „Silvernite“ ins Gesicht. Schon beim Opener „Ti Hxpermaho“ fühlt man sich in ein „Top Gun“-Soundtrack-Setting versetzt. Na, das kann ja heiter werden. Und während der Synthesizer seinen wohligen Melodieteppich ausbreitet, während Frontfrau Tanja Härkönen sich in Kim-Wilde-Gedächtnis-Popröhren-Gesäusel ergeht, während die Gitarren fleißig oben drauf shredden, setzt sehr schnell das Gefühl ein, das mit „Silvernite“ irgendwas nicht stimmt.

… garantiert noch längst keine Geschmacksexplosion.

Und mit zunehmender Spielzeit schält es sich heraus: „Silvernite“ ist schlichtweg ziemlich beliebig – es fehlt leider die Finesse, der musikalische Sex-Appeal, der Charme, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen könnte. Eben den emotionalen Anker, den durchaus einfach aufgebaute Titel brauchen, um nicht sofort wieder in Vergessenheit zu geraten, lässt „Silvernite“ vermissen. Hinzu kommt, dass die dem musikalischen Konzept zugrunde liegenden Elemente sich oftmals in platten Plattitüden ergehen und dadurch nicht liebevoll-zitierend, sondern aufdringlich-plump daherkommen – und eingesetzte Stilelemente, wie der wiederholte Refrain am Songende, wirken dabei eher als Ausdruck von fehlender Idee, denn als wirkliche Bereicherung, weil der Refrain so verdammt gut ist.

Die guten Ansätze, wie das stimmungsvoll eingesetzte Saxophon im discohaft-stampfenden „Desperate Dreams“, die wirklich unterhaltsame Halbballade „Angel Of The City“ oder das verträumten „Honestly“ wirken damit nur kurze Zeit unterhaltend. Langfristig besteht sehr wenig Anreiz zu „Silvernite“ zurück zu kehren. Hat man’s nicht gehört, hat man auch nichts verpasst.

SILVERNITE liefern musikalischen Fast-Food: Macht zwar irgendwie satt, schmeckt aber fad. Und sieht auf dem Foto in der Menüauswahl deutlich besser aus als auf dem Teller – ein Anspieltipp daher wirklich nur, wenn der Hunger kaum auszuhalten ist.

16.03.2021

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

Der metal.de Serviervorschlag

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