Motörhead - Under Cöver

Review

Galerie mit 3 Bildern: Motörhead - With Full Force 2014

Fast zwei Jahre nach Lemmys Tod erscheint dieser Tage mit „Under Cöver“ eine Sammlung der laut Promowisch „besten Coversongs“, die MOTÖRHEAD in ihrer Karriere aufgenommen haben. Das riecht im ersten Moment ganz stark nach Leichenfledderei der schlimmsten Sorte. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Lemmy und co. Songs anderer Künstler immer ihren eigenen Stempel aufgedrückt haben.

Das ist dann auch die große Stärke von „Under Cöver“. Egal ob der SEX PISTOLS-Klassiker „God Save The Queen“ oder der JUDAS-PRIEST-Gassenhauer „Breaking The Law“, jeder Song klingt absolut nach MOTÖRHEAD. Neben solch musikalisch recht naheliegenden Songs, gibt es aber auch die ein oder andere Überraschung. So etwa das bislang unveröffentlichte DAVID-BOWIE-Cover „Heroes“, das aus den „Bad Magic“-Sessions übrig geblieben war. Die leicht psychedelische Note des Songs zeigt ganz neue Facetten im Sound von MOTÖRHEAD. Trotzdem sorgen Lemmys kratziger Bass und Phil Campbells unverkennbar bluesige Gitarrensoli dafür, dass hier niemals Verwechslungsgefahr mit einer anderen Combo besteht.

MOTÖRHEAD offenbaren ungeahnte Fähigkeiten

Beeindruckend ist auch, was für ein wandlungsfähiger Sänger Lemmy doch war. In den bandeigenen Tracks kam das nicht so oft zur Geltung. Die Songs auf „Under Cöver“ aber geben ihm die Möglichkeit, sein Können voll auszuschöpfen. Ein besonderes Highlight ist zudem das RAINBOW-Cover „Starstruck“ mit niemand geringerem als SAXONs Biff Byford am Gesang. Da die meisten Aufnahmen auf „Under Cöver“ aus der Zeit von 2000 bis 2015 stammen, ist die Produktion der Platte demensprechend zeitgemäß.

Einzig „Hellrasier“ und das ebenfalls 1992 aufgenommene TED-NUGENT-Cover „Cat Scratch Fever“ stechen ein wenig heraus, wodurch der Fluss des Albums ein wenig gestört wird. Fragwürdig ist zudem, was „Hellraiser“ auf der Platte überhaupt verloren hat. Schließlich ist Lemmy Co-Songschreiber des Tracks. Außerdem war er auch schon als regulärer MOTÖRHEAD-Song auf dem 1992er Album „March Ör Die“ enthalten. Den gemeinen Fan wird diese Kleinigkeit wohl kaum stören. Etwas merkwürdig ist es aber trotzdem.

„Under Cöver“ ist ein Coveralbum im besten Sinne. Das hier Gebotenen ist weniger Leichenfledderei, sondern verspätete Ehrdarbierung. Als (hoffentlich) letzte MOTÖRHEAD-Veröffentlichung ein durchaus gelungener Abschluss einer einmaligen Karriere.

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18.09.2017

"Irgendeiner wartet immer."

Der metal.de Serviervorschlag

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2 Kommentare zu Motörhead - Under Cöver

  1. drrock sagt:

    Wer hätte gedacht, dass nach Lemy‘s Tod noch so ein Hammer Album rauskommt? Die Idee es mit Coverversionen anderer Rockstars zu bestücken finde ich absolut gelungen! Viel besser, als wenn von einem Toten plötzlich neue eigene Stücke auftauchen. Es hieß ja auch nach dem Tode Lemys, „Motorhead“ ist over!
    Jedes Stück ist obwohl es bestimmt bei den meisten in den Ohren klingt ganz anders als das Original und mit einer unglaublichen Spritzigkeit mit typischem Motorheadsound definitiv sogar verbessert. „We are Motorhead! We play Röck‘n Roll“ hat Lemy vor jedem Auftritt kurz und knapp verkündet und genau das kam dann auch puristisch gewaltig und ohne Schnörkel und manchmal habe ich gedacht „ das macht er weil er nicht anders kann…“. Aber jetzt habe ich dazu gelernt – wenn sie gewollt hätten, hätten sie jede…absolut jede Facette von Hard Rock Songs spielen können und zwar bravourös! Dadurch, dass die Stücke etwas tiefer gesetzt sind und der Bass als Rhytmusgitarre treibt, ergibt sich dieser ganz besondere Sound, den die Fans so lieben. Und man kann sie nur lieben oder eben nicht und das gilt meiner Meinung nach auch für dieses Album. Und ich liebe es! Es ist Mega!
    Genau wie Lemy Kilmister selbst…etwas ganz besonderes! Ehrlich, schnörkellos und mit viel viel Power und Spaß an der Freude! Lemy forever!

    PS. Im Jahr ihrer Entstehung habe ich Motorhead im berühmten engen Cavern Club in London Soho „gehört“…aber eigentlich auch nicht denn es war so laut, dass ich nach 5 Minuten das Gefühl hatte, neben meinem Ohr wäre eine 45er abgefeuert worden. Die Bude war komplett verraucht, die Wände mit schwarzen Teer verkleistert und sonst nichts. Wir standen und sprangen wie ein aus Sardinen gepresste Körper zu dem ohrenbeteubenden Krawall. Als ich daraus war fand ich Motorhead nicht so toll, dass ich gedacht hätte, sie nochmal zu hören…ABER…ganz kurz danach habe ich sie auf einem Festival gehört (ich glaube es war Reading) und ab da war Lemy eiserner Bestandteil meiner Hardrock Fanship! Und ist es bis heute! Dieses Cover Album wird ganz ganz oft meine Nachbarn verschrecken!
    Life is Rock‘n Roll! Lets rock!

    10/10
    1. Nether sagt:

      Der Mann hieß Lemmy!