Dynatron - Origins

Review

Lange hat’s gedauert, nun ist es endlich da: Das dritte Album des dänischen Synthwave-Künstlers und Produzenten DYNATRON. Nach dem famosen 2015er-Werk „Aeturnus“ hat sich Projekt-Mastermind Jeppe Hasseriis mehr als fünf Jahre für den Nachfolger Zeit genommen. Aber nun ibetritt er die Bühne, der Thronerbe – gestatten: „Origins“, unser Oktober-„SynthOrDie!“-Album.

DYNATRON knüpft fast nahtlos an seine früheren Werke an

Nun kann man schon sagen, dass DYNATRON mit den beiden ersten Werken, dem 2012-Debüt „Escape Velocity“ und dem erwähnten „Aeturnus“, einen ziemlichen Eindruck hinterlassen hat. Die getragenen, soundtrackhaften und stimmungsvollen Werke mit Weltraum-Ästhetik und schwerem 1980er-Charme (und Einfluss der späten 1970er-Jahre) gehören sicherlich in eine gut sortierte Synthwave-Sammlung. Umso schwerer zu verknusen war der harte Bruch in dem Veröffentlichungsfluß: Nach den beiden „Legacy Collections“ (2016) wurde es abrupt und viel zu lange ruhig um den guten Meister DYNATRON.

Konzeptionell knüpft „Origins“ nun nahtlos an das Vorgänger-Album an – allerdings musikalisch zunächst nicht ganz nahtlos. Denn nach dem flockigen Intro schlägt das folgende „Close Encounter“ unerwartet flotte Töne an, inklusive verzerrtem Gitarrensound. Hier bricht sich die Erfahrung von Hasseriis im Umgang mit härterem Sound Bahn, war er doch in der Vergangenheit aktiv in Death-Metal-Bands wie USIPIAN. Gekonnt wird der Synthwave-Sound hier mit Metal-Klängen vermischt – ein Stilelement, das im weiteren Albumverlauf wiederholt, und dabei ziemlich poinitert, zum Tragen kommen soll.

Aber zurück zum Albumverlauf: Nach dem ersten Fragezeichen, welche stilistische Richtung sich denn nun nach „Close Encounter“ im weiteren Ablauf entspannen könnte, kehrt schnell wieder Ruhe ein. DYNATRON klingt auch 2021 dann doch ziemlich wie bisher gewohnt: Bereits mit dem an dritte Stelle des Albums gesetzten Titeltrack wird wieder der ordentlich cineastisch-spacig, wohlige und dennoch melodiöse Soundteppich ausgebreitet. So richtig eindringlich und schön wird es dann aber erst mit „The Portal“ – hier darf sich der treibende Beat eine prominente Stellung verdient erarbeiten, es darf in die gewohnt bladerunner-uesqen Melodien abgetaucht werden. Toll.

Dass in den Kompositionen von DYNATRON ein ordentlicher Schlag Jean-Michel Jarre (höret mal: „Uncertain Destiny“) durchscheint, sich der Sound von VANGELIS (man nehme hier exemplarisch: „The Future“) zu erkennen gibt, ist mehr Qualitätssiegel denn bloße Kopiererei – DYNATRON versteht sein Songwriting-Handwerk und bedient sich überaus gekonnt in den richtigen Klang-Töpfen. Zudem reichert er seinen Sound dazu noch stimmig mit eigenen Ideen – Stichwort „Gitarre“ – an.

„Origins“ gibt sich wohltuend traditionell

Dabei mag „Origins“ das Synthwave-Genre sicherlich nicht neu zu definieren. DYNATRON gelingt aber eine wunderbar zeitlose Konstante und, bei aller Sympathie für die unlängst vollzogenenen experimentellen Genre-Erweiterungen und Grenzen-Sprengungen von PERTURBATOR, GOST und Co., auch eine beruhigende und wohlige Rückbesinnung auf die Ursprünge der Synthwave-Bewegung, die ja selbst Pionieren der elektronischen Musik huldigt. „Origins“ ist quasi eine doppelte Rückbesinnung, passenderweise initiiert von einem der frühen Meister des Synthwave-Genres selbst, der Einfluss auf vielfältige Projekte genommen hat und nach wie vor als Produzent nimmt – besser als „Origins“ hätte der Albumtitel daher kaum gewählt werden können.

Eine Begleitung der „Origins“-Space Odyssey von DYNATRON ist daher der Genre-Gemeinde unbedingt angeraten – insbesondere dann, wenn man seine elektronisch-musikalischen Ausflüge besonders retro mag.

13.10.2021

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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1 Kommentar zu Dynatron - Origins

  1. Watutinki sagt:

    Klingt eigentlich sehr nett, schön chillig. Nur die Beats finde ich etwas langweilig, das geht auch im Retro Modus interessanter.

    Bei so was geht mir einer ab :))
    https://www.youtube.com/watch?v=vETonlaTZ4c