
Opeth, Blood Incantation
live in Pompeji
Konzertbericht
BLOOD INCANTATION
Kurz vor dem anberaumten Konzertbeginn herrscht noch viel Gewusel. Einige Reihen sind noch unbesetzt, Menschen suchen ihre zugewiesenen Sitzgelegenheiten. Die amerikanischen Space-Death-Kraut-Metaller von BLOOD INCANTATION sind aber pünktlich: Um 20:15 Uhr starten sie bei Tageslicht ihr Set. So haben sich Paul und Co. die Neuschreibung der Geschichte vermutlich nicht vorgestellt. Aufgrund der zuvor beschriebenen „Merch-Situation“ stoßen während des Gigs ständig Besucher hinzu, die auf ihre Plätze müssen. Es herrscht Unruhe, und für die Gäste, die bereits sitzen, bedeutet es eine ständige Unterbrechung.

Das legt sich erst nach dem Dreiteiler „The Stargate” etwas. Auch wenn die Band gute Miene macht, ist eine Anspannung spürbar. Sie gipfelt, als Sänger und Gitarrist Paul es sich zwischen den beiden Albumtracks von „Absolute Elsewhere“ nicht verkneifen kann, zynisch anzusagen, dass die Anwesenden es bald geschafft hätten und sie nur noch kurz vor dem Auftritt von OPETH stören würden.
BLOOD INCANTATION überspielen die ungünstige Ausgangssituation und zelebrieren ihre Mischung aus Todesblei à la MORBID ANGEL, Progressive und Kraut heute Abend ausschließlich in Form der aktuellen „Absolute Elsewhere“-Scheibe. Die Bühne bietet ausreichend Raum für ihre monolithischen Aufsteller und trotz des bereits aufgebauten OPETH-Schlagzeugs bleibt genügend Platz für agiles Stageacting.

Die Band ist enthusiastisch und liefert trotz der kleinen Widrigkeiten zu Beginn eine fulminante Show, die leidenschaftlicher kaum hätte sein können. Dass sie jede Note lebt, ist nicht zuletzt ihrer Vision von weltoffenem Death Metal geschuldet, sondern auch ihrer musikalischen Größe. Live-Keyboarder John Gamiño unterstützt das Live-Set von Faulk/Riedl/Kolontyrsky/Barett und setzt die Kraut- und Prog-Seite des Albums gekonnt in Szene.
Galerie mit 33 Bildern: Blood Incantation - Amphitheater von Pompeji 10.07.2026

Der zweite Teil des Albums „The Message“ wirkt dann um einiges runder als der Start. Die Sonne zieht langsam ihre letzten Strahlen ein, und der Schleier der Dämmerung lässt nun auch die farbige Beleuchtung der Monolithen erkennen. Die Reihen haben sich gefüllt und auf der Zuschauerseite ist gewissermaßen Ruhe eingekehrt.
Nicht aber in puncto Begeisterung für die Herren aus Colorado. Es zeigt sich, dass viele auch oder explizit für BLOOD INCANTATION angereist sind. Es gibt vom ersten Track an energische Headbanger, die es nur schwer auf den Stühlen hält. Ein Blick in die Menge verrät, dass die Amerikaner den Nerv vieler Anwesenden treffen und für ausreichend Euphorie sorgen.

BLOOD INCANTATION in dieser Venue erleben zu dürfen, ist zweifelsfrei eine außergewöhnliche und einzigartige Erfahrung. Etwas mehr organisatorisches Feingefühl hätte die anfänglichen Störfaktoren für Band und Fans sicherlich verringert, aber beide Seiten haben das Beste herausgeholt und es bleibt ein Event der ganz besonderen Art – no matter what.
1. The Stargate [Tablet I]
2. The Stargate [Tablet II]
3. The Stargate [Tablet III]
4. The Message [Tablet I]
5. The Message [Tablet II]
6. The Message [Tablet III]
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Oliver Schreyer



















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