SODOM und RAGE MEETS REFUGE live in Essen auf Zeche Zollverein 2017

Konzertbericht

Billing: Sodom und Rage
Konzert vom 27.01.2017 | Zeche Zollverein, Essen

Geht es noch kultiger? Nur, wenn noch KREATOR oder DARKNESS mit auf dem Programmzettel gestanden hätten. Das ist aber reine Makulatur. SODOM geben sich im Rahmen der ‘Ausstellung Rock und Pop im Pott’ am 27.02.2017 auf der Zeche Zollverein die Ehre. Im Gepäck haben sie – nicht minder kultig – RAGE MEETS REFUGE, was für eine interessante Mischung sorgt und nicht nur mich im Vorfeld in Partylaune versetzt. Tom & Peavy – was kann da schon schief gehen?

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RAGE MEETS REFUGE live auf Zeche Zollverein 2017

RAGE MEETS REFUGE

Galerie mit 12 Bildern: RAGE live auf Zeche Zollverein, Essen, im Januar 2017

Eigentlich nichts, und so gehen RAGE MEETS REFUGE in ihrer aktuellen Besetzung (meiner Meinung nach die beste, die Peavy bislang um sich hatte) pünktlich um 20:00h mit dem Titeltrack ihres Erfolgsalbums “The Devil Strikes Again” auf die Bühne. Die Stimmung ist von der ersten Minute an gut, sodass die Musiker um das eine oder andere Grinsen schon beim ersten Song nicht herumkommen. “Until I Die” und “From The Cradle To The Grave” sitzen ebenfalls perfekt, sodass Peavy gar keine großen Ansagen machen muss um die Stimmung zu halten. Spätestens bei “End Of All Days” kocht die Halle sowieso. In dieser (aktuellen) Besetzung sind Peavy und seine beiden Sidekicks wirklich unschlagbar, was u.a. an Herrn Marcos Rodriguez liegt, der nicht nur die Klampfe perfekt bedient, sondern seinen Boss auch noch mit optimal sitzenden Backingvocals unterstützt. Super Auftritt.

Galerie mit 8 Bildern: REFUGE live auf Zeche Zollverein, Essen, im Januar 2017

Danach werden die Musiker durchgemischt und Efti und Manni Schmidt stehen zusammen mit Peavy unter dem Banner REFUGE auf der Bühne. Gestartet wird die Zeitreise mit den beiden superb intonierten Krachern “Solitary Man” und “Enough Is Enough” vom “Trapped!”-Album. Logisch, dass das Publikum der Band aus der Hand frisst und REFUGE gebührend abfeiert. “Invisible Horizons” kommt zwar auch klasse daher, zeigt aber leider auch, dass Peavy sich eventuell einmal überlegen sollte, ob er die ganz hohen Tonlagen noch ausreichend bedienen kann. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch. Eher im Gegenteil. Mit “Refuge”, “Don’t Fear The Winter” und dem unvermeidlichen “Higher Than The Sky“ als Schlusspunkt, legen die Bands (zu “Higher Than The Sky” kommen die aktuellen Musiker zurück auf die Bühne) noch einmal ein paar Briketts nach und werden völlig zu Recht frenetisch abgefeiert. Nach 45 Minuten ist dann Schluss und es geht zur Verschnaufpause an den Bierstand.

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SODOM live auf der Zeche Zollverein 2017

SODOM

SODOM starten nach der Umbaupause mit “In Retribution” und begleitet von lautstarken Sprechchören in ihren Set. Neben dem Aggressionslevel wurde auch die Lautstärke ordentlich nach oben geschraubt – aber wer will Thrash schon leise hören? SODOM liefern, und zwar mächtig. Dabei haben neben einigen Songs vom neuen Album jede Menge Klassiker im Gepäck, wobei manche Stimmen meinen, dass es zu wenig wären. Kann man so sehen, ist eigentlich aber auch egal. Mit stimmungstechnischen Punktlandungen wie “Nuclear Winter”, “Tired And Red”, “Outbreak Of Evil” oder “Agent Orange” kann man als Band einfach nichts falsch machen. Das Publikum dankt es Tom und seinen Jungs mit Moshpits, lauthals mitgesungenen Textpassagen und frenetischem Applaus. Trotz aller Partystimmung muss man doch attestieren, dass es eine unschöne Episode während der knapp zwei Stunden SODOM gab. “Agent Orange” ist nicht nur ein Thrash-Metal-Klassiker, sondern auch ein Fanliebling. Das ist Herrn Angelripper durchaus bewusst, und so fordert er die Fans bei der Nummer auf die Bühne zu entern. Einige nehmen das Angebot gerne an, haben aber – ebenso wie SODOM – die Rechnung ohne die Security der Zeche Zollverein gemacht. Diese scheint Metalkonzerte nicht gewohnt zu sein und ist mit der Situation heillos überfordert. Die Metaller werden nicht eben zimperlich von der Bühne geleitet, was dann irgendwie doch für einen Moment der Anspannung bei Band und Publikum sorgt. Tom hätte auf der Bühne entsprechend mit beispielsweise einer Ansage reagieren können, hat er aber leider nicht getan, was einen minimal faden Beigeschmack hinterlässt. Letztlich ist aber (hoffentlich) nichts Schlimmeres passiert, sodass der Rest des Konzerts ohne Probleme über die Bühne geht und auch die gute Stimmung schnell zurückkehrt. Dies liegt auch daran, dass SODOM heute ein feines Händchen beweisen, was die Mischung aus Klassikern und neuerem Material angeht. Dadurch werden die Fans bei Laune gehalten und die Band muss nicht immer die gleichen Classics zum besten geben. So erklärt es sich auch, dass zum Beispiel der „Bombenhagel“ heute nicht über Essen hereinbricht oder dass “Die stumme Ursel” in der Klamottenkiste bleibt. Der Abschluss mit “Remember The Fallen” und “Ausgebombt” ist am heutigen Abend hingegen perfekt gewählt.

Galerie mit 10 Bildern: SODOM live auf Zeche Zollverein, Essen, im Januar 2017

Das ist aber Nörgeln auf sehr hohem Niveau, denn beide Bands haben alles gegeben und den Fans optimal eingeheizt. Umrahmt vom perfekten Ambiente, konnte der Abend mit den Ruhrpott-Ikonen SODOM und RAGE (MEETS REFUGE) aber auch nicht schlecht werden. Hat Spaß gemacht und darf gerne in ähnlicher Form wiederholt werden.

 

Pics by Steffi Büttner

15.02.2017

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