Korn
Der große Diskographie-Check!

Special

Korn

1999 Issues

Bei „Issues“ hatten KORN wohl den Anspruch, endlich mal von den Covern mit desillusionierten, geschundenen Kindern oder eben Metaphern für geschändete Kinderseelen wegzukommen. Deshalb schrieb die Band in Zusammenarbeit mit MTV, die sich 1999 tatsächlich noch mit Musik beschäftigten, einen Wettbewerb aus. Die Fans wurden aufgeforderten ihre grafische Interpretation von KORN einzusenden und erhielten die Chance damit das finale Cover zu bestimmen. KORN erhielten eine Vielzahl von Einsendungen und was malten die Künstler? Logisch – desillusionierte, geschundene Kindern oder Metapher für geschändete Kinderseelen. Den Zuschlag erhielt dann Alfredo Carlos, aber auch die Cover-Vorschläge der drei anderen Finalisten wurden publiziert, sind passend und sehenswert.

„Issues“ erhielt mindestens 3 Hits und ist definitiv eines der besseren KORN-Alben, wenn man Wert auf den Gesamteindruck legt. Mal die Hits „Someone, Somebody“ oder „Falling Away From Me“ beiseite geschoben, finden sich Granaten wie das fies-lauernde „Trash“ oder das von Industrial-Metal angehauchte „Let’s Get This Party Started“, welches schon deutliche Tendenzen auf das spätere „Untitled“ gibt. In „Trash“ versucht sich Jonathan Davis an einem dritten Alter Ego und der flüsternde, drohende aber standhafte Ton steht ihm sehr gut, gibt dem Stück eine ernsthaftere Tragik.

Hervorzuheben ist auch „4U“ eine herzzerreißende, traurige und langsam schwebende Nummer, in der KORN eine ungemeine Stimmung aufbauen, obwohl es sich noch nicht mal um einen richtigen Song handelt. Es ist eher eine Überleitung in „It’s Gonna Go Away“, wiederum auch kein richtiger Song, sondern eine urplötzliche Szenerie, die den Hörer mitten in der Tragik abstellt und verwirrt stehen lässt. Beide Interludes nehmen die Zerrissenheit von „Make Me Bad“ auf und schließen das innere Hadern mit „Wake Up“ ab. „Wake Up“ war 1999 der erste Song, den es vorab von „Issues“ zu hören gab. Ein typischer KORN-Song, aber die Fans zeigten schon damals, dass sie ihre Band in vielen Farben schillern sehen wollen und ignorierten den Song geflissentlich, zogen sich andersartige Hits aus dem Album und ließen „Wake Up“ einfach unter den Tisch fallen.

Als Bonus-CD gab es „All Mixed Up“, eine fünf Track starke Dreingabe, die gemixte Songs der Band enthielt. Unter anderem „Jingle Balls“, eine total verschweinte Schilderung eines Weihnachtsabends im Death Metal-Style und musikalisch unterirdisch, ja sogar ein Totalaufall! Das Gerücht, Jonathan Davis sei auch ein sehr guter Death Metal-Sänger, steht nicht (!) in Zusammenhang mit diesem Song.

Zwei Lieder, die man kennen muss: „Somebody, Someone“ und „Falling Away From Me“

Sammlungswürdig: Ja

Galerie mit 8 Bildern: Korn - Hanns-Martin-Schleyer-Halle Stuttgart

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29.07.2014

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6 Kommentare zu Korn - Der große Diskographie-Check!

  1. Milch sagt:

    Kann im großen und Ganzen zustimmen, für mich aber war alles bis einschl. „Untouchables“ noch gut, danach gings bergab. Die letzten drei Scheiben habe ich mir dann ganz erspart.

  2. Maik sagt:

    Tja die am schlechtesten abgeschnittene Platte gefällt mir selbst am besten: Take A Look In The Mirror. Die neueren dagegen alle Schrott.

  3. hrhr sagt:

    ich dachte auf dieser seite geht es um METAL und nicht um non metal bands. nicht jedes riff, nicht jedes solo ist metal, nicht jede band die eine e gitarre in ihrem sound verarbeitet ist metal. mal davon abgesehen ist die musik ohnehin zu weglaufen und mister davies kann auch nicht wirklich singen. überflüssige band, so wie linkin park, limp bizkit und ähnliche konsorten.

  4. Buddy sagt:

    Im großen und ganzen kann ich den Discography Check so unterschreiben. Wenn ich bedenke, dass ich damals erst so richtig mit der Untouchables von Korn warm geworden bin, welche ich im Übrigen immer noch total klasse find. Life is Peachy konnte mich dann allerdings nicht so von den Socken hauen, im Gegensatz zu dem damaligen Debüt der Jungs. Follow The Leader gefiel mir dann schon wieder wesentlich besser, trotz der relativ raplastigen Tracks. Issues hatte eine handvoll guter Tracks, konnte mich aber nie so wirklich begeistern. TALITM hab ich ne zeitlang rauf und runter gehört, würde sich sicher auch mal wieder gut machen. Untitled und See you on the otherside, hab ich mir mal gegeben, aber schnell wieder ins Nirvana geschickt. Korn III ist leider ein erfolgloser Versuch zurück zu den Anfängen zu gelangen, daher fand ich The paradigm Shift umso gelungener (das Dub Step Album ungehört übersprungen). Und bei all dem Post-Hardcore Shit der hier Platz findet, sollten Korn erwähnt werden.

  5. ma ks sagt:

    habe heute seit jahren mal wieder, auf grund dieses artikels, ein wenig korn gehört. war ganz überrascht, dass es mir so gut gefallen hat. issues(das dunkelste und konsistenteste album korns) und das debut (mein einstieg in den metal) sind meine favoriten. bin mir nur nicht sicher, ob ich es ohne den nostalgiefaktor mögen würde. mein ausstieg bei korn war mit untouchables. klinischer, digitaler scheiss sound. was danach kam, kenne ich alles nicht. war letztens ganz verwundert, dass es sie noch gibt und sie noch immer soviele leute ziehen.

  6. Alex Klug sagt:

    imho ein stets unterschätzter Song: „Thoughtless“ von „Untouchables“. Poppig, aber im richtigen Gewand!