
Ascension Of Europe - zweiter Teil
Leichtigkeit trotz schwermütiger Klänge
Konzertbericht
Konzert im Capitol Hannover am 05.03.2026
Keine drei Jahre ist es her, dass PARADISE LOST im Rahmen der „Ultima Ratio“-Tour in Hannover gastiert haben. Aber nun sind die Briten zurück, diesmal mit dem zweiten Bein ihrer „Ascension Of Europe”-Tour. Auch der Start in Hannover wurde, wie in Leipzig, um 30 Minuten vorverlegt – leider wurde dies nicht auf der Homepage des Capitols kommuniziert. So läuft noch ordentlich Anreiseverkehr und die Venue füllt sich noch langsam, während SHORES OF NULL bereits ihren Auftritt gestartet haben. Insgesamt ist die Veranstaltung richtig gut besucht: Nicht nur vor der Bühne wird es voll, auch der Oberrang ist am heutigen Abend geöffnet. Gute Sicht ist also gewährleistet.
SHORES OF NULL stimmen gut in den Abend ein
Die von SHORES OF NULL selbstgewählte stilistische Umschreibung Melancholic Dark Metal passt ganz ausgezeichnet zu der Band: Passend zum heutigen Haupt-Act ist die Inspiration PARADISE LOST deutlich herauszuhören, dazu gibt es einen eingängigen Melodic-Death-Metal-Einfluss und ein paar AMORPHIS-Melodien. Eine ideale Kombination für einen ansprechenden und mitreißenden Auftritt. Das in die Bühnenecke gedrängte Schlagzeug klingt zwar etwas scheppernd, aber das tut der Spielfreude der Band keinen Abbruch. Frontmann Davide Straccione freut sich sichtlich über den ersten Gig der Band in der niedersächsischen Landeshauptstadt und lässt dies das Publikum auch wiederholt wissen. Kurzweilig vergeht die halbe Stunde mit hochmotivierten Musikern voller Energie, die das Publikum gut einstimmen auf den folgenden Abend. Nach dem abschließenden Foto von der Bühne herunter gehen Publikum und Band nach knapp dreißig Minuten zufrieden auseinander.
Leichtigkeit trotz schwerer Kläge: SATURNUS
Nach einer erfrischend kurzen Umbaupause geht es weiter mit SATURNUS. Obwohl die Dänen auch richtig langsam und schwermütig klingen können, umweht die Band heute Abend eine mitreißende Leichtigkeit. Bock zu spielen haben die Herren, das ist klar erkennbar. Dies löst aber auch eine leichte kognitive Dissonanz aus: Bei melancholischen Epen wie „I Lost“ vom Referenzwerk „Veronika Decides To Die“ locker über die Bühne zu posieren muss auch erstmal gelingen und beim zuschauen verarbeitet werden. SATURNUS jedenfalls bekommen den Spagat hervorragend hin, so wird gemeinsam am Bühnenrand im Takt gebangt und sogar ein Gitarrenduell geführt. SATURNUS vereinen große Melodien und beste Laune in einem überaus gelungenen Auftritt.
PARADISE LOST sind ein routinierter Headliner
Dann heißt es: Vorhang auf für den Headliner des Abends. Nick Holmes bleibt zwar insgesamt recht wortkarg am heutigen Abend, aber liefert ansonsten eine routinierte Performance. Auch die übrigen Bandmitglieder bleiben eher zurückhaltend, aber liefern einen soliden Auftritt. Das Publikum hält sich allerdings nicht zurück, sondern ist guter Stimmung: Hier wird gefeiert, sogar Bewegung kommt in die Menge vor der Bühne bei moderneren Klassikern der Band wie „Tragic Idol“ und „Faith Divides Us – Death Unites Us“. Auch die späten 1990er-Jahre bekommen mit Titeln von der „Host“ und der „One Second“ ihren Raum, dafür bleibt auch heute die berühmte „Gothic“ außen vor.
Knapp über eine Stunde geben sich PARADISE LOST die heute Ehre, dann geht es kurz von der Bühne, nur um für einen Zugabenteil zurückzukehren. „No Celebration“ und „Ghosts“ werden noch gegeben, dann geht es passend mit „Silence Like The Grave“ vom aktuellen Album endgültig in den Feierabend. Festzuhalten bleibt: Ein stimmiges Band-Paket liefert der zweite Teil der „Ascension Of Europe”-Tour und einen gelungenen Konzertabend.
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Sven Lattemann




















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