Opeth, Blood Incantation
Live im Amphitheater von Pompeji

Konzertbericht

Billing: Opeth und Blood Incantation
Konzert vom 10.07.2026 | Amphitheater von Pompeji, Pompeji

OPETH

Gegen 21:30 Uhr ist es soweit: Für viele der Anwesenden gibt es (innerlich) kein Halten mehr. Wir erinnern uns: Es ist ein bestuhltes Konzert. OPETH haben sich in ihrer mehr als 35-jährigen musikalischen Karriere zum Aushängeschild des Progressive Death Metal entwickelt. Das aktuelle Album „The Last Will And Testament“ ist nicht zuletzt deshalb so bemerkenswert, weil Mikael Åkerfeldt darauf erstmals seit vielen Jahren wieder regelmäßig seine markanten Death-Metal-Growls zum Besten gibt. Die „Vorschusslorbeeren“ sind gewaltig. Ob „Mikael“, „Michele“ oder „Michelito“ – viele der Anwesenden begrüßen die Band – und insbesondere ihren Fronter – enthusiastisch und stürmisch. Die gewaltigen Leinwände im Hintergrund kommen zur späteren Stunde perfekt zur Geltung und bereits der Opener „§1“ besticht mit technischer Finesse, grandiosen Vocals und cineastischen Leinwandeffekten.

Konzertfoto von Blood Incantation

Neben einer beeindruckenden musikalischen Reise durch die Bandgeschichte zeigt sich Bandkopf Mikael als grandioser Entertainer, der selbst für weniger eingefleischte OPETH-Fans einen hohen Unterhaltungswert bietet. Von kleinen Spitzen gegen die Bandkollegen über lustige Anekdoten mit BLOOD INCANTATION beim Platten-Shopping bis zum schwierigen Thema Fußball (sowohl das schwedische als auch das italienische Team sind zu dieser Zeit bereits bei der WM ausgeschieden) sorgt der sympathische Sänger immer wieder für heitere Momente. Ein amüsantes Highlight ist das scheinbar auf Zuruf gespielte NAPALM DEATH-Cover von „You Suffer“, dessen Vocals das Publikum beisteuert. Zwei Sekunden, zwei Akkorde, vier Worte. Beim zweiten Anlauf sind wir fast auf den Punkt. „You suffer, but why?“

OPETH zeigen deutlich, wie sehr sie sich über diesen besonderen Auftritt und die Resonanz des Publikums freuen. Die Setlist ist ohne Frage grandios. „Michelito“ betont anfangs, dass sie versuchen, alle Alben zu würdigen. Nominativ hat ihr jüngstes Werk „The Last Will And Testament“ mit drei Tracks die Nase vorn, stellt relativ aber nur ein Viertel der Tracks. Die aktuellen Stücke bringen den derzeitigen Status von OPETH als Progressive-Death-Metal-Band gut in den Kontext: Sie sind verspielt, vertrackt, manchmal zu verkopft, aber insgesamt beeindruckend und immer fordernd. Neben Klassikern und einem Querschnitt ihres langen Backkatalogs spielt das Quintett  mit „Hjärtat Vet Vad Handen Gör“ auch Songs, die es so live noch nie zu hören gab.

Konzertfoto von Opeth

Das Publikum feiert alte Kamellen wie „Godhead’s Lament“, „Demon Of The Fall“ und vor allem „The Drapery Falls“ lautstark. Auch ein ruhiger Track wie „Windowpane“ sorgt für inneres Blumenpflücken, viel Gänsehaut und feuchte Augen. Es ist unglaublich, wie nah an der Albumversion die Schweden den Song auch mehr als 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung live performen.

Auch die starke, weniger Death-Metal-lastige, progressive Zwischenphase bis hin zum aktuellen Album findet ausreichend Würdigung und vereint mit Tracks wie „The Grand Conjuration“, „The Devil’s Orchard“ oder dem großartigen „Hex Omega“ von „Watershed“ ihre größten Momente. Nach letztgenanntem verlässt die Band zum Schein die Bühne, um dann mit „Deliverance“ ihr großes Finale zu spielen. Jetzt sitzt tatsächlich kaum noch jemand und alle ehren OPETH mit Standing Ovations bis zum letzten Ton. Zu Recht, wie wir finden.

Setlist:

01. §1
02. Hjärtat Vet Vad Handen Gör
03. Godhead’s Lament
04. §7
05. The Devil’s Orchard
06. Windowpane
07. The Grand Conjuration
08. Demon Of The Fall
09. §3
10. + 11. You Suffer
12. The Drapery Falls
13. Hex Omega
14. Deliverance

 

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26.07.2026

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Opeth und Blood Incantation auf Tour

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