Korn
Der große Diskographie-Check!

Special

Korn

2007 Untitled

Zu der Zeit, als KORN Untitled veröffentlichten, kursierte das Gerücht, dass Jonathan Davis eine Horror-Oper schreiben wolle. Das Intro der Platte lässt darauf schließen, dass er schon kleine Fetzen dafür gesammelt hatte, aber letztendlich wurde bis heute nichts daraus. Nachdem nun also schon Brian aus der Band ausgestiegen war und seinen Weg zu Gott fand, hatte auch Drummer David Silveria die Segel gestrichen und von der ursprünglichen KORN-Formation war wenig übrig. Ersetzt wurde David durch den Schlagzeuger Terry Bozzio – Fluch und Segen gleichzeitig. Terry Bozzio wies schon damals seine ganz eigenen Trademarks auf und lenkte die Platte damit in ein andere Ecke. Untitled wurde enorm trocken und spröde produziert und die ungewöhnlichen Drumfiguren Bozzios waren für eingefleischte KORN-Fans schwer zu verstehen. Dumpf und kraftlos klingt die Abmischung – KORN ignorieren die Scheibe bis heute live geflissentlich, scheinen sie unvergessen machen zu wollen. Dabei ist Untitled kein wirklich schlechtes Album, auch wenn es extrem aus dem Rahmen fällt. Auch im Cover macht sich der Bruch bemerkbar, weniger Augenmerk auf die geschundene (Kinder-)Seele und auch auf den Coverfotos zeigen sich KORN eher gruselig und sehr selbstzerstörerisch. Textlich geht es auf Untitled auch nicht um innere Konflikte, sondern um Achtsamkeit der Erde gegenüber. Sicherlich ein wichtiges Thema, aber bitte kein albumfüllendes Thema für KORN.

So richtig gut scheint es mit Bozzio dann doch nicht gelaufen zu sein, denn dieser beendet die Aufnahmen an Untitled nicht, dafür sprang der BAD RELIGION Brooks Wackerman (auch TENACIOUS D. Live-Drummer!) ein – genau das hört man der Platte an, sie wirkt nicht einheitlich, riecht und klingt einfach nicht nach Band und schon gar nicht nach KORN, deren mühsam erarbeiteten Besonderheiten kommen hier absolut nicht zum Tragen. Killing , Ever Be oder auch Hold On sind schlichtweg uninspiriert und KORN damit eine Karikatur ihrer selbst. Andere Band wären eventuell froh, jemals ein solches Album zu schaffen, für KORN war es ein herber Rückschlag.

Zwei Lieder, die man kennen muss: „Evolution“ und „Starting Over“

Sammlungswürdig: Nein

zum Review von „Untitled“

Galerie mit 8 Bildern: Korn - Hanns-Martin-Schleyer-Halle Stuttgart

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29.07.2014

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6 Kommentare zu Korn - Der große Diskographie-Check!

  1. Milch sagt:

    Kann im großen und Ganzen zustimmen, für mich aber war alles bis einschl. „Untouchables“ noch gut, danach gings bergab. Die letzten drei Scheiben habe ich mir dann ganz erspart.

  2. Maik sagt:

    Tja die am schlechtesten abgeschnittene Platte gefällt mir selbst am besten: Take A Look In The Mirror. Die neueren dagegen alle Schrott.

  3. hrhr sagt:

    ich dachte auf dieser seite geht es um METAL und nicht um non metal bands. nicht jedes riff, nicht jedes solo ist metal, nicht jede band die eine e gitarre in ihrem sound verarbeitet ist metal. mal davon abgesehen ist die musik ohnehin zu weglaufen und mister davies kann auch nicht wirklich singen. überflüssige band, so wie linkin park, limp bizkit und ähnliche konsorten.

  4. Buddy sagt:

    Im großen und ganzen kann ich den Discography Check so unterschreiben. Wenn ich bedenke, dass ich damals erst so richtig mit der Untouchables von Korn warm geworden bin, welche ich im Übrigen immer noch total klasse find. Life is Peachy konnte mich dann allerdings nicht so von den Socken hauen, im Gegensatz zu dem damaligen Debüt der Jungs. Follow The Leader gefiel mir dann schon wieder wesentlich besser, trotz der relativ raplastigen Tracks. Issues hatte eine handvoll guter Tracks, konnte mich aber nie so wirklich begeistern. TALITM hab ich ne zeitlang rauf und runter gehört, würde sich sicher auch mal wieder gut machen. Untitled und See you on the otherside, hab ich mir mal gegeben, aber schnell wieder ins Nirvana geschickt. Korn III ist leider ein erfolgloser Versuch zurück zu den Anfängen zu gelangen, daher fand ich The paradigm Shift umso gelungener (das Dub Step Album ungehört übersprungen). Und bei all dem Post-Hardcore Shit der hier Platz findet, sollten Korn erwähnt werden.

  5. ma ks sagt:

    habe heute seit jahren mal wieder, auf grund dieses artikels, ein wenig korn gehört. war ganz überrascht, dass es mir so gut gefallen hat. issues(das dunkelste und konsistenteste album korns) und das debut (mein einstieg in den metal) sind meine favoriten. bin mir nur nicht sicher, ob ich es ohne den nostalgiefaktor mögen würde. mein ausstieg bei korn war mit untouchables. klinischer, digitaler scheiss sound. was danach kam, kenne ich alles nicht. war letztens ganz verwundert, dass es sie noch gibt und sie noch immer soviele leute ziehen.

  6. Alex Klug sagt:

    imho ein stets unterschätzter Song: „Thoughtless“ von „Untouchables“. Poppig, aber im richtigen Gewand!