Ragnarök Festival 2026
Der große Erlebnisbericht
Konzertbericht
Freitag
Wir haben die Dümpfelschöpfer-Tradition ins Leben gerufen, also liegt es in unserer Verantwortung, sie auch zu pflegen. Deshalb besuchen wir das angenehm zentral und dennoch leicht vom Marktplatz versetzte Gasthaus mittags, bevor wir zum Festivalgelände gehen. Der freundliche Wirt sucht sofort das Gespräch und fragt, wie der gestrige Tag war. Wir äußern indes unsere Irritation, weil im Internet steht, dass das Lokal erst um 17 Uhr öffnet – und erfahren in authentisch gleichgültigem Tonfall, dass die Öffnungszeiten nicht stimmen würden. Ein imponierendes digitales Ducken, wenn auch potenziell geschäftsriskant.
Satt und „bebiert“ folgen wir dem Wispern der Bäume und finden uns zu WALDGEFLÜSTER in der Halle ein. Die Musik ist beinahe zu emotional, denn die frisch gezapfte Heiterstimmung verliert sich ein wenig im Dickicht des Waldes. Allerdings scheint hier auch immer etwas Sonne durch die Wipfel, und so suchen wir uns eine Lichtung und genießen den wirklich starken Gig rundum glücklich und zufrieden.

Bestimmte Dinge werden nie alt, auch wenn sie irgendwie ausgelutscht sind – zum Beispiel, dass manche es lustig finden, um jemanden im Kreis zu rennen und die Handkelle über den Kopf zu halten. An sich okay, aber zu SERVANT? Leute, ein paar unausgesprochene Regeln gibt es schon. Da kommt der Nebel-Metal von SUNKEN ganz recht – so können wir uns voll auf den atmosphärischen Black Metal konzentrieren; teilweise wirklich bei Nullsicht.
Wir müssen einen Abstecher machen, denn unsere heutige Unterkunft liegt bei Vierzehnheiligen im Diözesanhaus (trotz auffällig platzierter Bibel im Zimmer und Kreuz über dem Bett äußerst empfehlenswert) und wir haben nur ein begrenztes Check-in-Fenster. Das ist ein kleines Stück entfernt, aber mit dem Auto geht’s ruckzuck. Netterweise fährt uns eine Freundin. Und wenn wir schon hier sind, logisch, machen wir den Sonderabstecher ein Stück weiter nach oben und besuchen die Brauerei Trunk für ein Getränk. Die schenkt übrigens im festivaleigenen Biergarten aus, den es schon im letzten Jahr gab. Heute ist das Treiben dort aber eher mau – das soll sich morgen, bei deutlich besserem Wetter, jedoch ändern.

MISÞYRMING fallen in diesem Jahr vor allem aufgrund einer musikalischen Kooperation mit BEHEMOTH auf. Beim Ragnarök spielen sie aber ihr eigenes Set. Das genügt auch völlig, denn die Isländer zählen zweifellos zu den derzeit intensivsten Live-Bands. Nur die Technik so: nö, nicht mit mir! Unter den Augen des Festivalveranstalters, der schnell nach hinten eilt, fällt der Sound mal eben komplett aus. Fronter Dagur gibt sich alle Mühe, die aufgezwungene Pause zu überspielen, aber einmal aus diesem packenden Strudel gerissen, ist es schwer, wieder richtig reinzukommen.
Die Mischung stimmt: KAUNIS KUOLEMATON bringen finnische Düster-Doom-Atmosphäre, ENISUM naturverbundenen Black Metal und SEPTICFLESH den Metal-Bombast. Dann schließen HELFRÓ den isländischen Kreis, bevor das Headliner-Double an den Start geht.

Psychonaut 4 beim Ragnarök 2026
PSYCHONAUT4 sind besonders, aber nicht mehr so sehr wie damals. Dass Graf aus scheinbar guten Gründen im Knast sitzt, vertiefen wir an der Stelle nicht, betonen aber, wie sehr seine Bühnenpräsenz fehlt. Irakli macht es stimmlich gut, aber die schmerzerfüllte Magie fehlt einfach. ASAGRAUM liefern danach ein schnurgerades Oldschool-Schwarzmetallset skandinavischer Prägung.
Wir verabschieden uns und fahren mit dem Taxi nach Vierzehnheiligen, werfen noch einen verstohlenen Blick auf die in der Dunkelheit leuchtende Basilika, nehmen das Kreuz von der Wand, stellen es respektvoll neben die Bibel ins Regal und träumen schon mal vom (leider) letzten RAGNARÖK-Tag.
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