Korn
Der große Diskographie-Check!

Special

Korn

1994 Korn

Auch wenn die Floskel Wir halten der Gesellschaft den Spiegel vor richtig doof ist, so trifft sie doch auf das Cover des ersten vollwertigen KORN-Album zu. Die einen sehen ein kleines Mädchen, das auf einer Schaukel sitzt, von der Sonne geblendet wird und dessen Vater sie ganz harmlos anspricht. Die anderen sehen eine bedrohliche Situation. Vielleicht einen Mann, der das Kind vom Spielplatz entführen will, um ihm etwas Böses anzutun? Genauso verhält es sich mit KORNs Musik und den irren Texten, die KORN auf ihrer Platte präsentieren. Shoots And Ladders wird wohl am meisten verwirren, aneinandergereihter kindlicher Sing-Sang, der im Subtext über Kindesmissbrauch singt. Die Platte klingt derart energetisch und experimentierfreudig, wie nur ein Debüt klingen kann. Need To und Lies schnüren dem Hörer einerseits die Kehle zu und setzen andererseits aber auch ungewöhnlich starke Emotionen frei. Die herunter gestimmten Instrumente erzeugen eine bedrückende Stimmung, die man sich gleichzeitig noch eine Spur fieser wünscht und förmlich aufsaugt. Was KORN vor zwanzig Jahren in nur sechs Wochen eingespielt haben, ist nichts Geringeres als ein Klassiker und eines der besten und mutigsten Debüts überhaupt.

Korn ist die grandiose Verarbeitung von Wut, Enttäuschung und Depression und, dass die Band damals nicht ganz sauber war, kann man nicht nur in alten Videos sehen, sondern in jedem einzelnen Ton auf Korn“ hören. Zwei Jahre später offenbarte Sänger Davis auch, dass für ihn leider die zweite Variante der Coveransicht gelten dürfte und die Idee über Kindesmissbrauch zu singen nicht von ungefähr kam. Unfassbar, dass die Band die Stücke heute noch genauso kraftvoll spielt, wie damals. Die Message ist aber auch 2014 noch immer dieselbe, gilt für Täter und Opfer von Missbrauch und Mobbing gleichermaßen: „Do you ever see outside your fears? Think about your lifeThink about your inner fear!. Nach dem Genuss von Korn fühlt man sich einerseits beschmutzt, ja schon fast seelisch missbraucht und verprügelt, aber auch befreit.

Zwei Lieder, die man kennen muss: „Lies“ und „Shoots And Ladders“

Sammlungswürdig: Ja, sonst versteht man die Band nicht wirklich.

 

Galerie mit 8 Bildern: Korn - Hanns-Martin-Schleyer-Halle Stuttgart

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29.07.2014

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6 Kommentare zu Korn - Der große Diskographie-Check!

  1. Milch sagt:

    Kann im großen und Ganzen zustimmen, für mich aber war alles bis einschl. „Untouchables“ noch gut, danach gings bergab. Die letzten drei Scheiben habe ich mir dann ganz erspart.

  2. Maik sagt:

    Tja die am schlechtesten abgeschnittene Platte gefällt mir selbst am besten: Take A Look In The Mirror. Die neueren dagegen alle Schrott.

  3. hrhr sagt:

    ich dachte auf dieser seite geht es um METAL und nicht um non metal bands. nicht jedes riff, nicht jedes solo ist metal, nicht jede band die eine e gitarre in ihrem sound verarbeitet ist metal. mal davon abgesehen ist die musik ohnehin zu weglaufen und mister davies kann auch nicht wirklich singen. überflüssige band, so wie linkin park, limp bizkit und ähnliche konsorten.

  4. Buddy sagt:

    Im großen und ganzen kann ich den Discography Check so unterschreiben. Wenn ich bedenke, dass ich damals erst so richtig mit der Untouchables von Korn warm geworden bin, welche ich im Übrigen immer noch total klasse find. Life is Peachy konnte mich dann allerdings nicht so von den Socken hauen, im Gegensatz zu dem damaligen Debüt der Jungs. Follow The Leader gefiel mir dann schon wieder wesentlich besser, trotz der relativ raplastigen Tracks. Issues hatte eine handvoll guter Tracks, konnte mich aber nie so wirklich begeistern. TALITM hab ich ne zeitlang rauf und runter gehört, würde sich sicher auch mal wieder gut machen. Untitled und See you on the otherside, hab ich mir mal gegeben, aber schnell wieder ins Nirvana geschickt. Korn III ist leider ein erfolgloser Versuch zurück zu den Anfängen zu gelangen, daher fand ich The paradigm Shift umso gelungener (das Dub Step Album ungehört übersprungen). Und bei all dem Post-Hardcore Shit der hier Platz findet, sollten Korn erwähnt werden.

  5. ma ks sagt:

    habe heute seit jahren mal wieder, auf grund dieses artikels, ein wenig korn gehört. war ganz überrascht, dass es mir so gut gefallen hat. issues(das dunkelste und konsistenteste album korns) und das debut (mein einstieg in den metal) sind meine favoriten. bin mir nur nicht sicher, ob ich es ohne den nostalgiefaktor mögen würde. mein ausstieg bei korn war mit untouchables. klinischer, digitaler scheiss sound. was danach kam, kenne ich alles nicht. war letztens ganz verwundert, dass es sie noch gibt und sie noch immer soviele leute ziehen.

  6. Alex Klug sagt:

    imho ein stets unterschätzter Song: „Thoughtless“ von „Untouchables“. Poppig, aber im richtigen Gewand!