Ascension Of Europe - zweiter Teil
Leichtigkeit trotz schwermütiger Klänge

Konzertbericht

Billing: Paradise Lost, Saturnus und Shores Of Null
Konzert vom 04.03.2026 / 05.03.2026 | Felsenkeller / Capitol, Leipzig / Hannover

Zum aktuellen Album „Ascension“ gehen die Gothic-Metal-Größen PARADISE LOST auf eine zweigeteilte Tour. Mit einer Handvoll Konzerte steht im Frühjahr 2026 Teil Zwei der Konzertreise auf dem Programm, deren erster Teil im Herbst 2025 gestartet wurde. Mit an Bord diesmal: SHORES OF NULL und SATURNUS – ein starkes Death-Doom-Gothic-Metal-Paket. Da musste metal.de natürlich dabei sein.

Bericht aus Leipzig: Oliver Schreyer
Bericht aus Hannover: Sven Lattemann

Paradise Lost Tour 2026

Paradise Lost Tour 2026

Konzert im Felksenkeller Leipzig am 04.03.2026

Es ist ein schöner, warmer Spätabend in Leipzig. Der Felsenkeller öffnet pünktlich seine Tore. Auch wenn das Programm um eine halbe Stunde vorverlegt wurde, haben sich bereits ausreichend Fans versammelt, um der „Ascension“-Tour zu folgen. Der Einlass vollzieht sich zügig, der Ausschank funktioniert und SHORES OF NULL betreten pünktlich die Bühne.

Wie erwartet, startet der italienische Fünfer flott mit „Destination Woe” vom letzten Studioalbum „The Loss of Beauty”. Als Support holt die Band das Maximum aus ihrer halben Stunde Spielzeit heraus und spielt ein agiles und abwechslungsreiches Set. Da bleibt keine Zeit für langes Geplänkel oder ausladendes Stimmen der Instrumente – es wird einfach abgeliefert. Etwas surreal wirkt es, dass Drummer Emiliano neben dem Hauptschlagzeug von PARADISE LOST etwas versteckt trommeln muss. Dies schadet dem musikalischen Bild jedoch nicht. Die Show ist energiegeladen, auch wenn der Gitarrensound etwas dicker und differenzierter hätte sein können.

Das Set ist für den Zeitrahmen absolut gelungen. Neben drei Tracks vom letzten Studioalbum enthält es mit „An Easy Way” auch einen brandaktuellen Track von der Split „Latitudes Of Sorrow” mit CONVOCATION. Auch die Vorgängerscheiben „Black Drapes For Tomorrow” und „Quiescence” werden je mit einem Song bedacht. Insgesamt ein starker, kurzweiliger Start, der Lust auf mehr macht und dazu verleitet, sich die Band mal wieder mit einem längeren Set anzuschauen.

Setlist:
Destination Woe
An Easy Way
Black Drapes For Tomorrow
The Last Flower
Quiescent
My Darkest Years

Mit SATURNUS wird es dann, wie erwartet, noch doomiger. Die sympathischen Dänen, Spanier und Wahlfinnen sind trotz räumlicher Trennung inzwischen ein eingespieltes Team. Man merkt ihnen jede Sekunde an, wie sehr sie die Show genießen. Aufgrund der Länge der Songs ist die Setlist knapp, aber sie schaffen es, jede Veröffentlichung mit einem Track zu bedenken. Neben dem Titeltrack des neuen Albums „The Storm Within” gibt es „Forest Of Insomnia” von der „Saturn In Ascension”-Platte, das traurige „I Long” vom 2006er-Langspieler „Veronika Decides To Die”, das jetzt auch schon ganze zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, und natürlich nahezu obligatorisch das etwas flottere „Empty Handed” und das immer den Set beendende „Christ Goodbye” – einer der intensivsten SATURNUS-Songs überhaupt, der jede Show erhaben abrundet. Es war eine grandiose Show einer authentischen Band, der man bei jeder Show ansehen kann, wie viel Spaß sie auch nach all der Zeit noch an der Musik hat.

Setlist:
The Storm Within
Empty Handed
Forest Of Insomnia
I Long
Christ Goodbye

Als die Briten um Nick Holmes die Bühne betreten, brandet lauter Applaus auf und Leipzig zeigt, wie sehr es sich auf den Headliner freut. Nach zahlreichen Konzerten von PARADISE LOST ist bekannt, wie die Performance ausfällt, wenn der Sänger gut gelaunt ist. An diesem Mittwoch darf man daher gar nicht zu viel meckern. Nick Holmes ist vielleicht nicht überenthusiastisch, aber gut gelaunt und routiniert. Ausfälle gibt es keine. Gitarrist Greg Macintosh wirkt im Moment etwas kränklich und scheint optisch nur ein Schatten seiner selbst zu sein. Das tut seiner Leistung und Performance auf der Bühne jedoch keinen Abbruch. Gitarrist Aaron lebt wie immer jeden Song enthusiastisch und mit vollem Einsatz aus und auch Neuzugang Jeff an den Drums macht hinter seinem Plastikzaun einen starken Job.

Die Setlist ist an diesem Abend zwar vielseitig, lässt aber auch einige Klassiker aus. Das aktuelle Album Ascension ist mit immerhin vier Tracks vertreten. Die erste Singleauskopplung Serpent Of The Cross eignet sich auch hervorragend als Opener im Set. An diesem Abend gibt es keinen einzigen Titel von Lost Paradise oder Gothic. Das älteste Stück ist „Pity The Sadness” von „Shades Of God”. Erwartungsgemäß finden sich die ewigen Hits „One Second” und „Say Just Words” in der Setlist, von „Icon” gibt es nur „True Belief”, „Draconian Times” wird nur mit „Once Solemn” bedacht und der Titeltrack von „Faith Divides Us – Death Unites Us” darf inzwischen auch auf keiner Setlist mehr fehlen. Erfreulich ist auf jeden Fall, dass das lange live abgestrafte Album „Tragic Idol“ wieder einbezogen wird, wenn auch nicht mit der stärksten Nummer, „Fear Of Impending Hell“, sondern mit dem Titelsong. Auch in Leipzig wird die gothische Phase (Nicht die „Gothic”-Phase!) der Band nicht verleugnet, sodass es poppigen Metal-Kitsch mit „Nothing Sacred” oder „Mouth” gibt. „Medusa” und „The Plague Within” mussten leider draußen bleiben. Dafür gibt es bei den Zugaben „No Salvation“, „Ghosts“ und Tracks von „Obsidian“ und „Symbol of Life“, ehe es mit dem aktuellen „Silence Like a Grave“ zum Abschluss geht.

Insgesamt liefern PARADISE LOST eine solide Show ab, die darauf bedacht ist, den Großteil der Diskografie abzudecken. Dass es an diesem Abend jedoch keine Evergreens wie „As I Die”, „Gothic”, „Beneath the Broken Soil” oder „Embers Fire” gibt (am Anfang der Tour ging es doch auch!), schmerzt schon.

Setlist:
Serpent on the Cross
Tragic Idol
True Belief
One Second
Once Solemn
Faith Divides Us – Death Unites Us
Pity the Sadness
Salvation
Nothing Sacred
Tyrants Serenade
Requiem
Mouth
Say Just Words
No Celebration
Ghosts
Silence Like The Grave

Insgesamt präsentiert sich das Package in seiner Düsternis äußerst vielseitig und durchgängig unterhaltsam. Der Felsenkeller ist eine ansprechende Location, von der aus man überall einen guten Blick auf die Bühne hat. Auch der Sound ist bis zum Headliner gewachsen, sodass es in dieser Hinsicht keinen Grund zur Klage gibt. Das Publikum strömte jedenfalls nach dem Konzert sichtlich zufrieden in die Nacht.

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20.03.2026

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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