
Summer Breeze Open Air
Der große Festivalbericht 2025
Konzertbericht
Donnerstag, 14.08.2025
Noch bevor es heute weitergeht, besuchen wir den Campsite Circus und – ähem – schauen beim METALZA Metal Workout zu. Die beiden Powerfrauen auf der Bühne sind nicht nur ein eingespieltes Team aus Mutter und Tochter. Es gelingt ihnen sehr schnell, die agilen und sportlichen Festivalbesucher:innen vor der Bühne zu motivieren und in Sachen Springen und Headbangen alles zu geben. Dazu läuft, wer hätte es gedacht, Heavy Metal der flinkeren und härteren Gangart. Wir empfehlen allen, die am Abend davor zu tief in den Becher geschaut haben, einen Besuch bei METALZA, denn hier können die Sünden der letzten Nacht wunderbar abtrainiert werden.
WARMEN – 12:55, Mainstage
Dass WARMEN als Nebenprojekt von CHILDREN OF BODOM-Keyboarder Janne “Warmen” Wirman gegründet worden sind, nutzt eben dieser im Rahmen des Gigs für einige Ständchen aus dem CHILDREN OF BODOM-Katalog aus. Dazu zählen Songs wie “Hate Me!” und “In Your Face”. Aber WARMEN haben auch mit “Band Of Brothers” ein brandneues Album im Schlepptau und nutzen die Gunst der Stunde, um dessen Material darzubieten. Doch selbst hier ist die DNA der (einstigen) Stammband nicht zu überhören – was keineswegs negativ ist.
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Aus dem Land der aufgehenden Sonne gekommen um zu bleiben
HANABIE – 13:50, Mainstage
“Konichiwa Summaru Briesu”! Mit der Energie vier kunterbunter Flummis hopsen die vier Mädels von HANABIE aus Japan auf die Main Stage und wirken auf den ersten Blick vollkommen Fehl am Platz. Das ändert sich jedoch schlagartig, sobald Fronterin Yukina vom Allerfeinsten losröhrt als gäbe es kein Morgen mehr, und der Rest der Band zu lebhaftem Synth-Gewaber einen brachialen Metalcore zum Besten gibt. Und das wird auch mit reichlich Zuspruch entgegen genommen, denn vor der Main Stage ist es voll, trotz der immensen Mittagshitze, gegen die sämtliche zum Einsatz kommenden Wassersprenger fieberhaft ankämpfen. Der Mix aus kernigem Metalcore mit fast J-Pop-artigen Gesangseinlagen von Klampferin Matsuri erfreut sich jedenfalls einer ausgesprochen hohen Beliebtheit und lässt ein baldiges Wiedersehen vermuten.
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BENIGHTED – 14:20, T-Stage
Blastbeats zum Nachmittag – so fängt der nächste Festivaltag ausgesprochen gut an! BENIGHTED aus Frankreich gehören wohl zum Extremsten, was Brutal Death/Grindcore derzeit zu bieten hat. Die Band um Fronter Julien Truchan ist inzwischen seit mehr als 25 Jahren im Geschäft, entsprechend groß ist der Backkatalog. Die T-Stage wird sofort zum Kriegsgebiet erklärt und die ungestüme Urgewalt, für die die Band bekannt ist, entlädt sich. Das Set ist recht bunt gemischt. Erwartungsgemäß gibt es ein paar mehr Tracks vom aktuellen Album „Ekbom“, aber Klassiker wie „Nemesis” oder „Let the Blood Spill Between My Broken Teeth” dürfen natürlich nicht im Set fehlen.
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Ein Klassiker der passend zum karibischen Wetter für Schweißperlen sorgt
MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN – 16:00, Mainstage
Noch so ein Klassiker, ohne den ein Festival in Deutschland mittlerweile kaum noch denkbar wäre. MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN geben sich die Ehre auf der Main Stage und feiern ihre Anwesenheit auch wieder einmal gebührend mit dem üblichen Charme, den die Säbelrassler aus dem karibischen Osnabrück fast schon natürlich auf die Bühne bringen. Mit hauptsächlich neueren Songs bewaffnet und einem Medley zum Schluss, das in den unvermeidbaren Gassenhauer “Blau wie das Meer” mündet, schaffen es die vier aber auch wieder im Handumdrehen, das Publikum aus den Händen fressen zu lassen. Gewusst wie.
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HIDEOUS DIVINITY – 16:35, Wera-Tool-Rebel-Stage
Die Römer von HIDEOUS DIVINITY kommen mit unbändiger Energie und technischem Death Metal auf die Wera-Tool-Stage. An diesem hellen Nachmittag fehlt der Band zwar ein wenig der Druck der zweiten Gitarre und auch die Bühnenpräsenz könnte eindringlicher sein, dafür gibt es aber eine starke Death-Metal-Show, die sich vornehmlich auf die Tracks des letzten Albums „Unextinct” fokussiert. Schon in seiner Verspieltheit und Versiertheit beeindruckt das Album. Mag sein, dass das Geschehen durch das strömende Tageslicht ein wenig geschmälert wird, aber auf der Wera-Tool-Stage gibt es auch genug Leute, die vor der Bühne moshen und nicht nur dankbar den Schattenspender in Anspruch nehmen. HIDEOUS DIVINITY sind jedenfalls kein moderner Slam-Brecher, der sofort in die Beine geht, sondern ein durchaus kalkulierter Hammerschlag, dessen technische Finesse live nicht immer direkt funktioniert.
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WITHIN TEMPTATION – 18:55, Mainstage
Es wird Zeit für etwas Symphonic Metal auf der Mainstage, wenn WITHIN TEMPTATION diese erklimmen und einen modernen, bombastischen Metal-Sound ins Infield pusten. Angeführt von der stimmgewaltigen Sharon Den Adel, deren Stimme live hält, was sie auf Konserve verspricht. Es gibt Exponate aus dem neuzeitigen Katalog der Niederländer zu bewundern wie beispielsweise „We Go To War“ vom (noch) aktuellen Album „Bleed Out“ oder „Supernova“. Doch das beste heben sich die Dame und die Herren für den Schluss auf, wenn die Bandklassiker „Ice Queen“ und „Mother Earth“ ausgepackt werden, zu deren Ankündigung es sich Den Adel nicht nehmen lässt, in Nostalgie zu schwelgen ob der Bedeutung dieser Tracks für die Karriere der Band. Da erwischt man sich selbst beim Sinnieren über Vergangenes und denkt an die alten Tage, die mittlerweile auch schon ganze 25 Jahre her sind …
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Ein früher Festival-Höhepunkt?
GOJIRA – 21:15, Mainstage
Ein absolutes Highlight des gesamten Lineups steht mit DEM französischen Top-Export in Sachen (Extrem-)Metal an. GOJIRA treten unter einer aufwändigen Lichtshow auf und setzen dabei gefühlt die ganze Mainstage in Flammen, während der kantige Sound der Franzosen um die Gebrüder Duplantier so straff und ikonisch wie eh und je ins Rund ballert. Dabei strotzt das Quartett nur vor Selbstbewusstsein, angefangen beim weitstgehenden Fehlen irgendwelcher Ansagen – hier darf die Musik noch für sich selbst sprechen. Erst im finalen Drittel der Show richtet sich Joe Duplantier direkt ans Publikum.
Apropos Publikum: Das ist natürlich Feuer und Flamme für die Franzosen und sogar Star der Live-Schaltung beim Song „The Chant“, um dessen Message noch einmal zu verdeutlichen. Und natürlich darf auch „Mea Culpa (Ah! Ah! Ça ira)“ (in Abwesenheit von Marina Viotti, die per Videkonserve „zugeschaltet“ wird) nicht fehlen, der Song, der die Band im Rahmen der Eröffnungszeremonie der letztjährigen Olympischen Spiele über den Metal hinaus ins allgemeine Bewusstsein katapultiert hat. GOJIRA plätten schlicht alles mit einer sagenhaft inszenierten Darbietung und machen es allen noch kommenden Bands richtig schwer.
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IOTUNN – 21:35, Wera-Tool-Rebel-Stage
Den mit Abstand undankbarsten Slot haben in diesem Jahr die Dänen von IOTUNN erwischt, denn parallel dazu finden die Inferno-Show von GOJIRA und das Hardcore-Fest mit SICK OF OT ALL auf der T-Stage statt. Im Vergleich zum letzten Besuch der Band ist die Fanmenge dieses Mal deutlich überschaubarer. Zudem ist Sänger Jon Aldara, der die beiden letzten Alben mit seinen Ausnahmevocals veredelte, an diesem Tag nicht anwesend und überlässt den Gesang seinem Kollegen Morten Bering Bryld, der ansonsten bei der dänischen Viking-/Folk-Truppe HEIDRA an vorderster Front steht. Der Fokus des Sets liegt klar auf dem aktuellen Album, sodass es Highlights wie „Mistland” oder „Kinship Elegiac” zu hören gibt. Die Band ist trotz des ungünstigen Slots nicht zu bremsen und spielt einen herausragenden Gig. Die Vocals von Sänger Morten sind ausgesprochen gut und passen hervorragend zu dem, was IOTUNN auf die Beine stellen. Sie besitzen jedoch einen völlig anderen Charakter und verleihen den einzelnen Tracks live eine komplett andere Nuance, was insbesondere beim einzigen Track des ersten Albums „The Tower Of Cosmic Nihility” deutlich wird.
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Alles andere als primitiv und doch hinter den Erwartungen
SEPTICFLESH – 22:25, T-Stage
Die griechischen Symphoniker von SEPTICFLESH hüllen die T-Stage in Dunkelheit. Mit orchestraler Tiefe bieten sie ein modernes Set, das sich stark auf das letzte Album „Modern Primitive” konzentriert. Ganze fünf Tracks widmen sie diesem Album, drei dem Vorgänger „Codex Omega„, um dann gerade einmal drei Klassiker ins Set zu integrieren. Bei allem Respekt für das neue Material fühlt sich eine Setlist ohne „Pyramid God” oder „Communion” irgendwie nicht richtig an. Der Auftritt bleibt hinter den Erwartungen zurück und lässt uns grübeln, was der Sinn dahinter sein soll. Für einen gewissen Seelenfrieden sorgen an diesem Abend aber „The Vampire Of Nazareth”, „Anubis” und auch das großartige „Neuromancer”.
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CULT OF LUNA – 23:40, Mainstage
Nach langer Verschnaufpause geben sich CULT OF LUNA endlich wieder live die Ehre und verwandeln die Mainstage in ein düsteres Lichtermeer. Im starken Gegensatz zu den lichterfrohen Performances davor und danach steht die Show der Schweden, die mit ihrem Post-Sludge die Stimmung nach unten ziehen. Bei aller Düsternis fühlen sich die schmerzerfüllten Vocals sehr herzzerreißend an. Die Setlist ist ausgesprochen gut und wird von Tracks der Alben „Vertikal” und „The Long Road North” dominiert. Insgesamt wirkt der Gig der Schweden zwischen Euphorie und Kampfeslust deplatziert.
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Eine wuchtige Show beendet den zweiten Festivaltag
KANONENFIEBER – 01:15, Mainstage
Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass KANONENFIEBER im Jahr 2025 die Mainstage des Summer Breeze bespielen würden? Wahrscheinlich niemand, aber der Hype ist real. Noise hat sein Eskadron in Grabenkunst und Infanterie geschult. Auch an diesem Abend hat er auf der großen Bühne Schützengräben aus Stacheldraht und Sandsäcken aufgefahren, um seine Kameraden vor Angriffen aus den ersten Reihen zu schützen. Man mag von der Band halten, was man will, aber die Performance ist an diesem Abend über jeden Zweifel erhaben. Es gibt eine großartig gespielte Show, die mit Licht und Pyro nicht geizt und die Musik sehr bildintensiv in Szene setzt. Songs wie „Der Maulwurf” mit ihren eindringlichen deutschen Texten und Refrains funktionieren hervorragend und sollten der Band neben alten auch den einen oder anderen neuen Fan beschafft haben.
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metal.de Redaktion 




























Irgendwie habe ich es geschafft bis auf Suffocation, Benighted und gojira alles zu umschiffen was hier angesprochen wird 🙈
Kleine Kritik: Die Anreise-Slots gabs schon letztes Jahr und Extermination Dismemberment haben auch in Schlotheim gespielt aber ihr wart bei Illenschwang 😜