Blind Guardian
Vom Speed zum Power Metal

Special

Follow The Blind (1989)

Nur ein Jahr nach ihrem Debüt legen BLIND GUARDIAN bereits nach. Auf „Follow The Blind“ setzen sie ihren Weg konsequent fort. Immer noch regiert der Speed Metal. Doch eingängige Melodien und Chor-Arrangements halten immer häufiger Einzug in das Songwriting. „Banish From Sanctuary“ ist beispielsweise ein Mitgröl-Ohrwurm allererster Kajüte. Das Titelstück überrascht hingegen mit Akustikgitarren und einem durchgehend langsamen Tempo. BLIND GUARDIAN sind als Songschreiber sichtlich gereift.

Doch da hört es nicht auf. Hansi Kürsch hat sehr an sich gearbeitet. Seine Stimme klingt weitaus gefestigter als auf dem Vorgänger. Auch gelingen ihm bereits ein paar kräftige Schreie. Gleichzeitig überzeugen André Olbrich und Marcus Siepen mit ausgefeilten Gitarren-Leads. Spieltechnisch sind BLIND GUARDIAN ein ganzes Level weiter.

„Follow The Blind“ entsteht unter Druck

Allerdings bereiten die Aufnahmen der Band auch Probleme. Konnten sie für ihr erstes Album noch auf Songs ihrer Demos zurückgreifen, muss diesmal komplett neues Material her. Die große kreative Explosion bleibt allerdings aus. Deshalb kommen mit „Barbara Ann“ von den BEACH BOYS und dem DEMON-Klassiker „Don’t Break The Circle“ gleich zwei Coversongs auf „Follow The Blind“.

„Valhalla“ entsteht sogar erst eine Woche vor Aufnahmebeginn. Olbrich und Kürsch empfinden das Stück als zu Schwach für das Album. Die Veröffentlichung des Songs ist einzig und allein der geringen Spielzeit der Platte zu verdanken. Dank griffiger Riffs, einem leicht mitsingbaren Chorus und Gast-Gesang von Kai Hansen, entwickelt es sich schnell zum Band-Hit. So können sich selbst die besten Musiker mal irren.

Wie bereits beim Vorgänger, sitzt Kalle Trapp hinter den Reglern. Er zimmert „Follow The Blind“ einen immer noch ruppigen, aber differenzierteren Sound. Genau wie sein Vorgänger, profitiert auch der BLIND GUARDIAN-Zweitling im Laufe der Zeit von seinen regelmäßigen Nachbearbeitungen.

Galerie mit 28 Bildern: Blind Guardian – play Somewhere Far Beyond Tour 2022

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19.10.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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Blind Guardian auf Tour

10.12.22Walhalla - Festival der Helden 2022 (Festival)Blind Guardian, In Extremo, Corvus Corax, Fiddler's Green, Vogelfrey und RauhbeinHolstenhallen, Neumünster
05.07. - 08.07.23metal.de präsentiertRockharz 2023 (Festival)Amon Amarth, Blind Guardian, Die Apokalyptischen Reiter, Destruction, Equilibrium, Feuerschwanz, Firkin, Hämatom, In Flames, Lacuna Coil, Letzte Instanz, Lord Of The Lost, Mono Inc., Paradise Lost und SkáldFlugplatz Ballenstedt, Ballenstedt

5 Kommentare zu Blind Guardian - Vom Speed zum Power Metal

  1. BlindeGardine sagt:

    Schöne Retrospektive. Es gibt ja noch immer genug Leute die ständig rumjammern, weil BG nicht mehr wie auf „Somewhere Far Beyond“ klingen; ein Umstand, der für mich persönlich nie so richtig nachvollziehbar war. Meinen ersten Kontakt mit BG hatte ich in Form der „Tokyo Tales“, ich habe die Band also auch erstmal über das Material der ersten vier Alben kennengelernt. Danach habe ich mir dann glaube ich ziemlich schnell die „Tales From The Twilight World“, die „Somewhere Far Beyond“ und die grade erschienene „Nightfall…“ besorgt und obwohl mir damals natürlich gleich aufgefallen ist, dass die „Nightfall..“ anders klingt, war ich trotzdem hellauf begeistert.
    Ich persönlich bin froh, dass sich BG musikalisch stets weiterentwickelt haben und eigentlich nie stehen geblieben sind. Die wichtigsten Trademarks der Band sind dabei ja mMn trotzdem stets erhalten geblieben, man hört halt sofort wer da am Werk ist und ich liebe deshalb eigentlich fast alle BG-Alben. Einzig „A Twist In The Myth“ (das ja ohnehin als das schwächste BG-Album gehandelt wird) und „Beyond The Red Mirror“ (war mir einfach zu überfrachtet) konnten mich bis heute nie ganz überzeugen.

  2. hypnos sagt:

    ‚…und dem MERCYFUL FATE-Klassiker „Don’t Break The Circle“…‘

    der war gut 🙂

    1. Dominik Rothe sagt:

      Hallo Hypnos,
      da hat mein Kopf beim Schreiben wohl Dinge zusammengeworfen, die nicht zusammen gehören. Danke für den Hinweis, der Fehler wurde berichtigt.

      1. Phintor sagt:

        Persönlich gehöre ich ebenfalls zur Fraktion der ewig gestrigen und kann mich lediglich für die ersten drei Scheiben begeistern.
        Die Somewhere war zwar ebenfalls zu teilen durchaus hörbar, jedoch tendierte die Scheibe bereits zu sehr in eine Richtung mit der ich bis heute nicht warm wurde.
        Danach gab es zwar immer mal wieder einzelne Lieder die mir durchaus zusagten, aber nie mehr eine komplette Scheibe.

        Jeder ist eben anders und den Jungs sei der Erfolg der harten Arbeit gegönnt.

      2. BlindeGardine sagt:

        Dass man die spätere Entwickling von BG ab bzw. nach „Somewhere Far Beyond“ nicht mögen muss ich ja auch absolut klar und verständlich. Mich persönlich irritieren nur Leute, die sich bei jedem neuen Album aufs Neue darüber ereifern, dass Blind Guardian eben nicht mehr klingen wie vor 30 Jahren. Irgendwann muss man doch mal damit abschließen können und es ist ja nicht so, als hätten sich BG jetzt komplett von ihren Wurzeln entfernt oder sich mit seichten Tönen dem Mainstream angebiedert. Ich finde die Entwicklung halt nachvollziehbar.

        Wer aber total auf den alten Stil steht kann sich natürlich Savage Circus und mit Abstrichen Persuader geben.Bei Savage Circus hat u.A. der ehemalige BG-Drummer Thomen Stauch mitgewirkt (uns ist jetzt glaube ich auch wieder dabei) und besonders das erste Album „Dreamland Manor“ erinnert stark an die BG-Frühphase. Der Sänger, der halt auch bei Persuader am Mikro steht, klingt dem jungen Hansi Kürsch dabei sehr ähnlich.