Korn
Der große Diskographie-Check!

Special

Korn

2003 Take A Look In The Mirror

Das sechste Studioalbum der Band, war auch das letzte mit Gitarrist Brian „Head“ Welch an Bord, der glücklicherweise 2013 wieder zur Band zurückkehrte und, zumindest behaupten das viele Fans, KORN wieder auf den richtigen Weg zurück gebracht hat. Von besonderer Wut, Aggression oder auch Stagnation, aus denen man auf bandinterne Probleme schließen könnte, ist bei „Take A Look In The Mirror“ nichts zu spüren. Bemerkenswert ist, dass KORN hier wieder den Dudelsack tröten lassen, damals wurde das Fehlen des Instrumentes von den Fans sehr oft bedauert und deshalb bläst JD bei „Let’s Do This Now“ wieder mit dicken Backen in den Sack.

Angelina Jolie, damals sehr beliebt und dick im Geschäft, stand als Hauptfigur für das Video zum Song „Did My Time“ zur Verfügung, der Song war auch auf dem entsprechenden Soundtrack zum Kinofilm „Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ vertreten. (Nicht der erste und nicht der letzte Soundtrackbeitrag der Band!) Die etwas kranke Atmosphäre und die zerbrechliche Tragik geschundener Seelen, stellten das passende Bindeglied zwischen KORN und Angelina Jolie da. Rückblickend kann man feststellen, dass Jonathan Davis hier die ersten Grundsteine für seine weiten, offenen Refrains legte. Die ansprechende Diskrepanz zwischen Moll-Akkorden und gewollt disharmonischen aber weichen Refrains, wird auf dieser Platte praktisch zum ersten Mal konsequent durchgezogen. „Y’all Want A Single“ ist leider aus dem aktuellen Live-Set verschwunden, war gerade in Gemeinschaft aber ein gern gesehener Mitgröler und Stimmungsmacher. Im damaligen Video wurde das „fuck you“ pussy-mäßig durch ein „suck you“ ersetzt.

Nicht nur hier lassen die Nu Metal-Barden ihre Liebe zu Groove und Hip Hop verstärkt einfließen. Auch Rapper NAS hat einen Auftritt auf „Take A Look In The Mirror“ und darf bei „Play Me“ die Popos zum Wackeln bringen. Solche Experimente legen allerdings immer nur offen, dass KORN ohne Jonathan Davis irgendwie ganz schnell mittelmäßig, sogar richtig schäbig, klingen. Zum Glück übernimmt er zum Ende des Liedes wieder die Kontrolle, trotzdem kein Brüller.

Wer Probleme hat, die Entwicklungen von KORN immer nachvollziehen zu können, der sollte mal „Deep Inside“ anspielen. Die Rhythmik, das Arrangement und die kühle, etwas veränderte Stimmung deuten genau das an, was KORN vier Jahre später auf ihre „Untitled“-Platte einspielten. Gut – „Deep Inside“ glänzte sicher noch durch Sprödheit, stellte aber sicherlich die Weichen für die Zukunft, auch wenn es kein Hit der Platte darstellte. Zwischen „When Will This End“ und dem letzten Track herrscht Stille, dann holen KORN zum letzten Schlag aus und präsentieren die Live-Version von METALLICAs „One“. Inhaltlich mag der Song zur Band passen, die Version ist allerdings nicht mehr als „in Ordnung“, trotzdem kommt es heute noch live häufig zum Einsatz. Roberto Trujillo war schon vor seiner Zeit bei METALLICA häufig bei KORN im Proberaum und ließ die ein oder andere Idee einfließen, bei der Entstehung des Songs „Divine“ vom KORN-Debüt war er beteiligt.

Zwei Lieder, die man kennen muss: „Did My Time“ , „Right Now“

Sammlungswürdig: Nein, nicht wirklich.

zum Review von „Take A Look In The Mirror“

Galerie mit 8 Bildern: Korn - Hanns-Martin-Schleyer-Halle Stuttgart

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29.07.2014

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6 Kommentare zu Korn - Der große Diskographie-Check!

  1. Milch sagt:

    Kann im großen und Ganzen zustimmen, für mich aber war alles bis einschl. „Untouchables“ noch gut, danach gings bergab. Die letzten drei Scheiben habe ich mir dann ganz erspart.

  2. Maik sagt:

    Tja die am schlechtesten abgeschnittene Platte gefällt mir selbst am besten: Take A Look In The Mirror. Die neueren dagegen alle Schrott.

  3. hrhr sagt:

    ich dachte auf dieser seite geht es um METAL und nicht um non metal bands. nicht jedes riff, nicht jedes solo ist metal, nicht jede band die eine e gitarre in ihrem sound verarbeitet ist metal. mal davon abgesehen ist die musik ohnehin zu weglaufen und mister davies kann auch nicht wirklich singen. überflüssige band, so wie linkin park, limp bizkit und ähnliche konsorten.

  4. Buddy sagt:

    Im großen und ganzen kann ich den Discography Check so unterschreiben. Wenn ich bedenke, dass ich damals erst so richtig mit der Untouchables von Korn warm geworden bin, welche ich im Übrigen immer noch total klasse find. Life is Peachy konnte mich dann allerdings nicht so von den Socken hauen, im Gegensatz zu dem damaligen Debüt der Jungs. Follow The Leader gefiel mir dann schon wieder wesentlich besser, trotz der relativ raplastigen Tracks. Issues hatte eine handvoll guter Tracks, konnte mich aber nie so wirklich begeistern. TALITM hab ich ne zeitlang rauf und runter gehört, würde sich sicher auch mal wieder gut machen. Untitled und See you on the otherside, hab ich mir mal gegeben, aber schnell wieder ins Nirvana geschickt. Korn III ist leider ein erfolgloser Versuch zurück zu den Anfängen zu gelangen, daher fand ich The paradigm Shift umso gelungener (das Dub Step Album ungehört übersprungen). Und bei all dem Post-Hardcore Shit der hier Platz findet, sollten Korn erwähnt werden.

  5. ma ks sagt:

    habe heute seit jahren mal wieder, auf grund dieses artikels, ein wenig korn gehört. war ganz überrascht, dass es mir so gut gefallen hat. issues(das dunkelste und konsistenteste album korns) und das debut (mein einstieg in den metal) sind meine favoriten. bin mir nur nicht sicher, ob ich es ohne den nostalgiefaktor mögen würde. mein ausstieg bei korn war mit untouchables. klinischer, digitaler scheiss sound. was danach kam, kenne ich alles nicht. war letztens ganz verwundert, dass es sie noch gibt und sie noch immer soviele leute ziehen.

  6. Alex Klug sagt:

    imho ein stets unterschätzter Song: „Thoughtless“ von „Untouchables“. Poppig, aber im richtigen Gewand!