Dan Terminus - Last Call For All Passengers

Review

Zum Herbstauftakt hagelt es krachenden Cyberpunk-Synthwave – mit DAN TERMINUS und seinem aktuellen Werk „Last Call For All Passengers“, unserem „Synth Or Die!“ im Oktober.

Bemüht man mal einen Vergleich zwischen den Labels Peaceville und Blood Music, so könnte man auf die Idee kommen, dass beide so etwas wie ihre eigenen „Großen Drei“ in der Historie führen. Sind es bei dem englischen Label die berüchtigten „Peaceville-Three“ PARADISE LOST, ANATHEMA und MY DYING BRIDE, so wären dies bei Blood Music quasi die „Blood Music Synthwave Three“. Hierzu zählt der mittlerweile auch im Mainstream durchaus erfolgreiche James Kent aka PERTURBATOR, der aktuell bei Century Media untergeschlüpfte GOST und nicht zuletzt DAN TERMINUS – der chaotische Nerd dieses Trios, der durch eine direkte Empfehlung von PERTURBATOR himself bei Blood Music landete.

DAN TERMINUS nimmt Komplexität raus

Nach dem sehr vollgeladenen „The Wrath Code“ (2015) und dem noch vollgeladeneren „Automated Refrains“ (2017) lässt es Herr Terminus heuer geordneter, weniger komplex, aber nicht unbedingt ruhiger angehen. Waren beide Vorgängerwerk noch vollgestopft – fast überladen – mit Samples und wahnwitzigen Verläufen, setzt „Last Call For All Passengers“ etwas mehr auf Zugänglichkeit und Kontinuität in seinen Titeln. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die beiden Vorgängerwerke sind famose, irrwitzige und rasende Trips durch bunte Cyberwelten – aber genau dadurch durchaus herausfordernd und sicherlich niemals langweilig.

Auf „Last Call For All Passengers“ bedient sich DAN TERMINUS bei allem, was guten Dark Synth ausmacht und entlehnt so einiges, was die elektronische Musik in den 1990er-Jahren anzubieten hatte – so klingelt bei so manches mal FATBOY SLIM oder THE PRODIGY („Multitude“) im Hinterkopf auf, aber auch zeitgenössische Kollegen, wie DANIEL DELUXE („Disfigured“), metallische Strukturen („March“) oder etwas PERTURBATOR finden sich im Sound von „Last Call For All Passengers“ wieder. Die Message von DAN TERMINUS aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit Burn-Out ist zudem aktueller denn je: „Dieses Album handelt vom Ausbrennen, im aktuellen Moment zu stehen und alles Überflüssige loszuwerden.“

„Last Call For All Passengers“ – gradliniger, aber schwer

Damit ist „Last Call For All Passengers“ natürlich zu keinem Zeitpunkt eine flockige, chill-wavige Angelegenheit. Die zehn Tracks sind schwer, die Beats krachend und breakbeatig, die Stimme gevoicecodert, aber alles bleibt stets angenehm düster gehalten – der  vorhandene Bezug des Franzosen zu Computerspiel-Soundtracks wird angenehmerweise auch auf dem aktuellen Album ausgiebig ausgelebt. Oder wie sagt es DAN TERMINUS selbst: „This album is made of hard slapping beats, gritty distortion and simple stuffs.“ Joa, das trifft’s.

Musikalisch haben alle Wirrungen und persönlichen Rückschläge einen Reifeprozess im Hause DAN TERMINUS begünstigt, der sogar die vorherigen, schon ziemlich hochwertigen Werke des Franzosen nochmals übertrumpft. „Last Call For All Passengers“ ist mithin eines der Synthwave-Highlights des ausklingenden Jahres 2020.


Kein Metal und trotzdem für viele Metaller interessant: Synthwave. Die elektronische Spielart rund um apokalyptische Endzeit, Palmen in Miami und Neonreklame wird einmal monatlich auf metal.de mit einem ausgewählten Release gewürdigt. Also: Synth Or Die!

12.10.2020

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Last Call For All Passengers' von Dan Terminus mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Last Call For All Passengers" gefällt.

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