Death Over Europe 2026
Black-Metal-Operette mit krachendem Aufwärmprogramm

Konzertbericht

Billing: Mayhem, Marduk und Immolation
Konzert vom 07.02.2026 / 22.02.2026 | Kulturwerk / Huxleys Neue Welt, Herford / Berlin

Bei Ankündigung der „Death Over Europe“-Tour von MAYHEM dürfte so manchem Schwarzmetallheimer ein schiefes Grinsen durch das corpsepaintgeschmückte Gesicht gehuscht sein. Denn nicht nur sollten die norwegischen Black-Metal-Größen mit neuem Material antreten, sie würden auch ein illustres Gefolge mit auf die Konzertreise nehmen, neben den schwedischen Black-Metal-Veteranen MARDUK auch die US-amerikanische Death-Metal-Institution IMMOLATION – da kommen locker einhundert Jahre Extreme-Metal-Bandgeschichte zusammen. Natürlich musste auch metal.de vor Ort dabei sein.

Die Fotos stammen aus Berlin von Andrea Friedrich, der Bericht aus Herford von Sven Lattemann.

Die Anreise: Der Wanderer im Nebel

Großes Interesse an diesem Tourpaket ist jedenfalls offenkundig vorhanden. Das Kulturwerk in Herford ist an diesem Samstagabend ordentlich gefüllt und bereits der Opener IMMOLATION kann sich über viel Publikumszuspruch freuen, obwohl die Death-Metal-Band stilistisch etwas aus dem Rahmen fällt. Aber ob dies daran liegen könnte, dass das Konzert entgegen der Ankündigung auf dem Plakat erst um 19:30 Uhr eine Stunde nach der angekündigten Startzeit beginnt, bleibt offen – wohl aber denjenigen, die verspätet eintreffen und nun dennoch in den vollen Show-Genuss kommen können. Eine besondere Herausforderung bei der Anreise dürfte nämlich der dichte Nebelschleier dargestellt haben, der sich passend zum heutigen Abend begräbnisnebelgleich über die Umgebung von Herford gelegt hat.

Nebel über Herford (2026) – passend zum Black-Metal-Konzert

IMMOLATION und MARDUK – mehr als „Vorbands“

Die Death-Metaller IMMOLATION aus New York zeigen jedenfalls von Anfang an, dass sie zwar schon ziemlich lange im Geschäft sind, aber dennoch keineswegs zum alten Eisen gehören. Entsprechend bedankt sich Frontmann Ross Dolan auch für 38 (!) Jahre Unterstützung der Fans – Respekt für dieses Durchhaltevermögen. Technisch anspruchsvoll, aber durchweg routiniert, geben sich IMMOLATION am heutigen Abend: Da sitzt jede Bewegung, jede Pose. Und auch neues Material gibt es zu hören, mit „Descent“ steht schließlich das zwölfte Studioalbum der Band in den Startlöchern – „Adversary“ heißt die aktuelle Single-Vorauskopplung hierzu. Bevor Mister Dolan den kurzweiligen Auftritt mit „The Age Of No Light“ nach knapp vierzig Minuten beschließt, bedankt er sich noch ausgiebig bei Publikum und Crew, inklusive Geburtstagswünsche in Richtung Soundtechnik. Einen gelungenen Start in den Konzertabend bescheren IMMOLATION definitiv.

Galerie mit 28 Bildern: Immolation - Death Over Europe 2026 in Berlin

Nach einer angenehm kurze Umbaupause rollen MARDUK auf die Bühne und walzen sich soundtechnisch brachial ins Publikum. Die Schweden haben zwar kein neues Material in der Pipeline, aber dafür eine starke Diskographie im Rücken. Den Auftakt des Sets macht „Frontschwein“ und es dauert nicht allzu lange, da fliegen wild Haare und Fäuste in den ersten Reihen durch die Gegend. Nun sind wahrlich MARDUK nicht die großen Entertainer, Interaktion mit dem Publikum findet außer kurzen Songansagen nicht statt. Dennoch schaffen es die Schweden die Atmosphäre wohlig aufzuheizen, ganz gleich ob mit flotten Titeln und Klassikern wie „Sulphur Souls“ und „Infernal Eternal“ oder dem stampfenden Nummern wie „Shovel Beats Sceptre“.

Galerie mit 28 Bildern: Marduk - Death Over Europe 2026 in Berlin

Ganz große Show: MAYHEM wissen sich zu inszenieren

Dass sich die Stimmung anschließend etwas beruhigt, ist wenig verwunderlich. MAYHEM sind schließlich  die großen Meister der Black-Metal-Inszenierung, Theatralik und große Gesten gehören bei Frontmann Attila zum festen Programm. Da bildet auch der heutige Auftritt keine Ausnahme: Unterstützt von einer aufwändigen Videoinstallation fühlt sich die Show wie eine Operette an, die getragen von Attilas einprägsamen Gesang viel Abwechslung und visuelle Reize bietet. Entsprechend kleidet sich der Sänger auch in verschiedenste Kostümierungen, vom Geistlichen über einen Black-Metal-Guerilla mit Baskenmütze bis zum schlichen Metal-Alltagsoutfit.

Ganz frisch draußen ist passend zur Tour das aktuelle Werk „Liturgy Of Death“, welches es natürlich in verschiedenen Formaten am gut sortierten Merchandise-Stand zu erwerben gibt. Und mit eben jenem Album steigen die Norweger in den heutigen Auftritt ein: „Weep For Nothing“, bereits seit einigen Wochen als Single auf dem Markt, bildet den Auftakt. Auch ansonsten bestand für alle Anwesenden die Möglichkeit sich mit den weiteren Tracks von „Liturgy Of Death“ in der heutigen Setlist ausgiebig vertraut zu machen, MAYHEM beschränken sich im weiteren Verlauf auf die Vorabsingles „Life Is A Corpse You Drag“ (schon jetzt der Black-Metal-Songtitel des Jahres) und „Realm Of Endless Misery“ (songtiteltechnisch auch ganz weit vorne).

Den zweiten Schwerpunkt neben Songs von der „Liturgy Of Death“ bildet, wenig überraschend, Material der „De Mysteriis Dom Satanas“. Bei Klassikern wie „Freezing Moon“ und „Cursed In Eternity“ sollte jedem Old-School-Black-Metaller das schwarze Herz aufgehen. Ansonsten gibt es einen gut abgewogenen Ritt durch die Diskographie der Band: „Chimera“ ist dabei, „Psywar“ und „Bad Blood“ gibt es auch zu erleben. Mit „From The Dark Past“ gehen MAYHEM nach etwas über einer Stunde Spielzeit von der Bühne, allerdings nur kurzzeitig und für einen schnellen Wechsel des Outfits. Denn wie bereits mit dem vermeintlichen Abschlusssong angeteasert, geht es nun richtig in die düstere Vergangenheit: Die„Deathcrush“ ist schließlich noch gar nicht zum Zuge gekommen – und dies wird nun ausgiebig nachgeholt. Unterstützt von Fotoaufnahmen aus der Anfangszeit der Band auf der Videoleinwand wird der legendären Erstveröffentlichung von MAYHEM ausgiebig gehuldigt. „Pure Fucking Armageddon“ setzt schließlich den wüsten und ungestümen Schlusspunkt unter eine gelungene Zeitreise zurück in die 1980er-Jahre.

Galerie mit 26 Bildern: Mayhem - Death Over Europe 2026 in Berlin

MAYHEM unterstreichen an diesem Abend ihren Status als Flaggschiff des atmosphärischen und verschrobenen Black Metal. Inszenierung und Songs harmonieren ausgezeichnet, die Songs klingen frisch und dem opulenten Auftritt der Norweger zu folgen ist stets eine Freude – so auch an diesem nebeligen Abend in Herford. Und „Funeral Fog“  gab es dann aus der Konserve auch noch im Auto auf der Rückfahrt.

06.03.2026

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38322 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Mayhem, Marduk und Immolation auf Tour

02.04. - 05.04.26Inferno Festival 2026 (Festival)Mayhem, Deicide, Enslaved, Cult Of Luna, Old Man's Child, The Kovenant, Kanonenfieber, Samael, Incantation, Auðn, Whoredom Rife, Darvaza, Perchta, Morax, Myr, Forsmán, Primordial, Funeral, Múr, Nite, Hierophant, Sovereign, Blodknoke, Cavern Deep, Automaton, HEVN III, Voidspire, Tormentor, Firespawn, Mork, Carnivore A.D., Nihilvm, Abhorration, HomSelvareg, Ruun, Hermit Dreams, Møl, Arachno, Gaddavír, Ferversea, Senti, Groza, Der Weg Einer Freiheit, Svarttjern, 1914, Sadistic Intent, Hulder, Zatokrev, Bizarrekult, Swartzheim, Gloombound, Angell, Raumer, Vígljós, Katla (DK), MÍO, Galge, Speedslut, Euthanasia, Villmark, Riket, Yvris, Subnoir und Mortal FearRockefeller, Oslo
03.06. - 06.06.26Mystic Festival 2026 (Festival)A.A. Williams, Acid King, Allt, Anthrax, Arð, Avralize, Behemoth, Belphegor, Benediction, Black Label Society, Black Tusk, Blackgold, Blood Incantation, Blood Vulture, Bloodywood, Bölzer, Carach Angren, Carpenter Brut, Caskets, Cavalera, Cisnienie, Coroner, Corrosion Of Conformity, Czerń, Damnation, Death To All, Decapitated, Der Weg Einer Freiheit, Disharmonic Orchestra, Djerv, Dola, Down, Eihwar, Electric Wizard, Embryonic Autopsy, Escuela Grind, Evergrey, Eyehategod, Forbidden, Frontside, Frog Leap, Fulci, Gaahls Wyrd, Gatecreeper, Grave, Harakiri For The Sky, H.exe, Hostia, Hulder, Ice Nine Kills, Kanonenfieber, Kent Osborne, Knife Bride, Kublai Khan, Letlive, Marduk, Martyrdöd, Master Boot Record, Mastodon, Megadeth, Monkey3, Neckbreakker (ex-Nakkeknaekker), Neptunian Maximalism, Noctem, Overkill, Pain, Priest, Primordial, Psychonaut (BE), Quantum Trio, Return To Dust, Rotting Christ, Saxon, Scour, Septicflesh, Severe Torture, Seth, Shining (NO), Six Feet Under, Soilent Green, Static-X, The Gathering, Thrown, Tides From Nebula, Today Is The Day, Truckfighters, Unleashed, Vianova, Winterfylleth, Yoth Iria und ZetraGdańsk Shipyard, Danzig
23.07. - 25.07.26Burning Q Festival 2026 (Festival)Grave Digger, The Haunted, Atlantean Kodex, Immolation, Spectral Wound, Lamp Of Murmuur, Crypt Sermon, Riot City, Endseeker, Phantom Spell, Megaton Sword, Servant, Nephylim, For Victory, Damnation Defaced, Rană, Moribund Oblivion, Steelpreacher, Traktat, Tyranthrope, Exorcism, Tyranex, Human Prey und The Chainsaw DemonsBurning Q Festivalgelände, Freißenbüttel
Alle Konzerte von Mayhem, Marduk und Immolation anzeigen »

Kommentare